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Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen; oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einem Zusatz von dem Heiligen Maryrer Fideli, und der Feyrlichen Enthebung des Seeligen Bruder Clausen, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen, und Seeligen / <<seu>> Paradisus Sanctorum Helvetiae florum zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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Königin/ und Klosterfrauen.

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Mm so löblichen Brauch zufolge». Es liesse sich ansehen als hätte die ^DleRegul / und Satzung deß H. Vat- Armuth under allen andern Tugenden/ 3 br Ar..

- hjeite sie vor andern auf bey diser Jungfrauen den Vorzug/ und L 2 kia.

das flelßigjst/und volikommlichest/mit grüne: sintemahl sie nicht allem arm ü.r mMi.Grbretung grossens Gehorsams ge- an Kleidern/und was ihr zur höchsten t»mg/undgen ihrer -Obrigkeit / und Vorgesetzte / Nochturfft gebäret / sonder wolte auchnach deß Heiligen Bernardi Ermah- nichts haben/ welches dann der wah-nung/welcher spricht: Ein Vollkomm- ren Armuth/ ein wahre Eygenschafftner Geistlicher/ und Gehorsamer er- ist. Es begäbe sich etwann daß ihrwartet deß vorgesetzten Befelch nicht/ Stieffmutter F Agnes von Ungern /

' sonder also bald bereit er die-Ohren dem gebohrne Hcrtzogin von Oesterreich /

Gehör / die Zungen der Red / die Fäß nach Thvß käme / sie heimzusuchen; di-dem Weeg / die Händ dem Merck / und se fände die Tochter in einem alten ge-befleißiget sich innerlich in seinem Her- schabnen / und »erstickten Roch ihr ent- -Hen/ damit er den Befelch feiner Obern gegen kommen : da Agnes die Köni-vollziehe. gin dis wargenommen / spräche sie: Lie-

- ^ be Tochter schämet ihr euch nicht/ in

idrTv* Dre wahre Demuth / und milte einem so verächtlichen Kleid/ so hin /

/ M Barmhertzigkeit hätten bey diser Heil. und wider verrissen / und geflickt /als

Aannber. Königin ein beständige Wohnung/dan eines Königs in Ungern Tochter auft

Mii. sie ln allem thun / und lassen so demä- zuziehen ? Elisabeth« aber achtete ihr

thig/ daß sie auch die geringste Dienst/ vorwenden wenig/ verblibe bey ihrer

und Merck mit sreuden thäte / und ver- Armuth / und Kleidern / in bedencken/

richtete ; Es that ihr leyd/ so ihr am daß das Kloster Thöß nicht mehr jähr-

dere die Gelegenheit entzogen/ oder Irchs Einkommen hätte dann Schil-

sie als ein Konrgin verehrcten/ sagte : ling-Hakler. Um dise Zeit käme durch

sie sollen wissen / daß sie ihrer nicht mehr Hilff und Angebung etlicher Andächti-

^ achten sollen / als andern Mitschwestern. gen aus der Herrschafft Oesterreich dem

N?i- Dannenhero wartete sie den Schwer Gottshauß Thvß wegen diser Elrsa-

stern im Refenter auf/trüge die Spei- becha / ein ansehcnlicher Meyerhoff

^r«nlk. sen ihnen zu/ nähme sie wider ab/ tru- Oeringen zu/ welcher Jährlich 40.

ge selbe in die Kuchen / befleissete sich Mülh Kernen ertrüge/ in Lcibtungs-

aufdas beste/ damit ihnen nichts ab- weiß/ als lang selbe Elisabeth lebte,

gienge. So sie aber selbst zu Dich In ihrem kleinen Kämmerlem sahe

fasse/wolle sie kein besondere Ehr,ley- man nichts/dann ern Crucifix ohn

den / bezwänge offtermahlen so wohl Silber/ und Gold / ein St rosa ck mit

Junge als Alte/ daß sie mit ihr auß schlechten Lächeren/ und Überdecke ;

eygener Schüssel essen »näßten / so sie dann dazutnahlen alleschoch gering von

sich dessen weigerten/ erachtete sie dise Holtz / und wäre nichts zusinden /

Ehrfär ein große Schmach. Es be- als Mangel in allem/ und grosse Ar-

zeugt auch die Schwester/ so bey»24. muth. Je ärmer aber das Klöster-

Iahr in der Kuchen gedienet; die Ko- lein nach dem äussern Schein / desto

nigin habe sich M der Zeit niemahl be- reicher wäre es an aller Heiligkeit / und '

klagt einiges Mangels der Speisen hals Tugendten/ und leuchtete die würdige

ben/ auch nichtsweitcrs begehrt/noch Königin under den Schwestern/ als

haben wollen/ als was das Convent der Morgenstern indem Firmamentun-

... hätte/ sie wäre gesund/ oder kranck. der dem gantzen himmlischen Gestirn.

Aqrgo, Im Capitel bekanllte sie ihre Verbre-

»m, chen / und Schuld vor der Frau Prio- Der Fleiß des Gebetts hatte der- ,,dicken, rin/und andern aufs demüthigst ;»vare Massen in ihr eingewurtzelt/daß ihr Eiiwbechauch gxgen männiglich milt/ trüge ein Thun/ und Lassen dasfurnchmstewar Evffcrjugrosses Mitleyden mit dem betrübten/ GOtt mit rechter Alwacht/ und stät-oder krancken Schwestern / hielte an- tem Gebett Mienen; Im Chor wäre 'derer Creutz/ und Kranckheit für ihr sie emsig im Gesang/ und der?. Tag-eygnes Lerchen/ derowegen sie solchen Zeiten Vollbringung/ daß sie sich auchmit Rath / und That beysprunge / be- durch manigfalttge Kranckheiten dar-suchte sie/ undwar auf Mittel bedacht/ von nicht ließ abhalten / als in höch-wie ihnen zuhelffen. Selten aber / ster Noch. Sie ist auch oft in derja schier niemahls käme ein Mensch geist- Kirchen gefunden worden im Geist ver-lieh / oder weltlich zu ihr um Rath / zuckt/ und zu Zeiten ein Elen hoch vonwelchen sie ungetröst weg liesse. Jh- der Erden enthebt / gesehen worden /re Schwestern in ihrem Anliegen besuch- wäre auch offt im Gebett so epfferig / daßte sie/ und gäbe ihüen tröstliche Er- sie als ohnmächtig gesunden/ und ausmahnunq/ wann sie nicht könnte ihnen der Kirchen in ihr Zimmer gekrag nänderst beförderlich seyn. worden. Deßgleichenverrichketesir

k. k. Uurer, Die H. Schweitz. Mm Mit -