Buch 
Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen; oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einem Zusatz von dem Heiligen Maryrer Fideli, und der Feyrlichen Enthebung des Seeligen Bruder Clausen, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen, und Seeligen / <<seu>> Paradisus Sanctorum Helvetiae florum zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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- Graffin / und Wittftauew 267

solchem Wunderwerck aber / war derböße Feind zuschanden worden / dannwas er der gortseeligen Frauen zu leyd/und Nachteil fürnahme/ und anthäte /daß wendete GOtt ihr zu dem Ruhm/Und Ehren. Derhalben liesse er sichhernach zufriden/ und dörffte ihr keinschaden/ und Unruhe mehr zufügen.

'Wie könnte aber sie letstlich üheksterben/ welche in disem heiligen/ undstrengen Leben also lang verhärtete/Und aufdie Zukunfft Christi ihres Bräu-tigams so sorgfältig wachere/ dann derLauffihres gantzen Lebens/ nachdemesie sich Christo dem Herren ergeben /und verheißen hatte / war nichts än-derst/ dann ein rechte Vorbereitungzu ihrem letssn Stündlein/ und seeli-

Jdda gen Hinfahrt. Alw gäbe sie ihrenGeist aus dem ewigen Vatrer/ undschlde begieklrch auß disem Jammerthalan einem Mittwoch den nächsten Tagnach aller Seelen/ daß ist den z-Wm-kermonat. Es ist auch kein zweiffelsie werde in ihrem Lodibethlein die H.H. Sacramcnra begehrt / und empfan-gen haben. Ist auch wohl glaublich /daß sie mehr werde geredt/ und gethanhaben/ dann Ein der Histori gefunden /und gelesen wird. Nach ihrem see-sltgen Abteiben ist nach ihrem begehrenihr Leib in daß würdige GottshaußFlschingen gebracht / und bey dem Al-tar des H. Bischoffs Nrcolai/ in einetabgesönderten Capell/ und erhebtenvon Huaderstucken steinenem Grab be-graben worden. Welche Capell Zwarvor alten Zeiten klein / und eng war /aber im Jahr des Herren 1625. durchden hochwürdigen Herren PlacwumAbt zu Fischingen erweiteret/ und mitdreyen Altären gczieret worden. Vonihren H. Gebeinen / und Hetligthum/zu was Zelten die H. Jdda erhebt wor-den sene / wird in unserem Buch Hwa.tro Tcdeüaüico t-lelveriorum in Be-schreibung des Gvllöhauß Flschlngn /gchandlet werden. Allhie wollenwir zum Beschluß diser H-siori etlichewenig Wunderzeichen einführen/ underzehien / die der Allmächtige GOttdurch die treue Furbitt seiner Gespon-sert der H. Iddä bey ihrem Grab gerwürcker hat/ und noch täglich würcret.

' u. Es haben zwo eheliche/ und from-me Persoynen aus dem Hörnlcm ober-halb F,schlugen /. gewöhnet / aus denenwar die Frau mit dem bösen Siechtagangegriffen/ und jämmerlich geplagt /al'o day ihr die eure ^eucn lahm ge-bliben/ und sie nichts mehr red.« kvn-te Nichts desto weniger ist sie als-hald/ unv ebm zur stund von der

2. k. klarer» Ow L» Schweiy.

Kranckheit erlediget worden / da ihrfrommer Mann vor St. Iddä Grabknyete/ und für ihr Heyl/ und Ge-sundheit seyn Christliches Gebett ver-richtete. Darum dieselbige EheleuthGOtt dem Herren beyde fröhlich danckssagten/ der in der H. Jdda so kräff-tig/ und mächtig wäre zu Widerbrm-gung der verlohrnen Gesundheit.

Es geschahe auf ein Zeit in derStadt Rapperschweil/ daß ein Kindmein grosses Geschirr/ oder Wasser-gelten siele/ und für Todt von dansnen getragen würd/ darum seyn liebeMutter ein groß weinen / und klagenführte/ vil LcUkh wegen des Kinvs-Fall zusametr ließen / und ein mitleyden.hätten. Da war von einem gerathenMan solle in solcher Noth die S. F>auIddam amussn/ welches alsbald vondem gegenwärtigen Volck geschehen.Slhe / da fienge dasselbige Kind wun-derbahrlich an Nicht änderst als aus ei-nem Neffen Schlaff zuerwachen/ undöffentlich zuschreyen. Und «st al odie Krafft Gottes/ so durch S- IddäFürbut gewürckt hatte / von männlg-lich erkennt/ und gelobt worden.

Über daß ist es nicht ein geringes/daß zu Ft-chmgen in dem Gottshaußgeschehen im Jahr 1414- den 6. TagMertzen/ als daß gantze Gottshaußsamt aller K rrchen Zier verbrunnen/un-der solchen Kirchen-Zierd war auch daswürdige Haupt der seeliqen FrauenIddä in ein Bild eingefasset/ undver-würcket/ welche Zierd allerdings vondem Feur verzehrt worden / das Hauptaber ist unversehrt überbliben/ undgantz an dem dritten Tag widerum ge-funden worden / nicht ohn besondereGnad/ und Vorsehung Gottes / derdaßelbige Haupt nicht wolle beschädi-gen lassen / sonder vllen Christen zutröst/ und nutz in dersilbigen Kirchengantz behalten. Welches H. Hauptjetzt über roo. Jahr / neben andernHetligthum nrchr mehr in dem Gotts-hauß Ft-chingen zusehen / sonder zuAnfang der Veränderung des Glau-bens/ von bannen an ein sicheres Ortgestöhner moiden / da es dannoch ehr-lich aus behalten wird/ biß es durchdie Göttliche Gnad wider geoffenbah-ret/ und gen Fischingen gebracht wer-den möchte/ wie man dann wünschet/und hoftet.

So ist auch unverborgen das zwoeheliche/ aber doch unfruchtbare Per-fohmn/ in der N. rchs Stadt Ulm ge-sessen / da man zehltc nach Christi Ge-burt 154V. welche zwölft Jahr langoh-

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