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Von der H Jungfrau / und Marterln Verena.
ihren Beruff grösser mit etlichen Wun-der-zeichen : Dann es kamen abermah-len vi! Krancke/ und Presthaffre/Blin-de/ und Lame zu ihr/ denen war siemit ihrem Gebett behrlfflich / und hey-lete sie. Einsmahls begab sich / daßMachet ein ein arme Fransn ihr käme / die trügeEhren Sohn auf den Achseln / weil erAud Blind / und Lam war/ legte denzuih-ren Füssen/ sprechend ; 0 du heiligeIungftau/ ich bitte dich durch die Lie-be deines Gottes/ du wollest dochbey ihm erwerben / damit meinem Sohngchoiffen werde. Da Antwortet dieHeilige Verena sittiglich / was begeh-rest du daß ich ihm helffe ? die Frauaber; Ach daß er sehend werde/ undgehen könte/ dann ichs die länge nichtmehr herum tragen kan. Da wurdedie Heilige Jungfrau zu grossen Mit-leyden beweget/ erbahrmet sich ihrer/' und nach dem sie die Frau wohl getrö-stet/ tratte sie beyseits / legte sich mitaußgespanten Armen auf die Erden /' bittet GQtt flehentlich um Besserung/und Gesundheit deß armseeligen Kinds:welche G0tt abermahl ihres Fürbittsgnädig bewehrt / sintemahl dem Kindsein Gesicht gegeben / und hat aufrechtaufden Füssen angefangen zugehen.
Da Sie aber bey Coblentz auchgrossen Zulauffund Ubertrang von denKrancken / und allerhand Anligen leyrdenden Leuthen hätte / wegen ihres hei-ligen Lebens und guten Mohns; ge-dachte sie von bannen zuziehen : und indem sie von Coblentz verreisere / erreich-te sie ohngefähr den Flecken Zurzach;dann Sie berichtet wurde / daß Chri-sten da seyn / und die Christliche Reli-gion werde allda ungehindert geübet.Eben da fände sie ein Kirchen (zuEh-,renderallerheiligisten Jungfrauen/ undMutter Gottes Mariä erbauen) wel-che sie andächriglich besuchte / und ge-dachte/ weil sie von weiten Landen da-hin kommen / ihr Vatterland/ und al-les verlassen / also einig / und nunmehrlang in den unbekanten Landen umhe-ro gezogen; ES wäre allbereit Zeit/einOrth zu erwöhlen / in dem sie ihre» Pil-gerschafft ein End erreichen möchte; deß-wegen sie Gott den Allmächtigen treu-lich hatte / wann es zu seinem Lob / undEhr/ auch ihrer Seelen Seeligkeit die-nere / wolte ihr die mitte Gnad erzeigen/daß sie diß Orths ihr Pilgerschafftvoll-kommlich / und in Gnaden ende. Nachvollbrachtem Gebett/ käme eben einPriester in diese Kirchen / sein Gotts-dienst da zuverichten/ und die heiligeMeß zuhalten ; da trüge.S. Verenaein Gefäß mit Wein in ihren Händen/und wartet biß zum End deß Gotts-
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nach Zur,jach.
Nimmt KVcttnamikisich/ver,trauet ihrfein aantzE>außn>r».
Z« Znr;achwar,chvnder Chri sitz»cheCarholi»sche Glaub/und einPriester.
diensts / opfferte den Wein bey dem Al-tar aus/ bettet mit grossem Verlangen /damit sie an diesem orth bleiben keilte!'
Auß Göttlicher Vorsehung / nach volrlenter Meß / gieng der Priester zu ihr /fragte woher sie kommen ? und auß wasUrsachen sie in diesen Landen wäre ?weil er sie gleich für ein Außländischeerkennt; Ja Ehrwürdiger Herr sagtesie: Ich bin auß ferrnen Landen hieherkommen/ auß der Statt Thebäa/ diein Egypten ligt; Die Ursach aber mei-nes Ankommens ist / daß ich bin einBlutsverwandte deß heiligen. Moritzender Thebäer obersten / beyneben binich auch von Christlichen Eiteren geboh-ren/ mit dieser Legion über Meer gezo-gen/ die heilige oerther zu besuchen/und zu verehren / und so es Gott gelie-bet hätte / die Marter - Cron zu erlan-gen : Weil es aber dem lieben Gottanders gefallen / und nicht nach mei-nem Wunsch / und Begierd ergangen /so bitte ich gantz demühtiglich/ ihr wöl-ket mir günstig gestatten allhie GQttzu dienen biß zum Abschied meiner See-len. Darauffantwortet der Priester:
Ist diß euer Gemüht / und Willen / denihr mit dem Wille» Gottes vereiniget/ihme/ und seiner geliebten Mutter Ma-riä zu dienen/ so verbleibet bey mir /umder LiebeGotteS /und der Seelige«Jungfrauen Mariä willen / will ick euchsovil M lieb thun / als in meinem gerin-gen Vermögen feyn wird/und euch ge-nügsame Underhaltung zu kommen lasse.
Diß Christlich anerbieten / nähme S. .Verena mit sondern» Danck an / und -verbliebe also bey dem GottfeeligenPriester / lebte in Gottsforcht / und An-dacht / nicht allein wie zuvor/ sonder jemehr und mehr zunemmend. Der Ur-
sachen der benannte Priester ihr alleswas er in seinem Gewalt hätte/ undvermöchte/ zu verwalten übergab; des-sen sie sich emsig auch angenommen /damit der Priester von zeitlicher Ver-waltung/ und Haußgeschäfften befrey-et/ und entlediget/ Gott dem Her-ren desto andächtiger dienete.
Nahe bey dem Rhein wäre ein alte o»p. r-zerstöhrte Statt / vor reiten von denRömern erbauen / welcher Anzeigungnoch heutiges Tags zufinden / und zu se- S- VeraraHeu ist. In diser wäre neben andern be- r>m
wohnten Häusern / den armen Leu- Armm h'iffthen/und sonderlich den Siechenauch einBehausung eingegeben. Weilen danndie heilige Verena je / und allrvegen eingrosses Mittleyden zu den Armen ge-habt / und ihnen bestes Fleiß zu hülffkommen / nickt allein mit Gut / undleiblicher Fürsehung / sonder Morde-test auch mit ihrem Ekbett / und Gott-
seeli-