Buch 
Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen; oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einem Zusatz von dem Heiligen Maryrer Fideli, und der Feyrlichen Enthebung des Seeligen Bruder Clausen, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen, und Seeligen / <<seu>> Paradisus Sanctorum Helvetiae florum zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
Seite
105
JPEG-Download
 

Bischofs/ und Beichtiger. io§

ken / und grausamen Wurmen ein Ho-le/ und Wohnung seye/ und derLUfft darin« also vergifft/ daß keinMensch allda wohnen dörffte. DerH. Pirminius sagte darüber: das Er-dereich ist des Herren/ und was da-rinnen ist; Es sagt auch Christusder Herr: Mir ist geben allen Gewaltim Himmel / und auf Erden. Erhat auch seinen Außerwöhlten Gewaltgeben/ über Atteren/ und Basiliskenzuwandlen/ und auf den Löwen/ undDrucken zutretten. Sindeslaus wardaber diser Red bewegt/ befähle baldein Schiff zubereiten/ und in die Jn-sul(so die Au/ jetzt die Reichenau ge-E. Pirmi, nennt ) zufahren. So bald aber S.M schiffet Pirminms in die Jnsul getretten/rich-und'^ v!r lere er ein höltzin Creutz ( als ein wah-treibk Es res Sigfähnlein wider alles Gifft) inUntiffer. der Jnsul auf ; hatte G-Ott um Gnadund Beystand/ damit die Jnsul vondem Unziffer erlediget wurde. NachVollendung deß Gebetts / da habensich gantze Scharen der vergiffteu Thie-ren/ und Würmen zusamen gerottet /sich in die Fluchtbegeben/ und die Jn-sul sämtlich verlassen / und ist ein sogrosse Zahl/ undMänge deß ttnziffersgesehen worden/ daß z. Tag/ undNacht der See / dardurch sie geschwum-men/ gantz bedeckt war / und darnachvon keinem Menschen mehr gesehen wor-den. Von diser Zeit hero / hat mandergleichen Würm/ und Thier nimmergespürt/ und ob schon etwas derglei-chen gespürt worden - doch niemahl ge-hört / daß sie einem Menschen oder Viehein Schaden zugefügt haben. Eshat auch der H. Pirinnmus / durchseinandächtiges Gebe«/ von Gott einenBrunnen erlangt / so sonderlich denenzu der Gesundheit dienet / die mit einemFieber behafft seynd.

c-p. <x. Nach dem nun der H. Pirminiusdie Jnsul Au / (so hernach die Reichen-au/ wegen deß Einkomens/ und Reich-thum genannt worden ) von dem Un-ziffer erlediget hatte; fienge er an/mitHilff der umligenden Christen / diesel-bige zu säubern/ und die unnütze Bäum/Höcken / Stauden / und Dörn außzu-reuten- Solche gottseelige Arbeit /und andächtiges Fürnemmen/ wurdekundt gemacht zweyen HochteurschenFürsten / Verchtoldo Graffen zu Tur-göu/ und Nebi/ welche mitsamt Sin-deslao deß Franckreichischen Land-Vogts im Turgöu / auf Sandeck seß,hasst / Carolum Martelium ( CaroliMagni Großvatter) der ein Fürst zuBrabant/ und Namure/ damahlsGroßmeister/oder Pfaltzvogt deß Kö-nigs in Franckreich/ genennt MajorDomus/rc. durch sondere Bitt bewegt/k. r?. lVIm-er, Die H. Schweitz.

haben / und verschaffet / daß er CarolusMartellus/ S- Pirminio/ und seinenBrüdern die Au eingäbe / und zu demGottsdienst schänckte/ mit Visen nach-folgenden Dörffern ; Marckelsingen,Almenspach/ Klatbrunnen/ Moimat-tingen / Almansmontescurt mit allerZugehör/ darzu auch das KöniglicheDorfs Erffmutingen/ mit Lemh/ undGut/ wie dann der Stifftbrieff heiteraußweiset/ so geben ist im Jahr 724.auf den 25. Slprill. Über das befähleauch Carolus Martellus/ daß der H.Bischofs Pirminius / und Abr der Au /mit samt seinen Brüdern/und Nach-kömlingen/ wie auch die Jnsul/und zu-gehörende Dörffer / in den Schutz / und>Schirm Hertzogens Ludfridem vonSchwaben/und Graffen Bertvaldo N.genommen werden sollen. Nach sol-chem fienge S. Pirminius mit seinenBrüdern an / und mit hilff der umligen-den Herrn/ und Nachbauren zubauenin der Au zu der Ehr Gottes / und LobMarice der Jungfrauen ein Kirchen.Hrerzwischen aber underliesse der heil.Mann sein Predig-Ambr nicht/ son-der ermähnte/ und bekehrte vil Mnschff/schaffete auch grosse Frucht / durch dasExempel seines heiligen/ und unsträss-lichen Lebens/ dardurch vil Volcksglücklich aufferbauet worden / und schetz-ten sich glückseelig/wann sie in sein Ge-sellschafft / und -Orden kommen möchten/wurde auch der fromme Sindeslaus be-wegt/alle seine Erbgüter/ so er um dieJnsul ligend besässe / dem neuen Gorts-hauß/ zu grösserer Ehre Gottes/ undMehrung des Christlichen Glaubens /zu übergeben.

Im Jahr 727. Da jetzt S. Pirmi-muö die Abthey z. Jahr in der Au ver-waltet hätte / und alle fachen so wohlGeist - als Weltliche in gutem Meinen/und Auffgang wareU/ hübe an Theo-debaldus Hertzogs Godsriden Sohnvon Schwaben das Tcutschland znbe-trüben/ und mit den Frantzosen, grosseFeindschafft zuhalrk/ wegen deß Neydsund Hasses / sb er gegen den CarolumMartelium hatte getragen. Zu diser ge-fährlichk Zeit wäre auch der H. Pirnuni-us von Theodcbaldo aus der Jnsul Mverjagt/und zöge mit etliche Brüdern indas Elsässliesse aber an seiner stattEtho-nem einen Mönch / und machte ihneinem Abt in der Au/ der nachmahlsBischofs zu Straßburg ist worden.Nachdem nun der H. Pirminms hinund wider gezogen/ und vil Völckerdurch seine eyfferige Predigen/heiligesLeben / und grosse Wunverzeichen zudem Christlichen Glauben/ Und Buß-fertigem Leben / bekehret / und auffer-bauet hatte / stifftete er uriderdisemoilH Klv-

Landftidö /Bmhoidö-

S- Pirmi»nius bauetdas.Klosterin der An»

S- PirmLnins richtetunderschid«kicheKIüÄrauff.