Beichtiger / und Prediger - Ordens. 287
het hatte / geschahe es / daß er in einemGesicht von den himmlischen Geisternumbgeben wäre / da begehrte er voneinem Engel / daß er ihme zeigte / wo/und auf was weiß Gött ein verborg-ue Wohnung in seiner See! hätte / dasprach der Engel also zu ihme : Nunbeschaue dich wohl / und sihe wie GOtt^ mit deiner liebhabenden Seel ein Be-^ iustigung / und Freud hat. Und alsm 81 der S. Vatter seine Augen under sich'»GQtt schlüge / und sein Seel ansähe / fändeWen. er sein Seel so klar scheinen / als einklarer Christall / und mitten in seinemHertzen die ewige Werßheit in leibli-cher Gestalt rühiglich sitzen / bey wel-cher sein Seel fasse mrthimmlischerBe-nedcyung begäbet / so die ewige Weiß-heit mit ihren Armben umfangen/ undan sein göttliches Hertz getruckt hatte /und läge also die Seel in den ArmbenGOttcs verzückt / und süßiglich ra-stend.
5. An St. Michaelis / und aller H.Englen Abend / als der H. Vatter ih-me scharpffe Bußband gemacht hätte( von denen hernach soll gesagt werden)hörete er in einer Nacht in dem Gesichtein Engclisch Gesang / und ein süssehimmlische Stimm/ darvon war er sei-nes Leydens getrost / da spräche einEngel zu ihme / gleich wie du gern hö-rest unser Gesang von der Ewigkeit /also hören wir auch gern von dir dasGesang von der ewigen Weißheit / undspräche der Engel weiter : diseS Ge-sang werden die ausserwöhlten Heili-gen GOttes frölich singen am Jüng-sten Tag / wann sie werden sehen/ daßsie in der immerwehrenden Freud derSeeligkeit besichtiget seynd worden.In diser Göttlichen Betrachtung hatteder H. Vatter vil Stund zugebracht /biß daß der Tag anbräche / da erschi-ne ihme ein Ertz Engel/ und mit ihmevil schöne Jüngling/ sprechend: daß siewären von Himmel herab gesandt wor-den / ihm ein Freud in seinen Trübsa-len / und Leyd zumachen. Deßwegensolle er Amandus sein Leyd ausschla-gen / und mit ihnen singen / und einenHimmlischen Tantz tantzen / und zogenalso den S. Amand bey der 'Hand anden Tantz. Der Vorsänger fienge anin schöner Melodey das fröliche Ge-sänglein zusingen: In äulcis subüo ;von dem Christkindlem / und als derS. Suso den süssen Nahmen JESUhörte erschallen / da war sein Hertz /und Sinn also mit Freuden übergössen/daß er aller seiner Trübsal / und Ley-den vergase. l)nd war so wohl dasMsang / als die Spruch / und TäntzMlich/ himmlisch / und nit weltlich/
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oder üppig. Dise / und dergleichenhimmlische Erscheinungen / und Trö-stungen begegneten ihme in den Zeitenseiner Trübsalen / Creuß/ und Leydenvil / daraus er allwegen getröst / underquickt wurde. Es hatte der H. Vat-ter Amandus vil Gesichter / und -of-fenbahrungen Göttlicher / und verborg-ner Dingen / wie es im Himmelreich/
Fegfeur / und Hölle stunde / und zu-gienge. Es erschienen ihme auch vil <Z Ama».Seelen / so von diser Welt abgefordert docijchmeaworden / und offenbahretk ihm wie es E Scekn.um sie stunde / warum sie ihr Peyn hät-ten verschuldet/ und womit man ihnenhelffen möchte. Under andern erschi-ne ihme der S. Meister Eckard / undder Heil. Bruder Ivan Fucreus vonStraßburg / dise 2. Seelen zeigten ih-me an / daß sie in der ewigen Seelig-keit / und gantz mit GOtt vereinbahretwären/ darmitaber war der H. Vatternit zufriden / sonder fragete die Heil.
Seelen noch mehr / und schwere Fra-en / welche sie ihme geoffenbahrct ha-en / viäe virgrn iHius c. 8 . Es er-schiene ihme auch sein leiblicher Vatter/und zeigte ihme an / wie er ein grosse /und erschröckliche Peyn im Fegfeur lit-te / womit er sein Straff verdienet hät-te / und wie daß ihme zuhelffen wäremit seinen Gebett / und mit dem H.Meß-Opfier / hernach käme er wider zuihme/und zeigte an/ daß er jetzt durchdie Hilff seines Gebetts erlößr/ nndemKind der ewigen Seeligkeit worden.
Sein H. Mutter die Saußin leyde auchin ihrem Leben vil Creutz / und Trüb-sal/so meistenthcil von ihren Ehemannherkam / dann er war ein Welt - undsundlicher Mensch / sie aber ein andäch-tige Frau / die all ihre Creutz / undLeyden in daß bittere Leyden ihresHeylands JEsu Christi befähle/ und da-rum auch GOtt durch sie in disem LebenWunderzeichen würckete. Nach ihremTodt erschine sie ihrem Sohn Amand /zeigt ihm an/ daß sie innerhalb z. Jahrenzu keiner Meß gestanden/ und ihr ein Ge-wohnheit gemacht/ daß bitter Leydk/undSterben under der Meß zubetrachten /und znbeweinen sie sagte ihme auch /daß sie auf ein Zeit auß unmäßiger Lie-be gegen GOtt erkranckre / und ir.
Wochen lang zu Beth gelegen / die Ach-ten aber als sie solches vermerckten /seynd sie wol aufferbauen worden Sieienge zu angehender Fasten ins Muti-er / da die Ablösung JEsu des Her-ren von dem Creutz mit geschnitzletenBildern stunde auf einem Altar/ alldakame sie in ein so liesse / und anmüthi-ge Betrachtung / und Mitleyden zu derWitter Mariä / daß sie in ein Ohn-macht fiele / als man sie in ihrl^nßgr-
3 tragen