Buch 
Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen; oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einem Zusatz von dem Heiligen Maryrer Fideli, und der Feyrlichen Enthebung des Seeligen Bruder Clausen, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen, und Seeligen / <<seu>> Paradisus Sanctorum Helvetiae florum zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
Seite
147
JPEG-Download
 

(rx. r.

Des Bischthums Basel. 147

. Nach disem/ als nun Kunegun-hls/ und Mechrundis zwo heilige/lindWoledle Jungfrauen/ mit ihrer MagdVibrandis kranck in das Dörfflein 0-der Hoff Rapperschweyler/ und Her-berg kommen/ und von Tag / zu Tagin ihrer Kranckheit schwächer worden/begehrten sie sich mit den HH. Sakra-menten zuversehen/ welches ihnen ge-ben ist worden ; und hernach alle dreyH. Jungfrauen ihren Geist/und See!in ihres geliebten Bräutigams Handaufgeben. Als sie aber bey ihren Leb-zeiten gefragt waren/ an welchem Ortsie ihr Begräbnuß ausserwöhlten/ ga-ben sie zur Antwort : man solle ihreLeiber auf einen Karren legen / unddarfür etliche Ochsen spalten/ und ge-hen lassen wo sie die HH. Engel len-ken wurden. Wie sie nun wie obengesagt/ gestorben/ auf einen Karrengelegt/ die Ochsen fürgespannet / undfrey gelassen worden / giengen sie ei-ner hohen und grossen Eych zu /' diethäte sich von einander / und empfien-ge die heiligen Leiber/ da hernach einschöne Kirch über ihre Gräber gebauetworden / und GOtt grosse Wunder-werk/ durch der heiligen JungfrauenVerdienst / gewürcket hat. Das Ort

behalt noch den Nahmen von der Eych/und wird genannt Eychsel : das ist(Zuercus fgluris , seelige Eych/ undligt in dem Gerichtszwang der StattRheinfelden.- Die H. Christiansaber ligt in den Gerichten der StattBasel. Dieweil aber Kunegundis /Mechtundis / und Vibrandis nicht inunserm Helvetia/ oder Schweitzerlandbegraben ligen / will ich allhie ihre Wun-derzeichen nicht melden/ und wie sie imJahr Christi 150z. durch den Hochw.Raymundum Cardinalen Tituli St.Mariä Novä Presby. Legaten aufdenReichstag gen Franckfort / in dem heim-reisen von Basel erhebt seynd worden.

Anna Weberin von Basel gebür-tig / und ein fromme Klosterfrau desGottshauß Gnadenthal / S. Francis-ti Ordens in gesagter Statt/ nachdemsie 20. Jahr an einem Schenckel gros-sen Schmertzen/ und Lähme erlitten /daß sie weder Gehen noch Stehen könn-te/ ist im Jahr Cbristi 1504. durchAnrührung des Haarbandts der Heil.Jungfrauen Christianä / von ihrerLähme / und langwirigem Schmertzenwider Gesund worden.

Von St. Christianä/ Schreibt Christianus Wursteisen in seinerVaßler Chronick / in dem i. Buch / cap. 20. Item von ihr / und denandern dreyen heiligen Jungfrauen/ Schreibt das pi-oprmm osscmw .und ^eLkiooer 8anüarum VirZmum» mir aus der Carthauß Fkeyburg indem Brcyßgöu zugeschickt. V. loäoom I^rw1,M8 8. 5. v. Professor-krlbul-ßeaüs, und endlich auch Carthäuser s Ordens in einemgeschkibnen / und noch ungedruckten Tractat. Item in einem Buch / sozuLüyelin dem Kloster/ Cistcrcer-Ordens Abtey zufinden/ wird ihr Le-ben gelesen» Item besehe auch der günstige Leser das LLcrsriun» Loiorure

^ZrippinD, k. Lrkatäi WmbeurlLarctruüsln» ^rulo s.LccleÜD OoHc§iscie8. UrlulT, sol. 77. öc 95.

V.

8§. L0^^^l08, Lc I.U?Id:i^v8» ^te8.

Von -en HH. Romano/ und Lupi-

cino/ Aebt.

^vn dkx

A'iligtN^l>>gend /

2 ^Upicinus/ und Romanus zwe-^ en leibliche Brüder von ehrli-chen Eltern gebohren / warenvon Jugend auf nicht allein ingrosser Gottssorcht / Andacht/ undunschuldigem Leben / sonder auch infreyen Künsten/ und Studieren auf-erzogen/ und underwisen. Da nunLupicinus als der Aelter/ zu seinemVerstand/ und Alter kommen/ müßteer sich wider seinen Willen/ Verheura-ren. Romanus aber mit dem Heil.Geist entzündet/verachete auch denk. klarer» Die Schweitz»

Ehestand. Als aber ihre Eltern vondiser Welk geschieden/ verliessen siebeyde die Welt mit ihrem zeitlichenGut/und allem was sie hatten/ zogen meinWildnuß/ und Einöde des Bergs Jur-ten/ Jurasseus/ oder Jura gena nt/der die Helvmer von den Sequanis /jetzt Burgunder abtheilt / und an dasWifsiispurger Göu / Berner Gebits /und Rauracer/ oder Vischthum Ba-sel/ allernächst angräntzet.

Als nun Lupicmus/und Romanus einT a an-

z.

Im Jahrs6s drnMatt-