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Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen; oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einem Zusatz von dem Heiligen Maryrer Fideli, und der Feyrlichen Enthebung des Seeligen Bruder Clausen, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen, und Seeligen / <<seu>> Paradisus Sanctorum Helvetiae florum zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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174 Von etlichen Heiligen /

helliglichSt. Gallum umbringen / S-Columbanum aber geißlen / schlagen /und aus ihrem Land verjagen wollen.

5. Wie nun die HH. Männer ver-merckten / daß sie wenig Frucht an vi-fem Ort aufrichten konnten/ zogen siehinweg/ kämmen zum Schloß Arbonam Boden-See/ und fanden daselb-sten einen frommen GottsförchtigenPriester Willimarus genannt/ der ih-nen ein bequemes Orth in der Wüsten/fo Brigantium geheissen/ gezeiget hat.S. Lolumban gienge mit seinem Ge-fährten Gallo/ und einem Diacono desgesagten Priesters Willimari zu Schiff/kamen in Gottes Nahmen zu dem be-

Capell gehrten -Ort / und fanden daselbsten ein

b Aurr. Capellen in der Ehr S. AUreliagebauet/ welche hernach S- Columba-nuö widerum erneuret / und gebesserthat. Nach Erforschung des Orts /befähle S. Columbanus dem JüngerGallo/ daß er das Volck vom Irrthumder Abgötterey mit heylsamer Lehr /und Ermahnungen zu der ChristlichenReligion / abwenden solte / seytemalihrme GOtt der Allmächtig solche Gnadgegeben / daß er nicht allein die Latei-nische/ sonder auch die Barbarische /und Teutsche Sprach wohl verstund /und Reden könnte/ wie er dann solchesAmt dapsier verrichtete. Also ver-hübe St. Columbanus mit seinen Ge-sellen am Boden-See um Bregenßz.Jahr (wie er auch zuvor in Lucconiaam Züricher See gethan hatte) baueteallda etliche Cellen/ und ernähretensich von ihrer Hand - Arbeit/ biß daßetliche Bürger / und Landleuth sich /wegen Abschaffung der Abgötterey/wi-der die HH. Männer anstießen/ siebey Hertzogen Guntzone zullberlingenverklagten/ 2. Brüder aus ihnen umdas Leben brachten/ und sie aus ihremLand vertriben. Deßwegen begäbesich der H. Columban mit seinen Ge-sellen von dannen / und zöge in Jtüli-am zum Lombardischen König Agilul-pho/ und hinderliesse allda den kran-cken Gallum / mit zween Brüdern Mag-no/ und Theodors aus sonderbahrerSchickung / und Vorsehung G-Ottes.Von welchen dreyen Liechteren Helve-ttä/ in disem Buch an ihrer Stellung/und Oertern mit mehrem gehandletwird. Jetzt aber wöllen wir mit demH. Columbano in Jtaliam/ und seynSterbstündlein anzeigen.

c->p. Wie nun S. Columbanus mit sei-ner Gesellen zum König Agilulpho kom-men / und von ihme ehrlich empfangenworden / bekam er auch Gewalt einOrt außzusuchen in Italia/ da erkom-

lich wohnen möchte. Derentwegen als ^

er ein Zeit bey Mäyland verharrtte / - ,

und den Arrianischen Glauben auß der j

H. Schlifft widerlegte / hat er ein für-treffliches Buch / von der Mrssenschafft /wider sie geschriben. Nachdem kämeein Mann Jucundus genannt / zum Kö-nig / und Columbano / und vermeldet /er wisse in der Wüsten / auf den Ap-pennischen Felsen / ein Kirchen in S. ;

Petri Ehr gebauet / in welcher ( wie l

ers sechsten erfahren ) vil Wunderzei-chen geschehen / auch daß solches Ortsehr fruchtbar/ und reich / an Fischen/und fließenden Wasser ( so von Alters l

hero Bobium / und der Fluß Trebia 1

geheissen ) seye. Dahin begäbe sich ^ ColB'der H. Columbanus mit grossem Eys- bamisba»^ !fer/und Andacht/ findet die Kirchen dasMk ,halb verwüstet/richtet solche wider auf/ Dodium- >bauet mit deß Königs Hilffein Klosterdaselbsten / und als er ein Iah r darinnin grosser Heiligkeit / und Vollkommen-heit gelebt / verschide der H Abt seelig- S-Elich auß disem Jammerthal/ den 21. banM^Tag Wintermonats / um das JahrChristi 6i8. seines Alters bey 90. Jah-ren. Deß H. Columbani Seel / sahesein Jünger S. Gallus dieselbe Stundgen. Himmel fahren. Er war in demKloster Bobio ehrlich zu der Erden be-stattet / und leuchtet mit Wunderzeichk.

Es war S. Columbanus vonGOtt mit grossen Gaaben/ und Gna-den / von Jugend an biß nach seinemseeligen Todt begäbet/ und geziehretgewesen / sonderlich aber mit vielen Mir-raculis / und mancherley Wunderzei-chen. Dann wie Moyses auß demFelsen den Kindern Israel Wasser Her-für brachte/ also thäte S. Columbanauch. Von Himmel herab ist ihm offtdurch Engelische Hand die Speiß zu-kommen. Mit Prophetischem Geistwar er hoch erleuchtet/ und könnte vilzukünftige Ding vorsagen. Die krau-cke Bruder machte er mit der Gehor-same gesund. Als einer under seinenJüngern ihme selbst einen Finger abge-hauen hätte / setzte er ihn lhme mit sei-nem Speichel widerum an. Eines sterr .benden Menschen Seel / hielte er imLeib zu seiner Seelen -Seeligkeit/ nachseinem Wohlgefallen auf. So vil seyegesagt von S. Columbani Leben/ undWunderzeichen. Dann weil er nit überz. Jahr oder etwas mehrs in unsernLanden gewöhnet/ haben wir uns inBeschreibung feines Lebens der Kürtzebeflissen. S. Columbani Leben be-schreibt unser frommer Vatter Lauren-ttus Surius Carthäuser / m dem 5.

Buch auf den 21. Wintermonat / wen-lausstg.

Von

dtp.