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Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen; oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einem Zusatz von dem Heiligen Maryrer Fideli, und der Feyrlichen Enthebung des Seeligen Bruder Clausen, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen, und Seeligen / <<seu>> Paradisus Sanctorum Helvetiae florum zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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24 Von dem H. Ritter Mauritio /

L),wLhcbe«crSt.'nd-h.istqkeit /und Ant«Wort.

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reu Brudern wie ihnen nachzufolgenseye; was haben wir uns zubedenckcn?sehet zu / wie wir umgeben seynd mitihren todten Liebern/ wie wir bespren-get mit ihrem Blut/ deren Seelen jetztmit allem Triumph / vor deß Allmäch-tigen Gottes Angesicht erscheinen /Und ihrer Marter / und ChristlichenGlaubens Bekantnuß wegen / die ewi-ge Seeligkeit empfahen; schauet wie sieuns ansehen / für uns bitten / uns nach-zufolgen zuruffen / die Straß zuwand-ten dre sie gegangen haben. Solle ichdannoch zweifflen / ob ich mit ihnen ster-ben wolle / ab welchem Exempel ich fro-locke / und grosse Verwunderung tra-ge ? Vor wenig zeit haben wir demKayser gehuidiget / wir wollen mitLeib / und Blut den gemeinen Nutz be-schützen / und beschirmen / es wäre dochniemand / der mir den Himmel ver-heissete. Christus JEsus aber ver-heißt uns solchen / sollen wir dann nichtgern um solche Belohnung die Welt /und unsere Leiber darfür fetzen? dero-wegen lasset uns den Abgesandten ant-worten : Dmchleuchtigster Kayser / wirseynd wohl deine undergebne Diener /und haben zu Schutz / und Schirm deßRömischen Reichs die Waffen an unsgenommen / wollen auch zu dessen Be-schirmung uns gebrauchen lassen / wirhaben uns von dem Krieg niemahls ent-zogen / kein Verratherey je geiriben /so ist auch kein Forcht an uns gespürtworden: allein weil wir alle Christen /und Christlich sterben wollen / könnenwir deinen Abgöttern / und disem Ge-bott nicht gehorsammen. Dise / unddergleichen Ermahnung gefiele der The-betschen Legion wohl / daß sie einhällig-lich befähle/solche den Abgesandten zu-geben/ sie aber sich verbunden / beysam-men zustecken / um deß. Christlichenallein seeligmachenden Glauben willen.DieAntwort gemeiner Legion war durchdie HH. Mauritium/Exuperium/undCandidum den Kaiserlichen Bottschass-tern gegeben; deren sie gar übe! zufrt-den / zogen in ihr Läger / und zeigtenMaximian» an / daß keilt Hoffnung dieLhebetsche Legion von ihrem Glaubenzubringen / ja vil minder in die Lägerzu dem Opffer zuzwingen / weil sie sichsammetlich anerbolten / eher den Todtzuleydeu / dann gefaßter Meynung ab-zustehen. Darüber Maximianus gleich-wohl vermeint/ in grossen Zorn / undTyranney ohnverzüglich die gantze Le-gion hinzurichten/ in Betrachtung aberdeß grossen Blutbads / und vrlmehrder stärcke seiner vorhabenden Feind? inFranckreich der Begauden befähle erwiderum den zehenden Mann in der Le-gion/ wie es die Ordnung gäbe / hin-

zurichten / ob »Reicht endlich der übri-ge Hauff zudem Opsser/ und K'äyserli-chöwohlgefallcnzubriügö.AberdieGott-seelige Thebeer war? zu solch? Christlich?Todt willig / und bereit / in Betrach-tung / es werde ihnen auch alles zumLohn bey GOtt widerfahren/wie ihrengeliebten Mitgefährten / so sie vor ih-nen gehn Himmelgesandt / und jetzt em-sige Fürsprecher bey dem Allmächtigenspürten / und empfunden. Da nundie Kaiserlichen Gesandten mit andernSoldaten in das Thebaische Läger an-kommen / sagten sie/ wie daß es nit umden gantzen Haussen zuthun/ sonder umden zehenden Mann / den sie ohn allenVerzug / wie es die Zahl/und Ordnunggeben wurden / bargeben sotten wie zuvor / damit sie auch das Leben verlich-ren/ wegen ihrer grossen Ungehorsamme.Und also war wider der zehend Mannvon der Legion Hingericht / und GOttdas ander Christliche Opsser aufgeopffe-ret biß endlich die gantze Legion gefolget.

Gleich wie Sr.Mam itiuö nach demersten Niderlagdie sinnigen mir Christ-licher Ermahnung zur Martyr/ und Be-standhafftigkeir im Carholischen Glau-ben stärckte / und Treu / GOtt / undihme zuhalten / gebetten; Also stundejetzt ihr Fänderich St. Exuperus mitseinem Fahnen hienein/ die Legion nichtweniger ermahnete/ mit kräfftigen Wor-ten zur Bestandhafftigkeit / und Ge-dulr die Martyr- Cron zu erlangen wieihreMitsoldaten-Darauf abermahl alleThebeer mit einhelligem Hertzen/ undMund beschlossen / man solle in vorge-gemeller Meynung den Gesandten demKayser antworten/und nichts bewilli-gen/mit einigem Nachtheil deß Christ-lichen Glaubens. Die Standhafftigkeitder Thebeer ward dem Kayser wider-um angezeigt/ mit hinzuthun aller Ar-beit seye verlohren/ dann ob schon ihrHauff nunmehr zweymahl ist gemindertworden / jo wollen doch die übrigenvomChristlichen Glauben nicht abstehen.Hierauf der Kayser gantz ergrimmt /sprach : wie dörffen doch meine Kriegs-knecht so offt verachten meine Gebort/und Ordnung deß Opffers ? derowegeneylend mit gantzem Haussen aufdie The-beer / hauen / stecken / und zerhackendise Widerspenstige; lasset sie mit ihremschändlichen Todt lehrnen / und durcheuere grimmigkeit erfahren / wie großseye die Kaiserliche Mächtigkeit Maxi-miani / welcher nit allein für sein Per-sohn/ und Kaiserliche Würde/sonderauch für die grosse Götter defMörnisch?Reichs / die verdiente Straff von ih-nen erforderet. Über daß solle jedemmeinem ^Soldaten / der ein Thebeerwird umbringen / und erschlagen / füt

eygen

Thebeer«wird wivek

Enlhavpct-

Csp. t.

St.Enipe.rius ermäh-net die The-beer zurstandhaftig«keil in demGlauben.

K Maxi.miimrw de,M dieuantzc Legi,oz hinzu«richten«