Trp. 8.
Beatt Ar«nmtl) / Dr«mukk / undEinfältig,keil-
^ Von dem H. Beichtiger Beato
stehen/.sonder müßte aus den besesse-nen Lcuthen weichen/ weil S- Beatusihn mit seinem Gcbett auslribe. Jaallerley leiblichen Kranckheiten/welchesonst kern Artzt heylcn möchte/ warS.Beati Seegen ein gewisse / und kräfs-tige Artztney.
Noch viel grösser/ undwunderbahr-licher war es/ daß die höchste/ undschwereste Kranckheit des Unglaubensaus den Hcrtzen der Landleuth / je län-ger je mehr außgemustert; sie nach Ver-kündigung des H. Evangelij/ durchden H. Geist erleuchtet/ und wiewohlsie in dem Abgöttischen Wesen geboh-ren/ und auflerzogen/ jedoch sich zuChristo/ und seiner Kirchen williglichbekehreten : nicht weniger mit derselbensich gehorsamst vereinigten.. Sihe al-so mächtig war Beatus an Werck/ undThaten/ vor GOtt/ und allen Men-schen : Gabe vilen ttrsach / daß sie ihrre lang verehrte Abgötter Mattem/ undHcrculem / auch des gemeinen Lands-gewöhnliche Kriegs-händel weniger achsten/ in sich sechsten gierigen/ ihre eygneLaster von Hertzen bereueten/ und ih-re Predigerm mehreren/ und grösserenEhren hielten/ da sie zuvor seines glei-chen weder gehört/ noch gesehen hetten:Glauben an einen GOtt/ der Himel/und Erden erschaffen hat. Erkenne-ten Christum JEsum für ihren Hey-land / und Seeligmacher/ bequemen sichwillig zum Heiligen TaUff/ tretten ausder FinsternUs/ wurden Kinder desLiechtö - Auch ungezwungen verstörte-ten sie die Tempel Martis / und Her-culis ihrer Abgöttern/ äUs eygnenHaab / und Gütern baUten sie Kir-chen/ und Altär; Mit Opffern / undZehenden versahen sie ihre Pfarrherrn/und Kirchendiener.
Nicht wenig würckte auch zu ihrerBekehrung das heilige / ohnstrafflich /und aufferbaulich Leben unsers seeligenBeati / dann ob er schon bey ihnen ingrosses Ansehen kommen/ wiche er dochvon seiner ersten willigen Armuth nitab / verachtet beständig aller Welt-Lust/und Freuden / und nähme sich des Zeit-lichen wenig an. Die alte Historienrühmen in sehr/ daß er sich so schlecht/Arm/ und Bloß auf dem Weeg/ Undindem Land hielte/ nicht zwar aus derNoth / sonder aus rechtwilligem Eyffer/und seiner Meister / der Heiligen Apo-steln löblichen Exempel. Er liesse sichbegnügen mit einem einfältigen/ undschlechten Priesterlichen Rock; trügemit sich nichts anders/ als ein Härin-Kleid/ oder Cilicurm/ in dem er auchzuschlaffen pflegte/ samt einem IWi-o8gcrgmcnrorum , das ist so vil als einMissal/ Ritual oder ^xoniZg. Weilen
nun der H. Beatus sich des zeitlichennicht achtet; gemahne er desto mehrZeit zu Predigen/ Betten/ und Lesen;ja allen geistlichen Übungen mehr obzu-ligen: ist auch desto tauglicher geweßtin des Herrn Weinberg mehr Frucht /und Nutz zuschaffen ; zu geschweige»daß der Mann Gottes / als der Weltabgestorbner / sich mit Weib/ und Kin-dsren solle beladen haben/ da er durchtägliche Haussorgen an seinem Beruffgehindert / und abgehalten werdenmochte: Summa / St. Beatus warnicht allein Rein/ und Keusch im Le-ben/ sonder auch nach ApostolischemExempel ein Fürbild aller Gläubigen.Nun zu solcher löblichen PrirfterlicherKeuschheit/ nutzt/ Und hilfst nicht we-nig Christliche ZlbstMentz / und Ab-bruch in Essen/ und TriNcken: destomehr hette unser VeatUs diesen Brauch/daß er seinen Leib mit Fasten/ Wa-chen/ und andern Büß-Wercken imZaum hielte/ und sein Fleisch creutzig-te/ damit er den Leib als ein wider-spennigen Knecht / in Dienstbahrkeitbrachte. Dannenher diser Mann Got-tes der eüsseren Speiß so streng sich ent-hielte / daß er oft in drey Tagen nichtsgenossen. Andermahlen ergötzte sichdiser Prediger nicht mit gesotten/ undbratten/ sonder sättigte sich mit Brot/und Wasser. Darneben ist höchlichzuverwundern/ daß er ihme selber sostreng / aber für seinen Jünger Acha-tem so sorgfältig war; damit deme ander Nahrung/undAuffenthaltuNg nichtsabgieng / welchem er aus ChristlicherDemuth pflegte zudienen/ und dieSchuh aufzuziehen. So war auchSt. Beati löbliche Gewohnheit/ daßer mit seinen Händen neben dem Pre-dig- Amt arbeitete/ und flöchte FischerReuschen/ und KörbleinvonWieden/und Bintzen / verkauffte dieselben; mitsolcher Handarbeith ernehrtte er nichtallein sich / und seinen Jünger; sondererhielte auch die Pilger / Dürsstige/ undHauß-Arme/ nach seinem geringenvermögen.
Wie Nun Beatus sein bestimmtesLand Helvetiä hin / und wider dmch-wandlet/ und sein bereiten Willen denEinwohnern freundlich ankündiget:gieng er auch durch das hohe Schnee-Gebürg/ in dem zwar wenig Lust oderKurtzweil/ aber ein sehr hart/ rauch./Und steiniger Weeg ru finden war. Vonbannen wendte er sich weiter in die o-bern Gräntzen des Lands zwischen denhohen Bergen gelegen/ so im gantzenJahr selten ohn <Zchnee stund ; vonwelchen nicht weit die Aar laufst: dar-bey wird dasselbig orth das under See-thal/ Jnterlacus genannt« Nun ob-wohl
Beati
Keuschheit/
Fasten/iinv
Bußledm.
Handak
beith.
Gk- Bea«tns ziehetmit seinenJünger derAar nachaufbisgrhttScethal-