Abt/und Beichtiger. Lz
zogen/ und erlahmet/ daß er nicht ge-hen vermochte; das Angesicht verbrent /die Augen mit Haut/ und Fleisch der-maßen überzogen/ daß es ein abfcheu-en zusehen geweßt. Diser würd mitseiner Eltern Hilft/ nach Rom geführt/erlangte allda vorige Leibs - Kräftten /jedoch verblibe er Blind. In dem eraber von Rom wider anheimisch war /zöge er zu S. Gallen/ wird da an ei-nem Sokitag in der Metten bey Nacht /mit dem Schlaff überfallen/ sihet einGesicht als wurden zwey feurige PfeilvomAltar abgeschossen/ so ihme in sei-ne Augen abgiengen / erschracke absol-chemGesicht/ sienge anzufchreyen/undfielezitterentzuboven ; als erlang aufder Erden umgewaltzet / ist das Fühlwelches über seine Augen gewachsen /gleichsam wie mit einem Messer geöff-net/ und abgefallen / darum er sich deßwidergebrachten Gesichts erfreuet / undmit der Zeit seynd ihme die Augen alsorein/ und lauter worden/ daß keinMangel mehr erschinen. Es hätteihme/ wie glaubwürdig/ S. Petrusder Apostel/ durch seyn Gebett von al-ler Äranckheit erlösen können/ aberauß Göttlicher Fürsehung ist es gesche-hen / daß der H. Gall mir solchem neu-en Wunder der Apostel Thaten ver-glichen werden solte / und dardurchdises männiglich erkenntte.
Am Nachfolgenden Sonntag istbtumm / ein Stumm / und Hörloß Mensch / vi-vndHörloß. ix« Brudern diß Orths wohlbekannt /nach Gewohnheit in das Kloster kom-men/ in der Metten übernacht gelie-hen/ und mit einem starcken Streich zuBöden gemorsten worden / wie solchembald vil Bim auß dem Mund/ undOhren außgestossen/ ist er alsobald wi-der zu Gehör/ und Sprach kommen.
,4 Einer - K loster - Jungfrau Costan-kahm,Alo- tzer Bischthums / ist ihr Arm dermassenßtr,Kling- erkrummet/ daß sie dessen kein brauchMhr haben könte; als sie aber in demKloster bey deß H. Galli Grab/ gerbetten / würd der Arm wider starck/und Gesund.
- Einer wäre so Krumm / und Lahm/
daß er niergents für sich selbst gehenKrumm/ möchte / Diser wmd von den seinigen«nk> Lahm. ^ deß heiligen Galli Grab geführt /und wann er under Tags sich in derKrufft bey dem Grab/ nidergelegt/ister Abends wider in die Herberg ge-führt worden: Diß geschahe etlichTäg/endlich als ein Ordens-Priester mderKirchen / nicht fettn von dem Lahmen//Meß gelesen / und ausser ihrer beedenniemand in der Kuchen war/ würd
der Kranck urplötzlich von GOtt/ durchdes heiligen Galli Verdienst/ erhöret;fangt an mit unordenlicher-Stimme er-schröcklich zufchreyen/ daß der Priesterhefftig über dem Altar erschracke / undwie er oft hernach bekennet / förchtete:da er um sich schauere/ und niemandbey sich gehabt/ höret er-in dem/ daßdie Glider des Lahmen sich erstrecken/und die erkrunnme Bein/ wie dürreStecken von einander krachen / kehretund wendet sich vor Angst hin - und He-rs/und ersihet endlich den/welcherKrumm/ und Lahm geweßt/ Gesundaus der Krufft wider herauß gehen /welcher alsbald so starck worden/ daßer ohne Verhindernuß der Schwach-heit alle Weeg/ und Steg gehen könte.
Ein reicher / aber krancker Mann / r§.
hätte ein gantz Jahr solchen Widerwil- Von umlen zum Essen gehabt/ daß er zu Er- A/"langung gehabter Gesundheit nichts " 'niessen/oder behalten möchte. Er würddeßwegen in des heiligen Galli Klostergeführet. Nach langem Gebett/ undSeufftzen/ empfangt er von dem Prie-ster das Hochwürdig Sacrament/ da-rauf erlangte er wider ein rechten Lustzu Essen/ dancket GOtt/ und demH. Gallo/ geht Gesund nach Hauß.
In disem Kloster war under an-' 17-dern Schul-Jüngern ein Knäbleinvon bedürftigen Eiteren gebohren/ a- ZMGwbber in dem Fleiß zustudieren emsig / ein Knabwelchem auch die Eltern zufrühe ent- Mm,.angen/ daß er sich mit seiner Handar-eit erhalten müßte/ liesse aber vomStudieren nicht nach. Der erkrank-te hefftig / daß er auß langem ligen aufeiner Seiten gantz geschwürig/ unddardurch so Elend worden / daß er oh-ne andere Hilff kein tritt zu thun ver-möchte / bey ihme wollen auch die Leibs-Artzneyen nicht Fruchten / daß män-uiglich an seiner Gesundheit verzagte.
Da läse der Custör diß Orts den Staubbey S. Gallen Grab zusammen/ anSt. Gallen Feyrtag/ vermischte von'der Ampel daftlbsten Oel darunder /und salbte den Schmertzen des Kna-bens damit / folgenden Tags wurde erder Geschwür ledig / und gantz Gesund.
Der Ursachen/ und zuGedächtnußdererlangten Gesundheit / hat er demHeiligen die Tag seines Lebens ge-dienet.
Es käme ein armer Jung in dasKloster zubetten / welcher fein Bruder/ Stummder lang Stumm gewesen/mit sich brach- gr-te. Als er deß heiligen Galli Grabbeynahe!/ sihet er ein Priester alldaMeß halten/ erwartet deß End / und
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