Buch 
Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen; oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einem Zusatz von dem Heiligen Maryrer Fideli, und der Feyrlichen Enthebung des Seeligen Bruder Clausen, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen, und Seeligen / <<seu>> Paradisus Sanctorum Helvetiae florum zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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IO4 ' Von dem Heiligen Pirminio /

S. Pirminij neben ihm / aufrecht auf thum in einen guten Stand gebracht /den LMderstucken deß Bodens stehen/ und alle Sachen wohl angeordnet hät-als hatte ihn der Heil. Mann in einen te/ name er einen freundlichen AbschidLeim oder Wachs gesteckt. Von fol- von den seinigen / und zöge / inchem Beschicht erschracke der Papst / dem Nahmen GOTTES/ demund wäre bewegt/ daß erS. Pirminio Leutschland zu in das Turgöu / und(nach dem er von dem Gebett widerum mit etlichen Brüdern / und Gefährtenausgestaubt) zu Fusse sichle ihne umVer- käme er gen Pfungen / under Winder-zeihung batte / und sein weiters Be- thur an der Töß gelegen / da der Her-gehren fürzubringen/ gnädiglich/ und bog Godfrid von Schwaben Hofhielte,freundlich erlaubte. Hierauf hat S. Wohnet allda mit deß Hertzogen GunstPirminius mit dem ankommenen Land- und Willen ein Zeitlang an dem Berg obvogt Sindeslao/ Ihrer Heiligkeit dem Pfungen/ in einer Wilde bey einemPapst mit villn Worten/ und Umstän- Brünnlein/ so noch heutiges Tags S.den eröffnet / in was elenden Stand Pirminij Hoffstatt; und Brunnen heis-in Franckreich / und Leutschland die jet. Der H. Mann Gottes verkün-Christliche Religion / und Glauben digte ohn underlaß den umligendenstunde / welches den mehrsten Theil Völckern das H. Evangelium/und be-aus Mangel frommer / und eyfferi- stättiget solches mit vilen und herrlichenger Bischöff / und Seelsorger herkä- Wunderzeichen / die weil er aber starckme; es seye auch zubesorgen / so nicht die Laster der Menschen straffte / so er-Jhr Päpstlichen Heiligkeit höchsten weckte er ihme bey den Sondern / undFleiß ankehre /^ daß noch argers her- Meltkindern / einen grossen Neyd / undaus erfolgen mochte. Ab dtfer Rede Haß / also daß er nach deß Hertzogenwarde der Papst nicht wenig erschro- Gottfriden Todt/ von Pfungen ver-cken / vermeinte sein Saumseeligkeit triben ward/ wie solches alles ein altewäre ein Schuld difes Übels / befähle Reichenauische Chronick / Stumpfiusderowegen dem heiligen Pirminio das in Chrom Helvet. 405. Z50. und derPredkgamt mit Eyffer bald anzutret- Hochgelehrte Mann Gutllmannus imren/ und die Kilte Hertzen der Chri- 1. Buch / cap. 15. Oe keb. I 4 el. be-sten mit dem Feur der Liebe / gegen zeugen. Solche Verfolgung name derGOtt dem Nächsten anzuzünden/ und H. Pirminius mit Gedult auf/ tröste-in dem Glauben zu underrichten / und te seine Mitbrüder/ deren er bey vier-zustarcken. Sindeslao aber befähle er tzig solle gehabt haben; zöge dem Rheindie Bottschafft zu dem König Theodo- zu / da Sindeslaus wohnete / und Hof-rico m Franckreich/ mitsamt Uberschi- Haltung hätte/ und zeigte ihme an /ckung etlicher Sendschreiben ein Ver- wie es ihme bißhero ergangen wäre.sammlung der Bischpssen in seinem- Sindeslaus als ein Landvogt diferuigreich zubeschreiben / und sie zu der Landen/ in Nahmen der Cron Franck-Reformierung / und Vermehrung deß reich/ empfienge den H. PirminiumChristlichen .Glaubens / und Kirchen freundlich/ als einen grossen Freundzuermahnen. Zu dem ende wolle er Gottes / und Gevattern ( dann er ih-ihnen den Heil. Pirminium / als ein me einen Sohn auß dem H. Tauffge-Haupt fürsetzen / dessen Rath / und hebt hatte / und ist wohl gläublich/daßAnleitung sie folgen sollen/ der König Sindeslaus den H. Pirminius zu Pfun-Theodericus in Franckreich / nach em- gen offt besucht / und seine Predigen /pfangner Bottschafft/beschribe bald die und Wunderzeichen angehört habe /Bischöff/ und befähle ihnen / daß sie dann das Schloß Sandeck 7. Stundden Gesandten deß Römischen Stuhls/ von Pfungen liget) er bewilligte ihmalle Ehr beweisen / und alles / so zu auch bald ein Orth/ uud Wohnung zu-Widerbringung deß Christlichen Glau- erwöhlen/ die ihme zum tauglichstenbens / und der Seelen Heyl dienete / wäre / auf daß beyde liebhabendeneben andern heylsamen Satzungen be- Hertzen/- nahe bey einander woh-rathschlagen / halten / und in das nen möchten.

Merck richten sollen. Hierauf dann

in Franckreich nicht wenig Nutz / und Als nun der H. Pirminius denFürderung deß Christlichen Glaubens RheiN/ und Undersee be,chauete/ saheerfolget were. Der Heil. Pirminius er ein wilde Jnsul mitten in dem Was-aber zöge nach verrichten, Befelch / in. ser ligen/ begehrte dieselbe von Sin-sein anbefohlen Bischthum sich zu der deslao zu einer Wohnung / uud ver-Reiß/ und Predigamt zubereiten / der meinte sie dienstlich zufeyn/ das LobSindeslaus aber in das Teutschland Gottes allda zu verrichten. Sindes-auf sein Vogtthey / deß H. Apostels laus aber/ der die Gelegenheit diseszuerwarten. . Orts wohl wüßte/ antwortete ihm :

Nachdem nun Pirmmius ftin Bisch- daß dise Jnsul der Schlangen / Krot-

ten /

S- Pirmi-nius komtin Leukch-land-

Predigt .

Er kommtzu Sinves«lak

L-lp. 4.