Buch 
Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen; oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einem Zusatz von dem Heiligen Maryrer Fideli, und der Feyrlichen Enthebung des Seeligen Bruder Clausen, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen, und Seeligen / <<seu>> Paradisus Sanctorum Helvetiae florum zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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Vsn dem H. Beichtiger Beats

Bristetfill, der eus-sersten Ar-muth.

Cp. z.

Siecht genAnliochi-am ;u S-Peter.

Beatus be.gibt sich na.cher Rommit S. Pe-tra-

Wcrcken auch ein neugebohrne CreaturGOttes werden: Diser Meynung legetnun Beatus allen Schmuck/und Zier derprächtigen/und köstlichen Kleyderen ab/Gelt / und Gold achtet er wie Koch; al-les das sinnig theiltele er under die Ar-men/ sorgte nicht mehr auf den Morgen /ziehet ein härm Hembd an seinen Leib /begnügt sich mit schlechtem Gewand /Und Bekleydung/ allein zur Nothdurfst.

Es war auch S. Batt deren einer/so sicher Christo dem HErren sagenkönnte: Sihe / wir haben alles verlas-sen / und seynd dir nachgefolgt : Da-mit er aber in der Erkandtnuß Christi/und in dem Göttlichen Wandel zuneh-me/ ist er Persöhlich zu dem HeiligenApostel Perro gen Antiochia gezogen /welcher siben Jahr daselbsten in Bi-schvfflichem Stuhl gesessen / und nachdem Er Evodium zumBischoff allda ver-ordnet/ist S. Petrus demncKH im an-dern Jahr Käysers Claudij ru Romankommen da er dann bey Funff undzwantzig Jahr der Kirchen Regimentversehen / nehmlich biß in daß vier unddreyßigste Jahr nach demLeydenJCsuChristi. Nun zöge Beatus mit S. Pe-tro von Antiochia / wäre sein Jünger/und Gefährt / verblrbe auch zu Rombey ihm / auf daß er in solcher Bey-wohnung durch dessen Lehr im Christ-lichen Wesen desto mehr underricht/ undaestärckt wurde: Sahe/und hörete alldavon dem H. Apostel vil Wunder / undH. Geheimnuß deß Christlichen Glau-bens. Dazwischen behielt S. PetrusVisen Heil. Jünger in seiner Versamm-lung mit dem Heil. Elemente / MarcoEvangelist« / und vilen andern. Pro-biert ihn genugsam in seinem Beruffdarauf erkante er ihn nitallein zudemDiaconat / sonder auch zu Priesterli-chem Stand tauglich / und würdig.Wird von Ist darum Beatus zu Rom im vier-S Prtro tzjasten Jahr seines Alters durch Auf-rum Prie- ^Egung deß H. Petri Hand / ein Prie-ster geweyhet worden. Da ziehreteSt. Beatus seinen Priesterstand mitallen Tugenden/ und »errichte sein Meß-Opffer mit Eyffer/ und Andacht. Istauch wohl zumercken / daß man vonBeats liset / Er sey bey / oder underder Meß offtermahls so Andächtig ge-sehen worden / daß er im Geist gar ver-zückt/ undgantz unbeweglich dastünde.

Dem Heiligen Geist / und erstenObersten BischoffPetro hat es also ge-fallen / daß vil Arbeiter in die weiteWelt sollen gesändet werden. Nun inder Hauptstatt Rom / welche damahlsdeß Reichs die allermächtigste war / ba-nnn sich allerley Ausländische Völckerzu versammlen pflegten / wurde zur sel-ben Zeit vil von Helvetia geredt/wel-

ker gewohr.

6sx. 4.

Hclvetij deMmcrnwol dckant.

ches man jetzt Schweitzerland heißt >lvegen viler Streit / und Kriegen /auch Männlicher Thaten / und grossenSchlachten/ so sie. kurtz zuvor mit Ju-lis Cäiare / auch um dise Zeit widerdie Rvmer gehabt / auch daß sie denPreiß under allen Gällischen Vvlckernhätten/ in Mannheitund Krästtenwi-der die Feind / die Mächtigsten. Vonder Alten Helvetier Art schreibt Poly-bius / nehmlich daß sie gar kein Hof-fahrt / Pracht noch zierliche Haußrü-stung brauchten / im Heu und Strohschließen/ darzu kein andere Handthie-rung / als kriegen / und den Feldbauversahen; hätten ihre Reichthum nur anPaarschafft und Viehe / damit sie sol-ches in Nöthen/ und Gefährlichkeitenbald mit sich hinweg bringen / und wo-hin sie wolten fliehen möchten. Esbekennt auch Julius Cäsar in seinemandern Buch / daß zu seiner Zeit bisVolck zwölff Stätt und vierhundertFle-cken / und Dörfler eingehabt- Aus Vi-sen sollen die altifte Stätt gewesen seyn/Zürch / Solothurn / Arbon / Windisch /Winterthur/ Pfin/und Wifflißburg /zu Latein ^uLnücum» deß gantzen Hel-vetischen Lands Hauptstatt. Ist da-rum kein Wunder / daß vil zu Romvon disem Volck ist gehört / und geredtworden / und S. Petro fürkommen :da dann aus sonderer Eingebung deßheiligen Geists / sich der heilig Apo-stel entschlossen/einen von seinen Jün-gern abzufertigen/ so Visen wunderbahr-lichen Leuthen / die Christliche Gnaderzeigen / lehren / und mittheilen solte.Aber zu so wichtigem Merck GOttes/war es nicht eines geringen/ sonder-wohl erfahrnen Hauptmanns vonnöthen/ welcher mit rauhen Leuthen (wiegemeiniglich die HeydmscheKrigsleuthseynd ) wohl könte umgehen. Zu sol-chem Merck ist unser H. Beatus vondem Heil. Apostel Petro zum tauglich-sten erkennt worden / in Helvetia nitallein den schlechten einfältigen Bür-ger / und Landleuthen / sonder auchden wilden Gesellen / dem GlaubenChristi zu verkünden ; und zu solchemEnd gab der H. Apostel / S. Beatszum Gesellen/ und Gefährten den H.Achatem /welcher nit allein mit Christ-lichen Sitten wohl geziert / sonder auchein Dracon oder Evangelier war / undso wohl mtt Göttlicher Lehr / als mitTugentreichen Wandel seinem Meisterwohl an-und beygestanden.

Nach dem S. Beatuö die Mey-nung und Willen seines Obersten Vor-stehers S. Petri vornommen ziecht ergern HM im Nahmen deß HErrn / ver-richtet die schwäre Reiß / über daß un-gebaute / und unwegsame Gebürg /

so

Beatuswird vonS- PetroinSchweltzgesandt/das Evan,gelium zuPredigen.

Csp. 5.