Buch 
Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen; oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einem Zusatz von dem Heiligen Maryrer Fideli, und der Feyrlichen Enthebung des Seeligen Bruder Clausen, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen, und Seeligen / <<seu>> Paradisus Sanctorum Helvetiae florum zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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Des Klosters St. Gallen. 175

Von S. Gallo/ S. Magno / oder schössen zu Costantz / S. Notkero / undMagnoalda / und S- Qthmaro ist hie- S. Wiborada wird hernach ge-vor gehandler / von S. Ioanne Bi- redt werden.

II.

8. 'rNLODOkU^, c^onfclsor.

Von dem seeligm Theodors / Beichtiger

Jalir 700.vdcr 724.

» dkii -8.

Markij.

r. ^D^Heodrus war ein geistlicherSohn St. Columbani / undein gehorsamer Mikgesell St.Galli / der käme mit den ge-sagten H. Vättern / und andern Bru-dern durch vil rauche Strassen/ inTeutschland gen Tücken / Arbon / undBregentz/ allda S. Gallus von einemhefftigen Fieber angegriffen würd; Co-lumbanus aber machte sich mit den Sei-Nigen weegfertig/ in Italiam Meisen.AIs aber St. Gall/ wegen Leibs-schwachheit nicht folgen mochte/ ver-^ liesse er ihme 2. Jünger Magnoaldum/und Lheodorum/ mit /Befelch/ daßsie ihme in allem gehorsamen / und aufdas fieißigiste pflcgen / und in seinerKranckheit auswarten sollen. MitSt. Gallo/ und Mangozoqe Theodo-rus in die Wüsten / und auf den Platz/da jetzt S. Galli Kloster stehet. Wienun St. Gall im Jahr 624. im 14.Jahr seines Einsidlers Standts seeliq-lich gestorben/ verharrtendise 2.Gotr-seelige Männer / Magnus / undTheo-dorus noch 40. Jahr in diser Einöde/welche sie mirler Zeit säuberten / pflantzrten Gärten bauten / Kirchen / undCellen zu ihrer Wohnung / und nah-men auch geistliche Persohnen/ so zuihnen kamen / auf. Denen sie mitHeilig-und Vollkommenheit in grosserArmuth / und Nothturfft.mit Fasten/Betten / Wachen/ und anderen gutenWercken/ weit vorgiengen.

c»i>. e. Als nun das Gottshauß S. Gal-li nach 40. Jahren/ theils verstört /und theils verwüstet war/ zogen Mag-nus/ und Theodorus aus Göttlichemeinsprechen den Christlichen Glauben

weiter außzubreiten/ und zuvredigengen Bregentz/ von dannen kamen siein die öde / und unbewohnte Statt S.Kempten / so von Schlangen / und ^ ^2vergifften Wärmen eingenohmen war. ren-Allda befähle der H. Magnus demGottseeligcn Theodoro ein Wohnung/und Kloster zubauen / den ChristlichenGlauben zupredigen; den Platz/ undStatt vom Unziffer / und giffrlgtn Thie-ren zureinigen / und widerum Wohn-haft! zumachen. Der H. Theodorusverrichtete dises alles mit sonderem Fleißeyfferigen Predigen / stättcm Gebett / -

und strengem Leben. Der H. Mag-nus aber zöge gen Füsseck/ gäbe dem-selben Kloster leinen Anfang / und nachetlichen Jahren ( wie seyn Legenda/ all-hie zuvor verzeichnet anzeiget) starbeer seelrglich. Nach dem Todt desH. Magni führten die zween Fürsten/

Utilo/ und Godefrid einen schädlichenKrieg/ daraus vil Übels/ und Un-heyls um Kempten/ und imAllgöu ent-standen. Darum zöge der alte/und B-Theo,H. Theodorus widerum in seyn Gotts- doniskomkhauß S. Galli / da er mit sondererLieb empfangen/ gehalten/ und seinergepflegt ward. Die äderige Zeit sei-nes Lebens verzehrte er in Beschall-ung Göttlicher Ding/ nähme ein seeli- Cr stirbt,ges End um das 760. oder 724. Jahr /»war zu S. Gallen begraben / und vonmänniglich für heilig gehalten/und ver-ehret z gleichwohl er noch nicht ( so vilbewußt) von dem H. Stull zu Romin die Zahl der Heiligen geschrrben.

Der seelig Theodorus hat S. MagniLeben beschriben/ wie hievor zulesen / und zu finden.

III.

L. UonLclE > donfellor.

Vom Secligen Mon / Mönch / und

Beichtiger.

Im Jahr87 -. drll6,AM.

r. 68)^Son ist von wobladelichen/ und mächtigen/ von seinen Eltern im Klorandächtigen Eiteren in dem ster S-Gallr aufgeopffert worden. AnVV Teutschland gcbohren/undvom Tugenden freyen Künster/ Verstand /Gottseeligen Einsidler Cusebio und Frommkeit übertraffe er alle seinevorgesagt worden. Er war noch ein un- Mitgesellen. Nach dem nun der Prä-schuldjges Kind/ als erGOtrdemAU- lat/ und der Convont zu St. Gallen

sei-