174 Von etlichen Heiligen /
helliglichSt. Gallum umbringen / S-Columbanum aber geißlen / schlagen /und aus ihrem Land verjagen wollen.
5. Wie nun die HH. Männer ver-merckten / daß sie wenig Frucht an vi-fem Ort aufrichten konnten/ zogen siehinweg/ kämmen zum Schloß Arbonam Boden-See/ und fanden daselb-sten einen frommen GottsförchtigenPriester Willimarus genannt/ der ih-nen ein bequemes Orth in der Wüsten/fo Brigantium geheissen/ gezeiget hat.S. Lolumban gienge mit seinem Ge-fährten Gallo/ und einem Diacono desgesagten Priesters Willimari zu Schiff/kamen in Gottes Nahmen zu dem be-
Capell gehrten -Ort / und fanden daselbsten ein
b Aurr. Capellen in der Ehr S. AUreliagebauet/ welche hernach S- Columba-nuö widerum erneuret / und gebesserthat. Nach Erforschung des Orts /befähle S. Columbanus dem JüngerGallo/ daß er das Volck vom Irrthumder Abgötterey mit heylsamer Lehr /und Ermahnungen zu der ChristlichenReligion / abwenden solte / seytemalihrme GOtt der Allmächtig solche Gnadgegeben / daß er nicht allein die Latei-nische/ sonder auch die Barbarische /und Teutsche Sprach wohl verstund /und Reden könnte/ wie er dann solchesAmt dapsier verrichtete. Also ver-hübe St. Columbanus mit seinen Ge-sellen am Boden-See um Bregenßz.Jahr (wie er auch zuvor in Lucconiaam Züricher See gethan hatte) baueteallda etliche Cellen/ und ernähretensich von ihrer Hand - Arbeit/ biß daßetliche Bürger / und Landleuth sich /wegen Abschaffung der Abgötterey/wi-der die HH. Männer anstießen/ siebey Hertzogen Guntzone zullberlingenverklagten/ 2. Brüder aus ihnen umdas Leben brachten/ und sie aus ihremLand vertriben. Deßwegen begäbesich der H. Columban mit seinen Ge-sellen von dannen / und zöge in Jtüli-am zum Lombardischen König Agilul-pho/ und hinderliesse allda den kran-cken Gallum / mit zween Brüdern Mag-no/ und Theodors aus sonderbahrerSchickung / und Vorsehung G-Ottes.Von welchen dreyen Liechteren Helve-ttä/ in disem Buch an ihrer Stellung/und Oertern mit mehrem gehandletwird. Jetzt aber wöllen wir mit demH. Columbano in Jtaliam/ und seynSterbstündlein anzeigen.
c->p. Wie nun S. Columbanus mit sei-ner Gesellen zum König Agilulpho kom-men / und von ihme ehrlich empfangenworden / bekam er auch Gewalt einOrt außzusuchen in Italia/ da erkom-
lich wohnen möchte. Derentwegen als ^
er ein Zeit bey Mäyland verharrtte / - ,
und den Arrianischen Glauben auß der j
H. Schlifft widerlegte / hat er ein für-treffliches Buch / von der Mrssenschafft /wider sie geschriben. Nachdem kämeein Mann Jucundus genannt / zum Kö-nig / und Columbano / und vermeldet /er wisse in der Wüsten / auf den Ap-pennischen Felsen / ein Kirchen in S. ;
Petri Ehr gebauet / in welcher ( wie l
ers sechsten erfahren ) vil Wunderzei-chen geschehen / auch daß solches Ortsehr fruchtbar/ und reich / an Fischen/und fließenden Wasser ( so von Alters l
hero Bobium / und der Fluß Trebia 1
geheissen ) seye. Dahin begäbe sich ^ ColB'der H. Columbanus mit grossem Eys- bamisba»^ !fer/und Andacht/ findet die Kirchen dasMk ,halb verwüstet/richtet solche wider auf/ Dodium- >bauet mit deß Königs Hilffein Klosterdaselbsten / und als er ein Iah r darinnin grosser Heiligkeit / und Vollkommen-heit gelebt / verschide der H Abt seelig- S-Elich auß disem Jammerthal/ den 21. banM^Tag Wintermonats / um das JahrChristi 6i8. seines Alters bey 90. Jah-ren. Deß H. Columbani Seel / sahesein Jünger S. Gallus dieselbe Stundgen. Himmel fahren. Er war in demKloster Bobio ehrlich zu der Erden be-stattet / und leuchtet mit Wunderzeichk.
Es war S. Columbanus vonGOtt mit grossen Gaaben/ und Gna-den / von Jugend an biß nach seinemseeligen Todt begäbet/ und geziehretgewesen / sonderlich aber mit vielen Mir-raculis / und mancherley Wunderzei-chen. Dann wie Moyses auß demFelsen den Kindern Israel Wasser Her-für brachte/ also thäte S. Columbanauch. Von Himmel herab ist ihm offtdurch Engelische Hand die Speiß zu-kommen. Mit Prophetischem Geistwar er hoch erleuchtet/ und könnte vilzukünftige Ding vorsagen. Die krau-cke Bruder machte er mit der Gehor-same gesund. Als einer under seinenJüngern ihme selbst einen Finger abge-hauen hätte / setzte er ihn lhme mit sei-nem Speichel widerum an. Eines sterr .benden Menschen Seel / hielte er imLeib zu seiner Seelen -Seeligkeit/ nachseinem Wohlgefallen auf. So vil seyegesagt von S. Columbani Leben/ undWunderzeichen. Dann weil er nit überz. Jahr oder etwas mehrs in unsernLanden gewöhnet/ haben wir uns inBeschreibung feines Lebens der Kürtzebeflissen. S. Columbani Leben be-schreibt unser frommer Vatter Lauren-ttus Surius Carthäuser / m dem 5.
Buch auf den 21. Wintermonat / wen-lausstg.
Von
dtp.