Des Blfchthums Basel. tö-
richten/ sprechende : den Einsidlern/und Geistlichen zimmet nit in der Wild-nuß/ und Klöstern dem Bauch außzu-warten/ und zarte Speisen zu suchen/und zumessen. Ab welcher That /als sich i2. Brüder ärgerten / und außdem Kloster sich widerum in die Weltbegaben / bekümmerte der Verlust ihrerSeelen den Gottseeligen Romanum /aber durch sein Gebett vermöchte erbey GOtr so vil/ daß dise ir. bald wi-derum kämen / Büß thäten / und ihnenein K loster erbaueren allda zu wohnen.Hierzwischen underlieffen dise beydede ÄÜ - Apostolische Männer Lupicinus / und"rn/uich Romanus nit / ihren benachbaurtenDurgiin, Burgundern/Wifstrspurgern/ in derBerner / und Rauracer Landschafftdas H. Evangelium/ und ChristlichenGlauben außzubreiten / und zu verkün-den / und von der Abgötterey zu bekeh-ren ; dann um dise Zeit noch vrl Leuthin Visen Landen gefunden wurden/ sodie wilden Thier in den Wäldern/ dieBäum / Und Höltzer für ihren GOtthielten / und anbetteten. Es erlitten
dise zween H. Brüder vil/ und wen-deten grosse Mühe / und Arbeit an / beydisem groben / und verstocktem Volck /daß umden Jurten/ Leberberg/und inHelvetica wohnete/ bis sie dises Volckzu dem wahren Glauben / und Erkand-nuß Gottes bringen mochten. Deß-wegen sie V0N dem krancilco 6uilliman-nc> üb. i. csp. 15. äe Kebus klelverio-rum> under die Schweitzerische Aposto-lische Patronen / neben andern gezehltworden / dieweil sie in / und an derenGräntzen wohneten.
e,p. §. Demnach nun Lupicinus zu einemhohen Alter kommen / verfügte er sichzu Chilperico König in Franckreich /und Burgund / so damahls in der StattJanuba wäre; Als nun der H. Lupi-cinus zu der Statt - Porten eingieng /erschüttere sich der Königliche Sessel /darinnen er bey dem Essen fasse / da-rab der König erschracke/ und vermein-te es hätte sich ein Erdbidem erzeigt /und die Erden bewegt; weil aber dieumstehende Hosieuth nichts empfunden/hcsilcht der König bey der Porten zu-sehen/ ob nicht ein frembder Mann vor-handen wäre. Also ward der H. undalte Vatter Lupicinus in einem Beltzallda gefunden / und ist für den Königgeführt worden > deine er sein Leben /und Stand angezecht/ und ihne um einGrifftung/ und Jährliches Einkom-mens an seyn Kloster angesprochen.Der König bewilliget dem H. VatterÄecker/ und Felder/ und andere noth-wendige Sachen/ welche doch der
Lupicinus nit wolte annehmen/ dieweiles seinem Beruff/ und Stand eygen-.thumliche Güter zuhaben / zuwider wä-re. Darauf schenckte gesagter KönigChilpertcus dem H. Lupicino/ und be-fähle ihme / und seinem Kloster aus Kö-niglicher Kammer Jährlich zoo. MuthKernen / und so vil Maß Wein / undhundert Golds-Kronen für die Klei-dung zugeben/welches dises Gotts-hauß noch Jährlich zu empfangen hat/wie man sagt. Wie nun der H. Lu- S- Lupick»picinus von dem König in sein Kloster n«s Mt.widerum kommen / nähme er bald einseeliges End / aufden 2i.Mertzen/umdas 565. Jahr Christi / und war inseines Klosters Kirchen begraben.
Es wäre der H. Romanus des c-x.Gottseeligen Lupicini leiblicher Bruder/und ein getreuer Mitgefährt / und Mit-würcker aller oberzehlten Thaten / ei-nes frommen/ und liebreichen Hertzens/der niemand von ihm ungetrvst gehenliesse / und jederman mit heylfameeLehr / und Ermahnungen freundlichstärckte/ das H. Evangelium den nm-llgenven Benachtbaurten steißig ver-kündigte / vil Nutz schaffte / und auchmit vllen Wunderzeichen leuchtete. Alsaus ein Zeit der H. Romanus mit sei-nem H. Bruder die anbefohlne Klö-ster/ und Brüder besuchen wolre/ undvon wegen der cingefallnen Nacht ineinem Armer leuthen Hauß/ darinnenneun aussätzige Perwhnen wohneten-/seyn Nachlherberg zunehmen gezwun-gen worden/ war er freundlich von ih-nen aufgenohmen/ und gehalten. Da G- Rs,befähle der H. Mann ein warmes Fuß- man mmgkwaffer zubereiten / und herzubringen / ^
und nach einer heytsamer/ und Gott-seelliger Ermahnung / wüsche er allenneun Aussätzigen, ihre Füß/ trockneteund küssete dieselben/ darnach befähleer weitere / daß mann solle ein Bethzurüsten/ darin er samt allen neun Aus-sätzigen schlaffen könnte/ in der Nachtda jederman schließe / begäbe sich ,St.Romanus an das Gebett / rühret dar-nach die Aussätzigen an/ und reinigtesie alle von ihrem Aussatz. Als auchhernach S. Romanus den 28. LagHornung um das 565. Jahr stürbe /war er nit in seinem Kloster/ sonderauß Göttlicher Vorsehung auf einemhohen Berglein ohnferr von dem Klo-ster begraben. Da hernach der All?mächtige GoTT vil Wunderzeichendurch die Verdienst seines getreuenDieners Romani würckte : über wel-ches Grab vor etlich hundert Jahren
ein grosse stattliche Kirchen ge-
bauet ist worden.
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