Von öer Hiil. Idda/ Gräffin / und Witifrauen. 2§5
Graffen finden wir keinen der Heinrich-enannr war/ dann allein St' IddäEhegemahel / welcher lebte als man zähl-te 1179. Jahr. Das Schloß Tog--enburg aber ist hoch in den spitzen desGebürgs gelegen/ und nut vilen Wild-riussen / und dem Fluß Susenbach um-geben/ welcher Fluß die GraffschafftLoggenburg/ und die LandgraffschastrLurgöu scheidet/ und abtheilet. Lerst-lich ist das gedachte Schloß zerstöretworden / und im Jahr 1469. nut samtumligender Landschafft / in das Fürst-liche Gottshauß St. Gallen durch ei-nen Kauft kommen/ von deme es heu-tiges Tags rühiglich beherrschet wird.So vii von den Graffen von Togaen-burg zu mehrerem Bericht des Lesers.
z. Was nun der H. Jddä Höchzeitbelauget/ so ist kein zweiffel/ sie habeals em rechte Christliche/ und weiseJungfrau mehr auß ihrer Befreunden/und Eltern Rath/ und Willen / dannauß eygner Leichtfertigkeit sich inden H. Ehestand begeben / und mitder Israelitischen Jungfrauen Sara /
j. in der Warheit sagen können: Du weistJ^bä O Herr / daß ich niemahl einen Mann^ begehrt / und daß ich mein Gemüthvon allen bösen Begierden reinbehalten habe. Einen Mannhab ich nicht aus fleischlichem Mutwil-len / sonder m deiner Forcht Meinen/verwillig. t Und gleich wie die Heil.Idda ihren Jungfräulichen Stand rein/und unbefl.chk hielte/ also war sie fol-gents ein unsträffliche Ehefrau/ undhielte ihrem Herren / und Graffen ih-ren ehelichen Glauben/ Treu/ Liebe /und Gehorsam. Wir lesen auch inihrer Histori/ daß Graff Heinrich ihrGemahel/ sein vilgeliebte JungfrauBrautt mit einem köstlichen Gemahel-odcr Braut - Ring verehret habe / deraus theurem Arabischem Gold gemacht/und mit einem fürtrefflichen Stein ver-setzet war / welcher Ring nachmahls diefromme Jddam/ in grosses Leyd/ undGefahr des Lebens gebracht hat. Undwiewohl dise beyde Eheleuth viel Jahrim Ehestand fridsam / und einig lebten/wird doch von St. Iddä Kindern/undErben nichts gelesen/ ist auch zu ver-muthen / GOtt habe sie unfruchtbarerhalten/ dieweil siezn einem höheren/und vollkommueren Stand von ihmebernffen war/ damit sie von dem Mail/Freuden / und allen weltlichen Sorgenabgesondert/ nur GOtt dem Herrenallein in der Wildnuß dienen / und denbessern theil Mariä besitzen solle.
«. Nur» könnte aber die GottseeligeIdda dem Lreutz nicht gar entrinnen/
sie müßte auch so wohl das Wasser derTrübsal / als den Wein der Freudentrincken/ und also in ihrem Ehestanddie Bitterkeit kosten / dann der leydigeLeuffel feyret nicht / dessen Natur / undArt ist böses anzustifften/ und das Gutzu verhindern/damit die Christliche Ei-nigkeit under den Eheleurhen betrübt/und zertrennet werde. Was aber die
alte/ und verfluchte Schlang durch sichsechsten nicht kan außrichten/ daß ver-suchet/ und vollziehet sie durch ihredarzu geordnete Abgs sandren/und Bot-ten. Dessen haben wir ein schönesExempel in diser Hrstort/ wann wirdieselbe recht / und wohl bcdencken wäl-len. Als nun die H. Idda mu ih-rem Herren in grossem Frrden/ undLiebe lebte/ begäbe es sich / daß sie ih-re Klerder / und Kleynodien einmahlan der Sonnen nach WeibischemBraucherlufftete / sihe da schicket der böse Feindund Tausentkünstler einen Rappen/derals seyn gesandter Bott daher flu-ge/ ferne diebische Augen auf der Frau-en güldenen Vermähel-Riug warffe /liesse sich desselben Rings gelüsten / grif-fe ihn mit seinem Schnabel heimlich an/führt denselben hinweg / und verbärgeihn «n seinem Näst/ so lang/ biß end-lich ein Jäger dahin kommen / der indemselben Thal dem Gewild nachgesetzthabe / da hörte er ein ungestimmes/undungewöhnliches Rappengeschrey anfei-ndn Tannenbaum von jungen Rappen.Der Jäger verwundert sich ab disemunnatürlichen Rappengeschrey / steigtauf die Tannen zu dem Näst/ und fin-det darinn den gestohlnen Gemäyel-Ring der H. Iddä. Der Jäger näh-me den Ring/ und stecket ihn mit gros-sen Freuden an seinen Finger/ dardurchgäbe er seinen Mitgesellen einen Arg-wohn/ daß diser Ring der Herrschaft?zugehörig wäre/ durch welchen die Ver-mählung ihrer Frauen/ mit dem Her-ren geschehen wäre. Solches alleskomt durch einen Fuchtschwäntzler/undMißgönner für den Grasten/ der zeig-te ihme an / wie daß der Jäger in ei-nem grossen Argwohn wäre mit derGräffin/ dieweil er dörffteöffentlich denRing / mit welchem die Frau Iddavon ihrem Herren ausserkohren worden/an den Fmgeren tragen. Und zumehrerem Glauben / beruffte er auchden Jäger/ und zeigte den Ring. Alsdis der Grass hörte/ würd er erzürnet/und ohn alle weitere Nachfrag/ unbe-sunnen / wider GOtt/ und alle Billich-keit/ vermtheylete er seyn unschuldige/und getreue Gemähtem zu dem Todt /den Hager aber als einen ehebrecheri-schen Buben/ ohn allen Verzug befäh-le er zubinden/ einem »«gezähmten RoßKkz «n