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Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen; oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einem Zusatz von dem Heiligen Maryrer Fideli, und der Feyrlichen Enthebung des Seeligen Bruder Clausen, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen, und Seeligen / <<seu>> Paradisus Sanctorum Helvetiae florum zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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me also täglich in allen Tugenden / undgeistlichem Leben zu / und käme zu ei-nem hohen Alter / starb endlich seelig-lich in dem Jahr deß HErren 1561.nehmlich 78. Jahr nach dem BruderClausen; daraus abzunehmen/ daßdi-se H. Jungfrau Cäcilia aufdie hundertJahr / oder auch darüber alt worden. . ist. Sie würd mit grossem klagen derfrommen Landleuthen gen Kerns inUnderwalden ob dem Wald / in ihr or-denliche Pfarrkirchen getragen/und nach« v ihrem begehren in das Beinhauß zu der«K ^ Erden bestattet / und ist über das Grab

ein grosser Stein gelegt worden mit Vi-sen rurtzen Worten zu einem bericht derNachkömmlingen/ daraus verzeichnet:

Hie ligt begraben Schwester Cäcilia /GOttgnad ihr Seel. 1565. DerTagihres seeligen Ableibens ist nicht be-wüßt/ wir haben den 22. Wintermo-nat hinzu gcfttzet / daran das herrlicheFestS-Cäciliä Jungfrauen/und Mar-tyrin zu Rom gehalten wird / der Nah-men unser S. Cäcilia indem Taust be-kommen/und ruhet also noch zu Kernsin dem Beinhauß / und geschehen vilWunderzeichen bey ihrem Grab ; son-derlich aber wallfahrtet man schier täg-lich dahin für das Freber / oder Kalt-wehe welchen dann gemeiniglich durchihre heilige Fürbltt gcholf-fen wird.

Ion dem seeligen Mm / und M-

sterben deß Vatters Petri Lamfif/ derSocictet JEsu Priestern.

Stiebe zu Lecyburg in Uchtland/ im Jahr Christi 1597. den 21. Vecemb.

Sein Leben haben in Latein beschriben beyde Ehrwürdige Vätter

ziarliLU!; kaciel-us, und krancllcus 8accvinu» 8oc>ec daß ist lN dtM

Jahr von dem Collegko zu Freyburg IN Uchtland verteutichct/ unddcmselbigen Wcysm Rath/ und Burgerschasst verehret worden / daraußwir nachfolgendes Leben gezogen/ so vil wir uns zu unserm Merck dienst-lich zuseyn vermeint haben.

seelige Petrus Canistosist im Jahr Christi 1521.den 8. Tag Maij zu Neu-wegen der fürnemen Statt^ in Geldern / oder Nider-land gebvhren/ hin VatterJacobus Canistus / und sein MutterAegidia Hoonwingin / beyde so wolihres Vermögens / und Geschlechts /als auch des Eyffers zur wahren Re-ligion in hohem ansehen. Und ist alsoer von Vatrer/ und Mutter hero zuallen Tugendten genatürt gewesen. DieMutter so noch ein junges Weib war/verluhre er zeitlich / er aber hatte eingute Seel empfangen/ seytenmahl sichnoch in der zarten Jugend ein Tugend-ljche Bescheidenheit/und Beständigkeit/und ein fürmngende liebliche Gottsee-ligkeit an ihme erzeiaet/ dann man th-ue offtermahls bey Tag / und Nachtin verborgnen Wincklen deß Haussesbettent gefunden; hat auch offtermahlsMen zarten Leib allein auß antrib deßGeistes Gottes ohn einiger Menschenk. k. lVIurer, Die H. Schwel«.

Erinnerung mit Vußkleider kasteyet /und etwann zu Faßnächtlichen Zeiten /da man in gemem der Unmäßigkett ammeisten ergeben ist / sich deß Wcins lin-der den seimgen an dem Tisch enthalten.Sein Kurtzweil/ und andächtiges Kin-derspil war die Kirchen / und Gotts-dienst / dann er pflegte under seinen Ge-sellen als ein Priester / zusingen / Meßzulesen/ und rubelten/ auch bißweilenzupredigen. Ein besondere grosse Freudaber war ihme zu dem Altar zu dienen/oder andern Gottsdiensten beyzuwoh,nen / und daß seinige dabey zuthun.Die menschliche Underweisimg / undZucht aber so er von Jugend an gehabt/ist folgender Gestalt beschaffen gewesen.Als er das i z. Jahr seines Alters er-reicht / und ihme länger anheimsch zuverharren weder deß studierens / nochder sitten halben / fügsam sein wöllen/ist er gen Cölln geschickt worden/ daß erdurch tugendliche Lehrmeister in demein / und andern der Gebär nach under-wisen wurde. AnvisemorthisterüberÄ k k die