Der Schwerern Apostel.
A
Beat! Be-wirb / lindLust ziimEinfidlerLeben-
Cap. ra.Gelegen,heit derWildnuß /tindum.kreis St.BeakiWohnung-
wohl damahls wenig Einwohner dortwaren/ wolle doch derH. Vatter sieheimsuchen / und ihnen das geistlichBrod als den hungerigen Kindern mit-theilen ; diese schlechte einfältige Land-Leuth empfiengen Bealum freundlich /und wegen seiner heylsamen Lehr hors-ten sie ihn gar gern / und verehretenihn als ein Gesandten von GOtt. Al-da fiele dem Mann GOttes das bedru-cken für/ ob es nicht gut/ und raht-sam/ daß er das Predigen einstellte /und dises ctlich 'anderen anbefehlenmöcht: damit er von allen Menschenabgesondert/ GOtt allein ruhig in ei-nem H. Orth dienen möchte / zu wel-chem eingezognen Leben seyn Hertz ge-neigt/ und lange Zeit sehr begirig'ge-wesen. Achtete einem/ so der Weltabgesagt/ und abgestorben / dis ambesten zu sein. So war es ohn zweis-fel vilsicherer/ daß einer ihm selber/als dem Frembden predige/ und alsounder dem Schein andern zuhelffen (wieofftermahl geschicht) sich selb in Gefahr/Und Schaden begäbe. Darum hielteBeatus für den besten Theil/ oder fürdas End/ und Zil des Menschens /sich aller Ding entäusserk/ und mit gantzfreyen Hertzen allein GOtt den Allmäch-tigen lieben/ loben/ und beschauen.Ist darum wohl zu verwunderen/ daßman so grobe unbescheidne Christen sind/welche sich nit schämen die liebe Einsid-ler zu tadlen; welche in Betrachtungihrer menschlichen Schwachheit bey di-sem Sündigem wesen/ und aus rechterBegird eines GOttseeligen Lebens sichbefleißendem lebendigen Exempel Chri-sti ihres Herren in disem/ und ande-ren Landen nach zu folgen: wollen auchNit bedencken das grosse Lob / das diealte fromme Einfidler allzeit haben inder Kirchen GOttes gehabt.
Nun ist zuwissen / daß aus demPrientzer - See der Fluß Aar sichschrenckt gegen Mitnacht in den Thu-ner - See / und daß dise beede See li-gen bey einer halben Weil-Weegs voneinander , nicht weit darvon find man einStättlein Underseen/ zu Latein aber In-terlacus genennt/ dieweil es zwischengenannten See / und nicht weit vonEschi/ Mengen/ und Oberhofiengele-gen : in diser Gegend hat unser Beatusvil Leuthzu Christo bekehret: ja auchin der Lieb GOttes inbrünstig/ unddes ewigen Lebens begierig gemacht.Als er nun dises Volck underwisen;un-derfragte er sich sonderlich bey denSchiff-Leuthen/ wo ein abgesöndertsOrth in diser Gegend zufinden/ welchesweit sey von den Menschen: daraufzeigten sie ihme ein grosse Einöde / beyvkm andern See des Thals gelegen /
k. b'. jVlurer, Die Schweitz.
da sey ein grosse gähe Flühe / mit ei-nem hohen in den Lufft aufsteigendenKopfs/ gegen dem Wind von Mittag/und daß an disem Orth gegen dem Bergsich erstreckte ein langer Riß/ oder Krufftdes Felsen/ da ligeein grausamergrof-ser Brach verborgen / der den Land-Leuthen vil Forcht/ und Angst mache/wegen täglichen Schadens so er ihnenthäte. Auf daß er aber dahin komenmöcht/ verfügt er sich zu einem Schrff-mann / begehrt er solle ihn samt feinemGesellen unden an Berg führen/ undan statt eines Dieners annehmen. Dafordert der Schiffmann/ nach altemBrauch/ den Schifstohn : aber Bea-tus konte/ wegen äusserster Armuth /den weder geben/ noch versprechen;dann er nichts anders hette/ als einschlechtes Kleid / daß er antrüge / undein Meß-Buch/ aus dem er dasOpf-fer der H. Meß rhet verrichten; disesBuch wolte Beatus dem Schissmanngeben/ welcher sich alsbald über denHeiligen erbarmte/ wolte nichts vonihm nehmen / sonder führte den ohneLohn über See : Als sie fort gefahren/erkante der Schissmann was er für ei,nen führe/ in bedencken/daß diser See/so mehrentheils wegen grosser Wällengar ungestüm/ damahlen so Snll/undRuhig sich erzeigte: darum die Schiff-LeUth under einander sprachen : wahr-hafftig muß diser ein rechter DienerGOttes sein/ welchem auch die Wäs-ser / und des Winds gewalt weichen;dann aufdisem See haben wir solcheStille nie erfahren. Als kam der H.Mann mit seinem getreuen DienerAchate zu dem Gestad/ und ließ denSchiffmann wider zu Hauß fahren/gu-ter Hoffnung er werde sein lang ge-wünschtes Orth / und Statt zuwohnenantreffen. Aber müßte einen grossen /und sehr hohen Berg/ der vor ihm lag/aufsteigen; hette auch niemand der ihmden Werg zeigte. In dem er fort-gieng / fand er ein seltzame Holen / aneinem ungebannten Weeg/ ferrn vonden Leuthen gelegen/ dahin auch nie-mand dörffte kommen / weilen allda sichein greulich / und sehr erschröcklicher In-wohner auf hielte; nehmlich ein grosser/und ungeheuer Drack. Als nun St.Beatus dessen ansichtig worden / ent-setzte er sich anfänglich aus Menschli-cher Blödigkeit ab dcme nicht wenig /doch sterckte er sich mit Göttlichem Bey-stand also bald widerum: redt seinemJünger zu / kein schrecken ab disem Un-geheur zuhaben : schlugen verwegen al-le Menschliche Blödigkeit/ und Forchtaus ihrem Hertzen/ achten sich desDrucken/ und Teuffel nichts/ wasÜbels ihnen auch zustehen möchte: gehnB als-
S- Diskusfuhrt überSee dieWildnuß
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Wunder,jeichen aufdem Was-ser.
S Beatustrifft denDruckenan.