Und seiner gantzen Thebeischen Legion.' 2z
gen der Clauß aufTarantasia / daß ist/zu dem Skättlein Agauno zurucken /also mit glimpff dem Zorn / und Un-christlichen Gebotten Maximiani zu-entweichen / zwar nicht aus ForchkdeßLodts / sonder zu einer Zierd / undFortpstantzung deß Christlichen Glau-bens / und also ruckten S. Mauritiusmit seiner Christlichen Legion emsigfort / von Octodur hinab biß auf A-gaun / welches bey 12. ItaliänischerMeilen von Octodur gelegen war/ undlegten sich ob dem gemelten Stättleinin ein lustiges Feld zuruhen / und sichwegen ferrne deß Weegö über das ho-he / und grausamme Gebürg zu erho-len / und zuerquicken. Dieweil aberK'äyser Maximianus alles zu dem Gö-tzenopster dienstlich liesse zu bereiten /ward er deß aufbruchs der ChristlichenThebaischen Legion bericht / deßwegenohn allen Verzug schickte er ihnen etlichebewehrte / und Trabanten nach / sie wi-' der zurück in das Läger gütig zuermah-Nen. Denen St. Mauritius nach für-getragnem Käyserlichem Befelch / mitsamt dem H.Cxuperio Fänderich/undCandido Äriegsrath sanjstmuthig ge-antwortet : daß sie der Ursachen vonMarlenach nach Agauno verrückt; da-mit sie sich nit als wahre Christen/unddie an einen alleinseeligmachendenGOktglaubten / vergreiffeten / und ihr Ge-wissen beschwärten mit dem Götzenopf-fer: im übrigen wollen die gantze Legionzum Aäyser / und Römischen Reich sichsteiffhalten/ beschirmen/ und kriegen/auch ihr Leben darfür setzen; aber we-gen deß Heydnischen Opffers / wollen' sie nicht wider nach Octodur / daß istUnser Martenach umkehren. Solche sanffte/Marimia, und Christliche Antwort / da sie durchnus laffct, die Abgesandten Maximians vorgetra-Tbebw 6en worden / ergrimmet er voller Hof-«nthauM. fahrt / und Zorn / als wäre seiner Ma-jestät ab solcher Red ein Schmach wi-derfahren ; befähle ohn alle weitereBarmhertzigkeit - je den zehendenMann / wie sie in ihrer Rüstung stun-den / nach Römischer gewohnheit mitRuhten zuschlagen / und zuenthaupten/ohn alles ansehen / und bedencken derVersöhn / damit öffentlich erscheine /daß man forthin ernstlich mit solchenUngehorsammcn verfahren wolte: derBefelch war kaum ausgesprochen / daeilten die darzu bestellte Beamten/wieBlutdürstige Wölff / oder Soldatendeß Raubs begierig/nach Agaun/dasBlutbad anzurichte. Die ftomen Thebe-er nach angehörtem Urtheil bliben un-bewegt in ihrer Ordnung mit uner-schrocknem Hertzen / und steiffen Glau-ben / die Marter-Cron zuerlangen ;strecketen ihre Hälß den Abgöttischen
Soldaten starckmüthig dar / und ran-gen gleichsam miteinanderen um Visenteurezi Todt / dieweil ein jeder gern dererste wäre gezehlet worden; und erläufstsich der gemarterten Zahl / so die Le-gion noch gantz gewesen/ aufsechs hun-dert sechs und sechtzig Persohnen. Nach Die Legionsolcher Tyrannischer That/ trätten die wird widerfurnehmsten Abgesandten deß Käysers ^8»?.wider für St. Mauritium / und seine ren zuopffe.Lhebeische Legion / sie zucrmahnen / ren.und bitten / sie wölken jetzt Mit ihnenwider nach Octodur kehren / und dasallgemeine Opffer mit ihnen verrichten/und sich mit dem Käyser versöhnen ;wäre aber fach daß sie sämtlich solchetreue ermahnungen nicht wölken ihnenlassen zu Hertzen gehen/ sollen sie ver-gwisset seyn/ es werde sie eben ein sol-cher Todt/ undSchwerdtergreiffen/ wieihre Mitgefährten / wo nicht ein scharpf-fere Peyn/ und Marter :diser Ermah-nung bedanckte sich Maurums/ undbegehrte mit den seinigen cm bedenckenzunehmen / und freundliche Antwort wi-verum darauf zugeben.
Da nun die gantze Legion beyfam- c^p. 7.wen war / möchte der standhafftige Held ^ Mauri.S. Mauritius auf dergleichen Worten( wie Petrus Canisius schreibet mit nunqansci.weitläuffigen Worten / wir aber uns w ftomnwder kürtze besieissen ) sie sämtlich ange- Thcbm.redt haben :Jch sag dem Allmächtigen/und ewigen GOtt unserem Heyland /und Schöpffer danck / frolocke auch / Oihr Meine geliebte Mttgesellcn / undfteue mich von Hertzen / daß euch ausLiebe der Christlichen Religion dasÄäyserliche Deeret / und Gebott keinForcht / und zitteren gebracht. Ihrhabt gesehen / wie man unsere geliebteMitgesellen mit fröhlichem Hertzen aufden Fleischbanck gezogen/ und dem Todtübergeben. Ach wie hab ich mich ge-fürchtet / und besorget / es werde et-wann einer ( welches den Bewaffnetennicht schwer ist) im schein die HH. Mär-tyrer zubeschützen / den Feinden mitGegenwehr begegnen. Dises zuver-hüten / wolte ich mit Christi JESUWort / die er am Oelberg zum ApostelPetro gesprochen / hingegen gesetzt ha-'ben / da er ihne ermähnte das Schwersteinzustecken; dann das Christliche Ver-trauen / und Zuversicht ist vil mächti-ger dann alle Wehr und Waffe.Eben Vi-fer Christus unser GOtt/ hat euere Her-Nk auch vor solchem behütet/ aufdaß nie-mand mit sterblichem Gewalt sich demGöttlichen Merck widersetzte / sonderdas angefangene Merck deß Glaubensmit immerwährender Religion erfülle:
Biß auf dise Zeit haben wir vil Exem-pel der Märtyrer gelesen/ und gehört/zetzt haben wir selber gesehen an unse-ren