z 48 Von dem ftcligcn Knaben/ und Märtyrer Ludwig.
Stadt darvon zumachen / oder im ge-ringsten zuoffenbahren/ so hatte wederer noch sie zuförchten / im widrigen a-ber wann er Fuhrmann das Maul nichthielte / wollen sie ihn / als diser ThatMikgehilffen/ bezeugen / und außruf-fen. Mit solcher Zusprechung / undVerehrung io. Gulden beredten dieJuden gesagten Fuhrmann/ daß ernoch ihnen den ermordten Knaben vondem Karren zu einer hochen Tannengetragen / da warffen die Juden einSeil über einen hochen Tannen-Ast /zogen den Knaben daran auf/ als ober sich selbst hätte erhenckt / über daslegten sie seine Händ über sein Ge-macht/ und gaben ihm das Messer indie Hand/ als ob er ihm selbst/ reve-renter/ das Gemacht hätte abgeschnit-ten : Zogen darauf die Mörder aller-seits nach Hauß / gäntzlicher Hoffnungdie Sach sey geschlicht/ und werde ver-schwigen bleiben.
Der Allmächtig GOtt aber wolteden schändlichen Mord / und Mißhand-lung wider Ludwigen den unschuldigenKnaben/ nicht verborgen lassen/ son-der liesse underschidliche mahl zu Nachtein glantz gleich einem schönen stechtenStern vom Wald Haßlach / Und ho-her Tannen/ an welcher das unschul-dig Blut hienge/in die Stadt Ra-rcnspurg scheinen / wie es vil ehrlicheBürger zu Ravenspurg gesehen / undwahrgenommen/ auch mit einem Eyvbesichtiget/ haben doch dessen Bedeu-tung nicht wissen können. Underdem giengen etliche Buben in gemeltenWald/ Vogel-Näster zusuchen/ unddie Vögelein außzunehmen; selbe fan-den unversehens ihren Schul-Gefellena der Tannen hangend / und Todt/ dieKnaben giengen wider in die Stadt /sagten männiglich wie ihr Schul-Ge-sell Ludwig an einer Tannen todt imHaßlach hange / vermeinten auch erhätte sich selbst erhenckt. Aber dieverständige Bürger giengen den Kna-ben zubesichtigen hinauß/ befunden fovil zeichen/ darauß sie endlichen erach-tet / er müßte ermördt seyn worden /und auß Arglistiakeit der Mörder andie Tannen geknüpfft/ damit die Thatvertuschen blibe. Darzu gäbe guteAnleitung des Ludwigen unsträflichLeben / der leuchtende Stern / so nächt-licher weil gegen der Stadt sich mit soschönem Glantz erzeigte/ welches vilBürger gesehen. Der unschuldigJüngling wurde aus Befelch geist-undweltlicher Obrigkeit von der Tannenabgelößt/ und under der Tannen be-graben/bis aufweiteren. Bericht/mndErkundigung/ wie die Sach sich möcht
verlosten haben. Und alsbald fieleein Argwohn auf die Juden zu Ra-venspurg/ bevorab weil man gesehen/daß diser Ludwig vil bey dem Judenauß / und eingangen. Zu dem wi-che auch der unglückhafftig FuhrmannNiclaus Knoll von Ravenspurg aufUberlingen aus Forcht / und Schrecken/diser wurde im Jahr 14Z0. nach demvil Reden/ und Mumlungen über denFuhrmann/ und Juden erschollen/ züUberlingen eingezogen / bekannte / undzeigte den gantzen Verlauffan/ wie be-vor beschriben / bekannte die Mörderi-sche Juden mit Nahmen / der Fuhr-mann wird auf Recht / und ergang-nes Urtheil zu Uberlingen auf das Radgelegt/ wiewohl der arme Knoll sichUnschuldig zusein vermeinte. Aaron/Anshalm beyde Brüder mit Moyse ih-rem Schwager / neben andern zu Ra-venspurg / andere zu Uberlingen / Lin-dau/ und Costantz/ weilen derer -Ok-then alle Juden auf die Hochzeit kom-men auch Rath / und That zu disemMord gegeben / wurden eingezogen /zum Feur verurtheilt/ und Anno 14Z0.wie gemelt/ verbrennt.
Als der Mord wie gehört/ offen- es?. §bahr/ auch der leuchtende Stern wie -zuvor / also auch hernach / von demWald/ und Tannen / under welcherLudwig begraben worden/ sich beynächtlicher weil erzeigte/ ist hernach einfein steinere Capellen GOtt zu ehren/und diser That Gedächtnuß erbauetworden / das Srth hiesse man die Ca-pe» zur Tannen. Dahin bey in.
Jahr lang ein grosse Wallfahrt vonAnheimisch/ und Frembden gespürtworden / wie es ein alte Chronick vonRavenspurg bezeugt/ und folgende z.Wunderzeichen aus selber Chronick Hie-bey gefetzt/ damit wir anderer so daverzeichnet/ geschweige«.
Johann Grabman von Ravenspurg/ ^
dessen Geschlecht noch zu unserer Zeitgrunnet/hätte ein grossen Leibschaden/und Bruch anlseinem Leib/ deßwegen eroft in Lebens-Gefahr gestanden/als eraber sich mit Andacht zur Capellen zuder Tannen verlobte/ wurde er durchdeß stetigen Knaben Fürbitt Frisch /und Gesund.
Ein Knab zu Bregentz ist in das ^Wassergefällen/ und ersoffen/ welcherüber ein Stund herauß gezogen/ undTodt befunden worden. Da ver-sprachen die Seinige ein Wallfahrt zudem S. Knaben / alsbald lebte derJüngling widerum/ und war Frisch/und Gesund. '
Mi,-