ZsaQiMmum 8ser»mcnmm ^.lraris in Lcisvvil, z 4-
^ Michael Bieg ein Knecht vonEschach/ ein Stund weegs von Ra-venspurg gelegen / litte so grossenSchmertzen an seiner einen Hand-Fin-gern/ daß er selbe weder strecken nochregen könnte/ verlobte derowegen einWallfahrt mit Andacht zu der Tannenzuvollbringen / und ein eyserne Handdahin zu verehren: thäte seiner Versprä-chung gemäß / geht mit frisch - gesunderHand von der Tannen wider zu Hauß/Und arbeitete.
p ^ Die obgenannte Capell zur Tan-nen im Wald Haßlach gelegen/ als siebey iOo. Jahr gestanden/ wurde bau-fällig/ und ist in Abgang gerathen/oder vil mehr ist wegen einrüstender
Lutherey diser Orthen zerbrochen wor-den / daß jetzo bey unsern Zeiten nurnoch etlich Maurstöck vorhanden. Dochseynd die Gebein des S. JünglingsLudwigen in St. Veits Capellen/ na-he bey dem Schloß Ravenspurg gele-gen/ transferiert/ und gelegt worden:da sie noch zusehen/ und verehret wer-den. So findet / und zeigt man nochauf dem Rahthauß zu Ravenspurg des-sen Hut / Röcklein/ und Gürtel/ sder an seinem Leib getragen/ neben ei-nem wachsenen Schreibtäffelein / wel-ches er auch bey sich gehabt. Mattgäbe auch den Pilgern zu der TannenPilgerzeichen/ wie man noch von Ein-sidlen/ Und andern Hrthenpflegt heimzutragen.
»e das -ochnnMOe, und aller-
Sakrament des Altars aus der
lm / und hernach mndcrbahrlicher weißwider gefunden worden.
Im Jahr 2447. den 2Z. rnaij.
Dise Histori ist geschriben aus einem alten Authentischen Instnr-Mnt des gemelten Dorffs Etißwyl/ und in dise Ordnung gestellt.
ilNna Vögtin aus der StadtBischoftzell/ in der Land-graffschafft Lhurgöu gele-gen/ gebürtig/ käme beyihren Mitbürgern in Ver-dacht / als wäre sie einHex/ oder Unholdin / welches ihreFreund ihr zu Gemüth geführt/ mitRath sich behutsam zuhalten/ und aufsich zuschauen/ dieweil aber ihr eigenGewissen sie selbst anklagte/ entwicheAnna samt ihrem Töchterlein heimlichvon Bischosszcll/ als sie vdn andernUnholden/ und in Hexerey Mittonsor-ten Zehrung empfangen / und Anlei-tung bekommen/ das hochwürdige Sa-krament des Altars lästerlich zustehlen(dann sie es zu Bifchoffzeu schon 2.mahl auch hätte entfuhrt/ und schänd-lich mißbraucht), besorgte also Annawann dise That sie allda mehr verüb-te/ möchte sie ertapt werden/ beson-der weil sie schon bey den Jnnwohnernin Verdacht gerathen / zöge also mitl?. k. lVIureri Die Schweiq.
ihrem Kind hinweg/ biß sie endlich MFlecken Etißwyl/ ohnferrn von Willi-sau/ der löblichen Stadt Lucern ange-hörige gelegne Graffschafft / käme. INdisem Etißwyl hielte sich Anna aller Un-bekannt in der Stille auf/ suchte dochallezeit aus teusflischem Anttib Gele-legenheit ihr Voßheit zu vollbringen.Im Jahr 1447. auf den 2z. Maij/ aneinem Mittwoch/ vor unsers HerrenJEsu Christi Fromleichnams - Lag /gienge Anna mir Judas Gemüth mor-gens zu der H. Meß in die Kirchen :stellte sich zuhinderstin ein Stuhl/demGottsdicnst auf ein End zuwarten/der Priester läse Meß / und consecrier-te 2. Hostien eine in der Meß zucm-pfangen/ die ander für das innständi-ge Fest / des Fromleichnams - Tag /nach alten Römisch-Catholischen löbli-chem Brauch mit grosser Andacht inder Proceßion im Dorff Etißwyl in ei-,ner Mvnstrantz umzutragen. Alsdie Meß vollendet war/ thäte der Prie-Xx 2 ster ^