Königin/ und Klosterfrauen.
27s
Mm so löblichen Brauch zufolge». Es liesse sich ansehen als hätte die ^DleRegul / und Satzung deß H. Vat- Armuth under allen andern Tugenden/ 3 br Ar..
- hjeite sie vor andern auf bey diser Jungfrauen den Vorzug/ und L 2 kia.
das flelßigjst/und volikommlichest/mit grüne: sintemahl sie nicht allem arm ü.r mMi.Grbretung grossens Gehorsams ge- an Kleidern/und was ihr zur höchsten t»mg/undgen ihrer -Obrigkeit / und Vorgesetzte / Nochturfft gebäret / sonder wolte auchnach deß Heiligen Bernardi Ermah- nichts haben/ welches dann der wah-nung/welcher spricht: Ein Vollkomm- ren Armuth/ ein wahre Eygenschafftner Geistlicher/ und Gehorsamer er- ist. Es begäbe sich etwann daß ihrwartet deß vorgesetzten Befelch nicht/ Stieffmutter F Agnes von Ungern /
' sonder also bald bereit er die-Ohren dem gebohrne Hcrtzogin von Oesterreich /
Gehör / die Zungen der Red / die Fäß nach Thvß käme / sie heimzusuchen; di-dem Weeg / die Händ dem Merck / und se fände die Tochter in einem alten ge-befleißiget sich innerlich in seinem Her- schabnen / und »erstickten Roch ihr ent- -Hen/ damit er den Befelch feiner Obern gegen kommen : da Agnes die Köni-vollziehe. gin dis wargenommen / spräche sie: Lie-
- ^ be Tochter schämet ihr euch nicht/ in
idrTv* — Dre wahre Demuth / und milte einem so verächtlichen Kleid/ so hin /
/ M Barmhertzigkeit hätten bey diser Heil. und wider verrissen / und geflickt /als
Aannber. Königin ein beständige Wohnung/dan eines Königs in Ungern Tochter auft
Mii. sie ln allem thun / und lassen so demä- zuziehen ? Elisabeth« aber achtete ihr
thig/ daß sie auch die geringste Dienst/ vorwenden wenig/ verblibe bey ihrer
und Merck mit sreuden thäte / und ver- Armuth / und Kleidern / in bedencken/
richtete ; Es that ihr leyd/ so ihr am daß das Kloster Thöß nicht mehr jähr-
dere die Gelegenheit entzogen/ oder Irchs Einkommen hätte dann Schil-
sie als ein Konrgin verehrcten/ sagte : ling-Hakler. Um dise Zeit käme durch
sie sollen wissen / daß sie ihrer nicht mehr Hilff und Angebung etlicher Andächti-
^ achten sollen / als andern Mitschwestern. gen aus der Herrschafft Oesterreich dem
N?i- Dannenhero wartete sie den Schwer Gottshauß Thvß wegen diser Elrsa-
stern im Refenter auf/trüge die Spei- becha / ein ansehcnlicher Meyerhoff
^r«nlk. sen ihnen zu/ nähme sie wider ab/ tru- Oeringen zu/ welcher Jährlich 40.
ge selbe in die Kuchen / befleissete sich Mülh Kernen ertrüge/ in Lcibtungs-
aufdas beste/ damit ihnen nichts ab- weiß/ als lang selbe Elisabeth lebte,
gienge. So sie aber selbst zu Dich In ihrem kleinen Kämmerlem sahe
fasse/wolle sie kein besondere Ehr,ley- man nichts/dann ern Crucifix ohn
den / bezwänge offtermahlen so wohl Silber/ und Gold / ein St rosa ck mit
Junge als Alte/ daß sie mit ihr auß schlechten Lächeren/ und Überdecke ;
eygener Schüssel essen »näßten / so sie dann dazutnahlen alleschoch gering von
sich dessen weigerten/ erachtete sie dise Holtz / und wäre nichts zusinden /
Ehrfär ein große Schmach. Es be- als Mangel in allem/ und grosse Ar-
zeugt auch die Schwester/ so bey»24. muth. Je ärmer aber das Klöster-
Iahr in der Kuchen gedienet; die Ko- lein nach dem äussern Schein / desto
nigin habe sich M der Zeit niemahl be- reicher wäre es an aller Heiligkeit / und '
klagt einiges Mangels der Speisen hals Tugendten/ und leuchtete die würdige
ben/ auch nichtsweitcrs begehrt/noch Königin under den Schwestern/ als
haben wollen/ als was das Convent der Morgenstern indem Firmamentun-
... hätte/ sie wäre gesund/ oder kranck. der dem gantzen himmlischen Gestirn.
Aqrgo, Im Capitel bekanllte sie ihre Verbre-
»m, chen / und Schuld vor der Frau Prio- Der Fleiß des Gebetts hatte der- ,,dicken, rin/und andern aufs demüthigst ;»vare Massen in ihr eingewurtzelt/daß ihr Eiiwbechauch gxgen männiglich milt/ trüge ein Thun/ und Lassen dasfurnchmstewar Evffcrjugrosses Mitleyden mit dem betrübten/ GOtt mit rechter Alwacht/ und stät-oder krancken Schwestern / hielte an- tem Gebett Mienen; Im Chor wäre 'derer Creutz/ und Kranckheit für ihr sie emsig im Gesang/ und der?. Tag-eygnes Lerchen/ derowegen sie solchen Zeiten Vollbringung/ daß sie sich auchmit Rath / und That beysprunge / be- durch manigfalttge Kranckheiten dar-suchte sie/ undwar auf Mittel bedacht/ von nicht ließ abhalten / als in höch-wie ihnen zuhelffen. Selten aber / ster Noch. Sie ist auch oft in derja schier niemahls käme ein Mensch geist- Kirchen gefunden worden im Geist ver-lieh / oder weltlich zu ihr um Rath / zuckt/ und zu Zeiten ein Elen hoch vonwelchen sie ungetröst weg liesse. Jh- der Erden enthebt / gesehen worden /re Schwestern in ihrem Anliegen besuch- wäre auch offt im Gebett so epfferig / daßte sie/ und gäbe ihüen tröstliche Er- sie als ohnmächtig gesunden/ und ausmahnunq/ wann sie nicht könnte ihnen der Kirchen in ihr Zimmer gekrag nänderst beförderlich seyn. worden. Deßgleichenverrichketesir
k. k. Uurer, Die H. Schweitz. Mm Mit -