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Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen; oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einem Zusatz von dem Heiligen Maryrer Fideli, und der Feyrlichen Enthebung des Seeligen Bruder Clausen, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen, und Seeligen / <<seu>> Paradisus Sanctorum Helvetiae florum zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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Abt / und Beichtiger. 97

Mann sende/ und den BZeeg weise/ tzen/ damit wir solchem Unheyl entge-wo sie das heilig Evangelium predigen hen mögen. Darauf der heilige Mag-sollen / damit iht Mühe/ und Arbeit nus: der Herr ZEfus Christus hatnicht vergebens seye. Den andern solchen Gewalt/ das vergiffte Schlan-Tag da sie wider ihrem Gebett obla- gen / und Lindwürm werden müssen hie

gen/ und GOttum glückliche Reiß/ abweichen/ gleichwieWölff/ Bären /

und ein Weegzeiger bitten wolten/auch und andere Thier/ ja Würm/ und

dem H. Gallo abgnaden; wäre dem Schlangen / auch der leydig Leuffel

heiligen Magno in der Nacht durch ein sechsten auf andächtig Gebe« meines

Gesicht geoffenbaret / daß GQtt wolle/ seeligen Lehrmeisters Galli / auß seiner

sie sollen von dannen ziehen/ und sei/ Wildnuß / und ausserwöhlten Woh-

nem Bestich nachkommen ; es werde nung haben sich packen müssen / ein-

auch an einem treuen Geleitsmann nicht mahl müssen wir hier über Nacht bleü

manglen/ danu um den Mittag käme ben. Magnus spräche derhalbenbey S. Gallen Tozzo ein frommer Pries Theodors zu/ er solle G-Ott helffen

y- sier an/ so auß dem Algöu S. Galli Bitten/ daß diser Platz von solchem

lichte? ^ab zubesuchen/ verreißt/ hätte ein Unziffer gereiniget werde/ dann ihme

WO M brennende Kertzen in der Hand / weis stehe zu/ Visen Drth zubauen/ undzu-

rinerKer, che bey Nacht sich selbst anzünde / und bewohnen. In dem sie noch im Ge-

dem Lozzoni durch den Weeg leuchte- bett lagen / käme ein abscheulicher / sehr

te/ so noch von Wind/ noch von Un- grosser Wurm Boa ( weil sie Kühe /

gewitter wurde abgelöscht/ aber gegen und Schaaff auf einmal verschlucken

Lag selbsten Außgieng/und an Wachs könnten ) genannt: Tozzo alsbald er

sich gantz nicht verzehrete. Sagte / dessen ansichtig/ entwiche er mit jenem

er seye durch Göttliche Offenbahrung so erleuchtet worden zu einem Baum/

ermähnet worden / S. Galli Begräb- auf deme sich zuversicheren. Weil as

nuß in Visen Landen heimzusuchen / und ber Theodorus noch dem Gebett auß-

die Diener GOttes/ welche in seinem gewartet/ gierig der heilige Mang dem

Vatterland willens den Christlichen Wurm entgegen/ machte ein Creutz

Glauben fortzupflantzen / zubegleiten. wider den / hätte ein Ckeutzlein am

Dise empfiengen/«abhielten difen Gast Hals/ des heiligen Galli Stab in den

gar freundlich/ Und morgens als S. Händen/ und gebotte dem Thier/ daß

Magnus/ und Theodorus ihr Gebett es sich niderlegte/ und von dem Teuft -verricht / nahmen sie von den Brüdern fel/ welcher in rhm wohnete / zerrissen

Urlaub / und reiseten mit dem Priester wurde / schlüge es mit dem Stecken auf Bringt ein

Tozzone nach Bregentz; underwegen den Kopff/ da zersprung der Wurm / UE

S. Mang. aber begegnet denen ein Blinder um sichle nider/ und starbe. Andere

Aachen ein Almusen sie ansprechend: deme S. Würm aber/ und Schlangen/ so hins

^unoen ie- Magnus antwortet: Ich bin zwar un- und hero in der Statt waren/ cntwi-

würdig dre Wort S. Petri deß Apo- chen von Stund an/ daß keiner mehr

stels zusprechen/ Silber/ und Gold gespährt ward. Da verbliben die

hab ich nit / aber »m Nahmen meines heilige Männer acht Täg / sagten GOtt

Herrn thue deine Augen Auf; da mach- Danck für erzeigte Genad. Als-diß

te S. Magnus von seinem Speichel ein der Priester / und wider sehende Mann /

Salb/ beftriche des Blinden Augen war genohmen/ stigen sie vom Baum

darum/ da flösse vil Bluts auß seinen herunder/ und stehlen St. Magno zu

Augen/ darauf wäre er sehend/ sieh- Fuß. Den dritten Tag hernach/als Bosegcister

le alsbald zu Füssen/ unddancketeihm/ Theodorus/ und Magnus ihr Gebett

sprechend : Billich sollest du Magnus/ andächtig bey Nacht vollbrachten/ wa- jremnTor»

das ist/ Groß genennt werden / dann re ein groß Geschrey / und Heulen von roni mer,

Groß seynd deine Werck. Zöge mit den Teufflen in den Lüfften gehöret / A»/ .

ihnen in frembde Land. welche sich beklagten / daß sie schier gantz U x»nd

von dannen verjagt/ und vertriben- geführt.e,p. 7. Nach wenig Tagen kamen dise vier ren; verhielten es mehrer theil TozzosKomtM gegen der Statt Kempten/ da fragte ni dem Priester / mit Bekrohung/ jh-

ri! Magnus Tozzonem den Nahmen diser me es mit Schaden Mergelten / weil

v'n. ^ ^ Statt/ und Wassers. Antwort ih- er Visen Heiligen in dise Land Anlei-me Tozzo / die Statt were Kempten / tung gegeben. Der Priester erschra-

der Fluß Hylara/ die Statt aber ha- cke/ machte das H. Creutz-Zeichen

be keine Innwohner / weil unsäglich vil für sich / käme zu den Heiligen als sie

grosse Würm / und Schlangen darin» dem Gebett oblagen ; dise erworben so

seyen/ und so einer da über Nachtbli- vil bey GOtt dem Herren/ daß das

be / werde er von denen vergjfft / ver- Gespenst/alles Unziffer/ und Teufte! von

zehret/und zerrissen. Deßwegen noth- dannen müßten/ und die Statt/ und

wendig daß wir unsere Füß weiter se- Gegne um Kempten/ Still/ Sauber/

k. k?. Murer-Die Schweitz. N UN-