Der Schwätzern Apostel.
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Predigt denHelreliern-
Sein Eiiufält/ undDemuth.
Deß Ar.göus Gcie-g«iheil undFrucht»»ahrkeit-
so an Schweißerrschen Gräntzen war;käme als ein ruffendc Stimm in derWüste / lehrte öffentlich deß LandsInwohner / daß sie ihren fündigen Ab-göttischen Stand bedencken / und heyl-scunme Büß den Weeg deß HErrcnbereiten sollen: verwegen ermahnere eralle/ und jede ernstlich/die grosse ange-bottene Gnad G-Ottes nicht zuver-säumen ; sonder ohn allen Verzug/zudem wahren ewigen GOtt/und Christ-lichen Glauben zubekehrcn : also / daßsie ihrem Abgött-und Teufflischen We-sen mit Hertzen / Mund / und Werckenabsagen / und gar Urlaub geben- Sol-che Erinnerung / und Lehr könte nichtso bald bey dem wilden Volck statt ha-ben/ verwunderten sich auch nicht wenigüber dise neu unerhörte / und seltzsam-me Predig deß Ausländischen unbe-kantcn Pilgrams / den sie zuvor niegesehen hatten / der auch so unverzagtdaher kam / auch in seinen Predigenohn underschid der Persohnen / denArmen so fleißig als dem Reichen die-nend kein Gunst / Gelt / Gaben oderGut / sonder GOttes Ehr allein su-chete / und das Heyl der Seelen be-sürderte. Darneben merckten sie aufbesten Einfalt/ Demuth/und unstraffli-chen Wandel / als der sich vor keinerVedrohung/Widerwertigkeit/und Ver-folgung entsetzte / dann der EyfferGOttes / und das Reich Christi IE-su disem Prediger zuforderst anlage.Wohl disem Schwettzerischen Volck /welchem die Barmhertzigkeit/und Gnad(vor vielen andern Ländern/und Völ-kern deß Deutschlands ) widerführe:das Wort deß Lebens vor andern zu-hören / und von einem solchen Predigerdie angebotrene Göttliche Lehr mitgläubigem Hertzen zufassen.
Es hat sich aber unler HeiligerSchweitzerischer Apostel Beatus mei-sten theils im Argöu / welches man auchErgöu nennet / aufgehalten / und dadas H. Evangelium gepstantzet. DasErgöu aber begreifft in sich Lucern /Underwalden / Solothurn / Windisch /Baden / und andere umligende Oer-thcr mehr. Wird Argöu / und Latei-nisch /^rgovik,, genant/ von wegen deßfürnemmen Fluß /^ruls, daß ist / dieAar. Weiche vilen Statten ihren Nah-men gibt/auch under Baden dieReußvonLueern/und Limath von Zürchem-pfahet: und dann sammentlich bey Co-blentz in den Rhein fallet. Es lassetsich aber ansehen / unser Bealus habihm das Argöu sonderlich ausserwöh-iet / darum: daß difts Land Volck-reich und bewohnet war / und deßive-gen ein grosse Geistliche Erndte gäbe;darinnen Er das Work Gattes seines
HErrcn desto nützlicher aussäen / undreichlich einbringen möchte. Dannnicht unbewußt / daß dises Land bißauf den heutigen Tag ein Fruchtba-ren Boden hat/ vilGetreyd/undObStrage / vil Vieh ernehre / auch ein Ar-beitsamms / getreues / und gegen Frem-den ein freundlichs Volck habe. Derhochgelehrt Herr Franciscus Guilli-mannus meldet in seiner Hab'purgi-schen: auch in seiner SchwettzerischenHistori/ das S. Beatus von dem H.Apostel Petro sey zu den Schweißerngeschickt worden / nicht allein als einApostel / und Prediger / sonder habihn Beatum / nach dem S. Petruswider mit dem Kriegsvolck KaisersClaudij aus Engellanv kommen/ unddurch Helvetiam gezogen : zu einemBischoss dises Lands verordnet / undden Bischöflichen Stuhl gehn Win-disch / als die Haupt-und fürnehmsteStatt im Argöu an der Reuß gelegen/gesetzt: welchem auch andere beyfallen/und mir nicht mißfallt. So wäre esohn zweiffel ein sondere Schickung Got-tes / daß Beams in disem Land seinApostolisch Amr am meisten verrich-ten / in demselben sein Leben verzeh-ren ; und sein hohes Aster beschlieftscn solte / wie diß folgends wird an-gezeig werden.
Es ist glaubwürdig GOtk habeVisen Beatum als ein herrlich scheinen-des Liecht auf ein Leuchter gesetzt /daß es allen in dem Hauß ( Helvetiagenant) mit Worten und Exempelnvorlcuchtete / sonderlich aber den zu-künfftigen Predigern dises Lands einlebendiges Gottseeligs Fürbild vor-tragen solte. Wolan nach dem Ernun wie ein Posaun GOttes Wort /und willen mit Heller Stimm verkün-digte ; nicht allein mit der Zungen /heimlich / und öffentlich / sonder be-krafftigt auch seine gethane Predig ge-waltiglich mit großen übernatürlichenWunderwercken: dann Gottes Hand /und Krafft thäte ihme Beystand / undwürckte wunderlich mir ihme; damitdie Ungläubige an seiner vorgetragnerLehr desto weniger zu zweiffeln betten /und die Bekehrte durch die Wunder-zeichen mehr getröst/ und gestarcktwurden. Es war ja ein wunderbahr-lich Spectacul / da sie öffentlich sahen /daß die unheylbahre/ und abscheulich-Siechen/ samt andern mit grossen Ge-schwährenbehassten Leuthen/ durch S.Beat» Hand- Auflag/ also bald Rein/und Gesund wurden / in dem Nahmendes Herrn IEsu / daß auch die Blin-den wider sehend / und die Lahmen ge-rad wurde»/ und frey wandelten; derböse Geist kövte auch vor ihm nicht be-
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I.ib r. c. LNslrrbur.l.,i>. i. c. ix,
Nclver.
Von kragtseiner Pro«digen/un»Wunder-eichen.