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Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen; oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einem Zusatz von dem Heiligen Maryrer Fideli, und der Feyrlichen Enthebung des Seeligen Bruder Clausen, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen, und Seeligen / <<seu>> Paradisus Sanctorum Helvetiae florum zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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Beichtiger / und Prediger - Ordens. 287

het hatte / geschahe es / daß er in einemGesicht von den himmlischen Geisternumbgeben wäre / da begehrte er voneinem Engel / daß er ihme zeigte / wo/und auf was weiß Gött ein verborg-ue Wohnung in seiner See! hätte / dasprach der Engel also zu ihme : Nunbeschaue dich wohl / und sihe wie GOtt^ mit deiner liebhabenden Seel ein Be-^ iustigung / und Freud hat. Und alsm 81 der S. Vatter seine Augen under sich'»GQtt schlüge / und sein Seel ansähe / fändeWen. er sein Seel so klar scheinen / als einklarer Christall / und mitten in seinemHertzen die ewige Werßheit in leibli-cher Gestalt rühiglich sitzen / bey wel-cher sein Seel fasse mrthimmlischerBe-nedcyung begäbet / so die ewige Weiß-heit mit ihren Armben umfangen/ undan sein göttliches Hertz getruckt hatte /und läge also die Seel in den ArmbenGOttcs verzückt / und süßiglich ra-stend.

5. An St. Michaelis / und aller H.Englen Abend / als der H. Vatter ih-me scharpffe Bußband gemacht hätte( von denen hernach soll gesagt werden)hörete er in einer Nacht in dem Gesichtein Engclisch Gesang / und ein süssehimmlische Stimm/ darvon war er sei-nes Leydens getrost / da spräche einEngel zu ihme / gleich wie du gern hö-rest unser Gesang von der Ewigkeit /also hören wir auch gern von dir dasGesang von der ewigen Weißheit / undspräche der Engel weiter : diseS Ge-sang werden die ausserwöhlten Heili-gen GOttes frölich singen am Jüng-sten Tag / wann sie werden sehen/ daßsie in der immerwehrenden Freud derSeeligkeit besichtiget seynd worden.In diser Göttlichen Betrachtung hatteder H. Vatter vil Stund zugebracht /biß daß der Tag anbräche / da erschi-ne ihme ein Ertz Engel/ und mit ihmevil schöne Jüngling/ sprechend: daß siewären von Himmel herab gesandt wor-den / ihm ein Freud in seinen Trübsa-len / und Leyd zumachen. Deßwegensolle er Amandus sein Leyd ausschla-gen / und mit ihnen singen / und einenHimmlischen Tantz tantzen / und zogenalso den S. Amand bey der 'Hand anden Tantz. Der Vorsänger fienge anin schöner Melodey das fröliche Ge-sänglein zusingen: In äulcis subüo ;von dem Christkindlem / und als derS. Suso den süssen Nahmen JESUhörte erschallen / da war sein Hertz /und Sinn also mit Freuden übergössen/daß er aller seiner Trübsal / und Ley-den vergase. l)nd war so wohl dasMsang / als die Spruch / und TäntzMlich/ himmlisch / und nit weltlich/

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oder üppig. Dise / und dergleichenhimmlische Erscheinungen / und Trö-stungen begegneten ihme in den Zeitenseiner Trübsalen / Creuß/ und Leydenvil / daraus er allwegen getröst / underquickt wurde. Es hatte der H. Vat-ter Amandus vil Gesichter / und -of-fenbahrungen Göttlicher / und verborg-ner Dingen / wie es im Himmelreich/

Fegfeur / und Hölle stunde / und zu-gienge. Es erschienen ihme auch vil <Z Ama».Seelen / so von diser Welt abgefordert docijchmeaworden / und offenbahretk ihm wie es E Scekn.um sie stunde / warum sie ihr Peyn hät-ten verschuldet/ und womit man ihnenhelffen möchte. Under andern erschi-ne ihme der S. Meister Eckard / undder Heil. Bruder Ivan Fucreus vonStraßburg / dise 2. Seelen zeigten ih-me an / daß sie in der ewigen Seelig-keit / und gantz mit GOtt vereinbahretwären/ darmitaber war der H. Vatternit zufriden / sonder fragete die Heil.

Seelen noch mehr / und schwere Fra-en / welche sie ihme geoffenbahrct ha-en / viäe virgrn iHius c. 8 . Es er-schiene ihme auch sein leiblicher Vatter/und zeigte ihme an / wie er ein grosse /und erschröckliche Peyn im Fegfeur lit-te / womit er sein Straff verdienet hät-te / und wie daß ihme zuhelffen wäremit seinen Gebett / und mit dem H.Meß-Opfier / hernach käme er wider zuihme/und zeigte an/ daß er jetzt durchdie Hilff seines Gebetts erlößr/ nndemKind der ewigen Seeligkeit worden.

Sein H. Mutter die Saußin leyde auchin ihrem Leben vil Creutz / und Trüb-sal/so meistenthcil von ihren Ehemannherkam / dann er war ein Welt - undsundlicher Mensch / sie aber ein andäch-tige Frau / die all ihre Creutz / undLeyden in daß bittere Leyden ihresHeylands JEsu Christi befähle/ und da-rum auch GOtt durch sie in disem LebenWunderzeichen würckete. Nach ihremTodt erschine sie ihrem Sohn Amand /zeigt ihm an/ daß sie innerhalb z. Jahrenzu keiner Meß gestanden/ und ihr ein Ge-wohnheit gemacht/ daß bitter Leydk/undSterben under der Meß zubetrachten /und znbeweinen sie sagte ihme auch /daß sie auf ein Zeit auß unmäßiger Lie-be gegen GOtt erkranckre / und ir.

Wochen lang zu Beth gelegen / die Ach-ten aber als sie solches vermerckten /seynd sie wol aufferbauen worden Sieienge zu angehender Fasten ins Muti-er / da die Ablösung JEsu des Her-ren von dem Creutz mit geschnitzletenBildern stunde auf einem Altar/ alldakame sie in ein so liesse / und anmüthi-ge Betrachtung / und Mitleyden zu derWitter Mariä / daß sie in ein Ohn-macht fiele / als man sie in ihrl^nßgr-

3 tragen