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Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen; oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einem Zusatz von dem Heiligen Maryrer Fideli, und der Feyrlichen Enthebung des Seeligen Bruder Clausen, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen, und Seeligen / <<seu>> Paradisus Sanctorum Helvetiae florum zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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Von dem heiligen Magno/ Abtv und Beichtiger. 95

seinen Tugenden / und Verstand/daßihn GOlt noch grösser machen wolle.Dann Magiius zu Teutsch / Groß lau-tet / deßwegen er auch MagnoaldnsWird klo. genannt war. Miller Zeit vertraue-,irr ruier. ^ her heilige Columbanus Magno dieKellerschlüssel / machte ihn zum Keller.Es begab sich aber/ daß Magnus umEisenzeit/ ein jünger« Sonarium miteiner Kanten in dem Keller schickte /Bier zulassen; in dem er aber dasBier in die Kanten lasset/ und denZapffen bey sich in der Hand behielte /ruffte ihm Magnus / welcher aus Lie-be deß Gehorsams / alles stehen lassen/Mnderge. und S. Magno zugeloffen. Als aberC. Tnal Magnus deme gesagt was zusagt fragteverdienst. er Sonarium/ was er mit dem Zapftenin der Hand thäte ? Sonarius erschricktsehr / und weil er meinete das Bierwäre alles ausgelosten / läufst er demKeller zu / findet die Kanten übernRaufst voll / als ob die Kanten mit ei-ner schönen Cron geziehret wäre / eswäre aber nicht ein Tropfstein auf dieErden kommen. Sonarius da er di-ses vermerckt / liesse wider freudig zudem heiligen Mangen / fiele ihm zu Fuß/erzehlet ihm was im Keller geschehen.Magnus gteng mit einePriesterWinia-co auch in den Keller befände wie es So-narius hätte angezeigt. Dise zweenzeigten das Wunder S. Columbanoan / und schribens seiner Heiligkeit zu.Aber Columbanus sagte: Liebe Bru-der / diß Wunder ist nit meinen Ver-diensten/ sonder Magnoaldi Gebett /und Gottsförchtigem Leben zuzumes-sen ; daraus fiele Magnus Columbanozu Fuß / spräche mit grosser Demuth :Vatter laß solche Wort/ und Gedan-cken nicht aus dem Mund / und Her-tzen. Aber Columbanus befähle ihm-»schweigen / sagte: ich hab ein EngelGeltes dir sehen vorgehen / als duSonarium forderste/ welcher das Heil.Creutz über die Kanten gemacht / daßsie nicht übergelofsen / wie du selbst ge-sehen ; deßwegen du billich Magnus /das ist Groß/ von dem Brüdernge-neunet wirst.

c,x. r. Als Sigebertus König in Franck-reich erstochen worden / und sein SohnHildebertus gestorben / theileren Hll-debertizween Söhn das Reich/ Lheo-doricus bekam Burgund/ TheodoberrE. Mag. tus aber Austrasiam. Lheodoricusn!il8"§n. liebte Columbanum sonderlich / er-lumbanaiis freutte sich/daß ein so GottseeligeFranck. Gesellschafft in seinem Reich wohnete.reich venri, aber Brunechildis die alte Köni-gin/ Thcodorici Großmutter / ver-merckte daß Columbanus den Königzu keuscherem Leben anmahnete/ vonden Kebsweibern zulassen/ und sich in

den heiligen Ehestand zubegeben; da be-sorgte Brunechildis thr Pracht/ undMeisterschafft/ so ferrn diß geschehe /müßte sich bald enden / und sie von Hofausgefertiget werden. Beflisse sich /und überredte den König/ Columba-num mit Gallo/ Magno/ und etlichenandern Brüdern zu entlassen/ und ausdem Reich/ und Kloster zuschaffen.Also begaben sie sich auf den Fluß Li-garim schifften nach Turon / allda deßheiligen Martini Bischoffen Grab zube-fuchen/ und ihrer Andacht auszuwarten.Von dannen kamen sie zu dem KönigClothario / oder Lothario / ChilpericiSohn / welcher dise gern hätte beysichbehalten. Aber der heilige Columba-nus wolle nicht bleiben/ grösser« Haßder Königin zuvermeiden. Von Clo-thario kamen sie zu Theoberto/ welchersie freundlich empfieng / und in seinemPallast beherbergte. Da kamen nochetliche Brüder von vorigem KlosterLuxovio zu Columbano / <0 Brunechil-dis Verfolgung entgangen; deßwegenKönig Theodebertus dem heiligen Co-lumbano und seinen Mitgefährten er-laubt / in seinem Königreich ein Qrthund Platz für ein Kloster zu erwöhlen.Da kamen sie an den Züricher See/dadie Limmat etnsiiesset/ in ein DorfsTucconia/ Tücken genannt / wohnetenallda ein kleine Zelt / weil sie Glaubenshalber vertriben wurden. Von dan-nen zogen sie gen Arbon/ und Bre-gentz/ was sich da verlosten / ist in vor-gehendem Sanct Galli Leben zufin-den. Einsmalö schickte S. Colum-banus den Magnum Apssel zusuchen /als vil ihnen den Hunger zustrllen von-nöthen wäre. AVer er fände bey denApsteln ein Bären/ welcher die besteApstel für sich gelesen/ und gefressen /Magnus entsetzt sich; bezeichnet sichmit dem H. Creutz/ und auß geheißdeß Vatters Columbani / geborte Mag-nus dem Bären/ er solle mit einemtheil Apssel zufriden seyn / machte nureinem Stecken durch die Hecken / undStauden em trich/ und Zjhl/ daß äde-rig solle er seinem Vatter/ und Brll-dern lassen. Der Bär ließ sein Ge-sicht/ auß Gehorsam zu der Erden /lasset Magnoaldum seine Apstel aufle-sen / und heimtragen. Warde auchhernach wahrgenohmeu/ daßderBär/so lang dre Heilige da verbilden/ seynZihl niemahlen übertretten. Übervrer Tag schickte Gorr seinen Dienerenvil Vogel/ von denen ficnge Mang /und andere Brüder mit den Händen /daß sie z. Tag zu Essen härten; denübrigen grossen Haussen urlaubte Mag-nus wider wegzufliegen / und ist auchgeschehen.

Wie

Die Heiligeziehen hin/und her /kommen anZüricherSee / undgen Brr,gentz.

Wie S.Mang dieAM mikein- » Bäreabgetheilt.

Vogel kam«m-ii häuf.femvaß ,ürdas Klosterzu feinerDienerAulen,'hak.Haltung.