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Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen; oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einem Zusatz von dem Heiligen Maryrer Fideli, und der Feyrlichen Enthebung des Seeligen Bruder Clausen, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen, und Seeligen / <<seu>> Paradisus Sanctorum Helvetiae florum zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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statt besuchten. Dise Erfindung ge-schahe im 7. Jahr der Regierung Kö-nigs Lheovorici in Burgund / um dasJahr Christi zzs.

Folgents um das Jahr 8 oo. un-gefährlich/ erweckte der liebe GOtt sei-nen Geist in der ansehenlichen Frauen/und Königin Bertrada/ so die StattSolothurn lieb / und werth hette / auchgern / und vil darinnen Hoff hielte - diedann ein Ehegemahl Pipini Königs inFranckreich/ ein Mutter deß grossenKciysers Carolj war / sie erneuerte dasalte Schloß zu Solothurn/ undersiun-de sich auch S. Urso / und seinen H.MitgesellenzuLob/ und Ehr/ ein neu-es Münster/ und Kirch daselbst zubau-en/ welche nachmahls Voso Bischofszu Losanna Anno 892. Geweyhet hat.Auf dise folgte Anno 9Z7. Frau Ber-ts Hertzogs Burcharden zu SchwabenTochter/ welche Königs Rudolphi deßandern zu Burgund Gemahcl/ deßnamhafften Königs Conradi/ und derH. K'ayserin Adelheyds natürliche Mut-ter/ und 5 kaysers Ottonis deß grossenSchwiger gewesen ist. Nun diseDurchleuchtigste/ und hochgelobte Kö-nigin Berta hielte zu Solothurn Ih-ren Witwenstand / und hatte besonde-re Andacht zu dem H. Märtyrer Urso/und seiner H. Gesellschafft/ von derenheiliges Leben/ Marter/ und Wun-derzeichen hatte sie vil gehört. Dar-nach war sie aus Andacht mit grosserBegierd entzündet/ an welchem Orthdoch solches fürtreffliches Heylthummöchte gefunden werden; hette auchein löbliche Gewohnheit dasselbe Orthzu besuchen/ an welchem das Heylthumnoch unbewüßt verborgen lag. Da-selbsten erschine iht offt ein besondererGlantz eines himmelischen Liechts/undempfände einen lieblichen Geruch / alsvon wolriechenden Rosen und Blumen:war also von dem Geist Gottes geru-hen/ das sie daselbsten den herrlichenSchatz suchte; liesse derhalben graben/und fände sibenzehen H. Cörper/ hiel-te das gefunden Heylthum in grossenEhren; und auß grossem Eyffer den siegegen Visen H. Thebeern trüge/ bau-te/ und erweiterte sie das Münster zuSolothurn / von Bertrada zuvor an-gefangen/ stifftete da ein BenediktinerKloster / welches sie reichlich/ und herr-lich mit Rennten/ Gülten/ Zinß/ undZehenden / befreyet und begäbet. Diegefundene H. Leiber aber hat sie indas neu erbaute Munster in den hohenG. ttrsi Altar gelegt/ und einschließenlassen.

Im Jahr Christi 147z. Als St.Peters Kirchlein / so aufder Wallstatt/

k. k. Innrer, Die Schweitz.

da die HH. Thebeer begraben waren/abgebrochen/ und geschlissen/ und deßFundaments Grub auf ein neues auftgethan wurde/ fände man andere Z7.Cörper / deren alle Füß gegen der Son-nen- Auffgang lagen/ welche mitVer-willigung Päpstlicher Heiligkeit SixtiIV. Durch den Weych-Bischoffzu Lo-sanna theils in S- Ursen Münster/theilSauch in der neu erbauten S. Petri Ca-peUen in den C reutz - Altar gelegt wor-den seynd. S. Ursi Heylthum aber /und Gebein / so ein Haubt/ und Füh-rer diser 66. Thebeer wart ob mangleichwohl jederzeit festiglich glaubet/sie seyen zu Solothurn aufbehalten/hatman doch nicht gewüßt an welchem L>rthsie zu verehren / oder zusuchen waren:Und vermeint man solches mit sondermfieiß von den Geistlichen geschehen zu-sein/ damrt diser H. Ursus den Solo-thurnern/ und Grifft/ nicht wie St.Victor gen Genfs/'entzogen wurde.Als aber im Jahr deß Herren 1519.Der Chor - Altar im Münster abgebro-chen worden/ war in demselben einsteinener viereckenter Sarch gesundenmit eysenen Klammeren beschlossen/ aufwelchem eingehalten dise lateinischeWort stunden:

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Als nun das Grab geöffnet wur-de/ waren zweyer Persohnen Leiberoder vilmehr Gebein in Tüchern emge-wicklet gefunden/ deren einer das Hauptgegen Auffgang der Sonnen/ auf des-sen Stirnen ein silberer Ring in formeines Zedcls mit lateinischen Wortenstunde/ also lautend:

Eonüirur boc 8snÄu8 tumulo Itie-

baickus Drürs.

Deß andern Haupt sahe gegen Ni-dergang/ darbey lagen vil Zedel/ dieman doch wegen der Aclte nicht mehrkönte Lesen. Also falten etliche Ge-lehrte ein solches Urtheil darüber/ daßSeveriana ein edle Frau so S. UrsuSbekehrt hette / den H. Ursum heimlichin das Grab/ so sie ihr bey Leb-Zeitenhettt lassen zubereiten / nach seiner Mar-ter habe begraben / und auch befohlen/eben in demselbigen sich Severianamnach ihrem seeligen End zu begraben:Andere vermeinen/ daß vil mehr derander Cörper so bey S Urso erfunden/seyen die H. Gebein S- Victors/undseye der jenige zu Genff allein einerauß den Heiligen 66. Thebeer / daßwir lassen verbleiben.

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CaprII wirdncu erbaut/Und;/. H.Lcibcr gc.sttndr«.

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