»74 Von der Heil Elisabetha/
wertet: verbrint dir dein Klösterlein/will ick dir ein Kloster wider ausbauen.> Und ist also hernach das Kloster Wit-ticken zu einem ansehenlichcn Klostergemacht / und mit vilen Gütern / auchmit einem guten Einkommen zu Brugin dem Ergo» von gemelter Königin be-gäbet worden.
4. Ohn lang nach gethaner Profeßionhat es sich zugetragen / daß Hertzog6m'm m,ß Heinrich von Oesterreich sich in dise Län-Orstmich der begäbe / in Hoffnung ein Hcu-Elisa. rmh ^treffen mit der K ömgin Elisabe-tha AIs er aber in gemeltes Gottshaußiuttcffm. kommen / und sie schon mit GOtt ver-lobt gesünder,/ erbitterte er vermaßen/daß er der Jungfrauen den schwattzenWeyel von dem Haupt herab risse /auf die Erden warße / und mrt denv Füßen traue; darauf spräche er ihr
freundlich zu / sie rolle den Orden ver-lassen / mit ihm nach Oesterreich / all-da sein Gemähtem werden / hätte sichnicht zugefahren / daß sie em geweyler-te Klosterfrau gewesen. Darauf be-gehrte die Jungfrau Zeit / und Vor-schub sich zudedurcken, gierige gleich mdie Kuchen / fiele vor dem Heil. Hoch-würdigen Sakrament auf die Erden /ruffre GOtt aus gründ ihres Hertzenan um Hilff / und Stärcke / damit erihr eröffnete fernen Göttlichen Wrllen/wie sie sich m so schwäret Anfechtungverhalten / was zuthun oder zulassenseye ? Da erhübe sich in ihrem Hertzenem starcker Kampn / ja sie möchte sichwohl verchlichen weit sie eines KönrgsTochter / auch deß K önigrerchs Ungernemtzlger Erb / könren dardurch grosseZwitracht- und Kru g vermuten blechen/wann sie dus Königreich an sich zö-ge / rc. D>jes wäre gewiß ein mäch-tige Versuchung deß berrüglrchenEl's'bltb Feinde: Aber die Göttliche Gnad8 curark" fiele der Jungfrauen vtl stärcker zu /'auß bUibt daß sie durch innerliche Stimme/iriange, und Göttliche Eingebung erkennete /no»men Gortcs Willen zu seyn beständig in-ein-mahl angefangnem Kloster-Leben zu^ verharren / alle Üppigkeit / und Wol-lüfl zuverlaßen / und sich von ihremGcsponß JEsu Christo niemands abzu-fendcrn bereden laße / hätte von demsich der ewigen Belohnung zulrösten -da fiele sie in große Ohnmacht/ daß ihrdie Secl hätte mögen außgehen/ schös-se auch ihr das Blut zum Mund/ undNasen herauß / dardurch wurden rhralle Weltliche Begierden benommen.Als sie aber wider zu sich käme / ent-schuldigte sich die Jungfrau gegen demHertzog / könnte fernem begehren nichtemv rivllligen / dann sie einmahl ent-schlossen GOtt ihre Gelübd zuhalten /
ihr Leben in demüthigem Gehorsam /williger Armuth/ unbefleckter Keusch-heit zuenden. Da kehrte der Her-tzog mit bestürtztem Hertzen von ban-nen.
Über Visen gewaltigen Streit / und c,x.»erhalrnem Sieg / wandte sich Elisabe-tha mit gantzem Hertzen zu Christo ih-rem Gespons/ opfferte ihm ihrem Jung-fräulichen Leib/ und Jugend/ auch e-wige Reinigkeit auf: und hat hierübernoch 28. Jahr in grosser Keuschheit ge-lebt / daß man niemahls eintzrges un-züchtiges Wort/ oder Gebärden vonihr hörete oder sahe / gleichsam wäresie ein Engel / und hätte nichts vonFleisch an ihr. Die innerliche Rei-nigkeit aber ihres Hertzcns / und Ge-wissens nähme sie wol in acht / fiengeihr thun / Und lassen nur groß. m auf-sehen an/ und vollendete es. Nichtsdesto minder beichtete sie ihre Mängel/und Sünden mrt grosser Reu / undAndacht offtermahlen/ und mehr alsdeß Ordens Regel vermag/ eröffneteihrem Beichcvatler ihres Hertzen Ve-schwernuß / und Anligen fein 'rundt.
Also geschahe es einmahl /- daß ihresOrdens ein anderer Beichrvatter genThöß käme/ diser war ein harter Mattwelchem sie auch/ wie anderediß OrthsMirschwestern/ beichtete: der Berat--vatter kannte sie nicht / als er aber ittder Beicht ihr innerliches Creutz / undKummer/ so ihr Hertz beschwerte/hö-rete: fragt er wär sie wäre ? sprächesie: Schwester Elisabeth von Ofen.
Da sagt der Beichvarrer auß angebohr- Was >hZner Grobheit/ so möge sie wol ein ar- dcrbeitsames leydendes Mensch seyn/daß beges"''sie von ferrne ru drses Eilend kommensey: Dise Wort durchschnitten daszarte Hertz dermassen / daß sie gleichvon dem Bcichstuhl in dem Chor umTrost dem Heiligen hoc! würdigen Sa-cramcnt zugangen/ und von ihrem ge-liebten Bräutigam JEsu hilff begehrte/dieweil sie also geringen Rath / undTrost bey ihres Order s - Be.chtvattetfände. Als der Bcjchtvatter aberhernach ihnen worden/ daß siecinÄö-nigin gewesen/ bedaurte in sehr / daßer derselben so grob zugeredt/ er aberwurde mit grosser Bitt zu ihr gelassen/und bäte sie seiner unhöfflrchcn Sitten/und Reden halber demüthigst um Ver-zeyhung. Damit sie nun ihr Gewis-sen desto lauterer erhielte / pflegte sieJährlich ein General / oder Haupt-Beicht anzustellen / mit solch» r Vor be-reitung / Andacht / Reu / und Demuth/als wäre sie die groste Sünderin dergantzen Welt / dardurch wurden dieandere Mitschrvestern angereiht ihr in
disem '