Graffen/ und Beichtiger.
redte der fromme Grass Mangold/ soin Ritter-und Weltlichen-Kleiderndaher tratte / mit Visen Worten an:O Mangolds/ wie wilt du dem zorni-gen/ und gerechten Richter am Jüng-sten-Tag antworten/ daß du von ih-me meinendig/ und abtrinnig bist wor-den ? Er wird zur selben Zeit ernstlichseyn/ der jetzt barmhertzig ist. -0 duarmer Mensch kehre dich widerum / duweist nit wann die Stund über dichkomt / daß du wirst gericht werden. Di-ses gegenwärtige Leben ist hie zeitlich /^anqvl-y das aber hernach kommt ist ewig. Sol-Attsich/ che/ und dergleichen Wort durchschnit-82 » ten Mangoldi Hertz so sehr / daß er sichzu des Graffen Füssen wurffe/ und ihnhatte/ daß er ihme wolte helffen/ undrathen / damit er widerum zu der all-gemeinen Christlichen Kirchen / undzum Orden kommen mochte. Lochbare Mangold den Graffen/ daß erwolre chne bey sich in seinem neuem Klo-ster zu Schaffyausen behalten/ und sol-che Gnad beym Abt zu Stein erlan-gen/ dann er wolle vil lreber^u Schaff-hausen der minste / und geringste seyn /als zu Stein bey der Prälatur sitzen /oder bleiben. Aus solche des Man-goldi Red war der Grass hertzlich er-stellet/ und zweifflete nicht / daß erdise Gnad von dem Abt' zu Stein. leichtlich erlangen / und auf dise weißden betrübten Mangold / und seineArme Seel auß den strichen / undRaächen deß Teuffels erretten möchte.Derowegen rnre der Grass bald genStein zum Abt/ und erlangte Man-golds Gnad/ und Freyherr ihn bey sichzu Schaffhausen zu behalten. AUdaführte Bruder Mangoldus ein strengesbußfertiges Leben mit Betten / Fastk/und hertzlichem beweinen seines Falls/Und nachwenigZeit/ oder Jahren stäc-he er / und war zu Schaffhausen in demGottshauß Aller Heiligen begraben.Zu einer Zeit als Grass Eberhard zuder Metten-Zeitaufstunde/ seyn Gebettzu verrichten/ und für des abgestorb-nen Mangoldi Seel zubetten / erschieneer ihme/ den fragte der Grass: wie esum ihn stunde? und was er für einUrtheil von dem gerechten Richter em-pfangen habe ? darauf der verstorbnegeantwortet: wie das er wäre ewig-lich Verdammt worden/ wann er nitdurch seyn heyl;ames Zusprächen wider- in den Orden gangen / und Büß da-rin» gewürcket hätte. Dieweil ich a-ber spalh widerum die Welt verlassen/und zu der Büß gegriffen / und vil Män-gel begangen/ leyde ich grosse Peynindem Fegfeür / aber gleich wie du michmit deinen heylsamen Worten wider aufden Weeg der Seeligkeit gebracht hast/
k. k. !Vlur«r, Die H. Schweitz.
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also magst du mich mit deinem andäch-tigen Gebett/ und Aemptern der H.
Meß auß dem Fegfeur erledigen / undmit disen Worten verschwände der Bru-der Mangoldus. Als es aber Mor-gens worden / offenbahrete der SankGrass seiner andächtigen GemähleinFrauen Jttädise Beschicht/und wiee-um den verstorbnen Bruder stunde ;darauf sie beyde nit allein mit Betten/Allmusen/ Fasten/ und andern gutenWercken diser Seel zu hilff begehrtenzukommen / sonder befohlen solche auchandern geistlichen Persohnen / daß siesolcher Seel in ihren H. Messen einge-denckt sollen seyn. Ja was noch mehrist/ so stelle der Grass mit seiner Ge-mäßem ein sonderbahre Wallfahrt an/mit andern andächtigen Persohnen genCompostell zu St. Jacobs Grab inHispanien/ auf welcher Reiß sie täg-lich diser verstorbnen Seel eingedenckwaren / und als sie widerum in ihr Land /und Vatrerland kommen/ erschinedemGraffen Mangoldus zum andern mahlin einer Nacht/ da er seinem andächti-gen Gebett außwartete / den fragte derGrass: wie es jetzt um ihn stunde/ und obihme seyn Gebett geholffen hätte ? daantwortet Mangoldus - daß ihme seynGebett vil geholffen habe/und wäre jetztein Kind der ewigen Seeligkeit/dancketeihme auch der crwißnen Gutthaten /und Sorgfältigkeit/ so er seinetwegengehabt hätte. Diser frölichen Ant-wort war der Grass höchlich erfreuet /und fragte weiters: Mein Mangoldssage mir/ ob GOtt auch ein Wohlge-fallen an unserm Leben/ und gutenWercken habe? deme antwortet Man-goldus : ja euer Gebett/ Allmosen /und gute Merck / die seynd GOtt vonder ersten Stund angenehm gewesen /und wie ihr habt angefangen/ also fah-rend fort/ dann euer Thron / den ihrbesitzen werdet/ der wird von eurenguten Wercken je länger je mehr sezie-ret / und mit disen Worten verschwän-de Mangoldi Seel gen Himmel.
Als nun Grass Eberhard 54. Jahr 6»°. 7all worden / hat er sich täglich je mehrund mehr von den weltlichen Geschäss-ten ab / und sich zu den Göttlichen Be-trachtungen. zugewendet. Und weiler von dem Bruder Mangoldo vernom-men / daß GOtt dem Herrn seine guteMerck wohl gefallen/ nähme er ihmefestiglich für die Welt gäntzlich zuver-lassn / seyn Herrschafft seinem Sohnzu übergeben/ und sich mit Le-b/ undSeel in seinem neuerbauten Kloster Al-ler Heiligen Gott ausopffcrn. De-rowegen zeigte der Grass seiner Ge-mähtem an/ wie Mangoldus nun HinsI j 2 für?