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Der Societet IEsu Priestern.
Wunderwerck durch den Gottseeligen La-
nisiurn geschehen.
»- i. Freyburg in Uchtland war
ein ansehlicher/ und ftonrerMann mit Nahmen Wil-helm Krummenstall/ einerder fürnehmsten des Raths / als disereinmal aus dem Kloster Altenreiffheim-geritten / ist das Pferd under ihme inein tieffen Weeg gefallen/ und hat ih-me den Fuß ergriffen. Er war allein( dann er seinen Reuter voran ge-schickt) die Zeit winderlich/ die Nachtim Anfang / und konnte er mit keinerMühe/ und Arbeit weder das Pferdherauß bringen/ noch den Fuß ledigmachen/ da ihme nun die menschlicheMittel gemanglet/ hat er sich zu denGöttlichen gewendt / und den gottsee-ligen Patrem Canisium / neben an-dern seinen Patronen angerussen/undzwar nicht vergeblich / dann bald her-nach ist ihme der Fuß ledig worden /und der Stiffel im Kaht stecken verbli-ben/ nach welchem er das Pferd auchherauß getriben/ und glücklich in seinHcmß kommen. Am 5. Tag hernach/als er dises Falls schier vergessen / haterden P. Canisium heimgesucht/ dasprach Canisius under andern zn ihme:Nun Herr was ist euch kurh verschid-nen Tagen begegnet/ was ist euch aufeinen Abend bey St. Antoni - Capellwiderfahren? darüber hat der Herrtheils auß Verwunderung/ wie er esso bald erfahren können/ theils ausScham seiner Undanckbarkeit halber/angefangen ihme hochfleißig zudancken.Canisius aber antwortete ihm : er sol-le gutes Muths sein/ und so lang ernoch lebe/ dise Ding bey ihme ver-schwiegen behalten.
2. Probst Veronius hatte einenlangwirigen / und schweren Rechtshan-del/ darab er so grossen Verdruß em-pfienge/ daß er gedachte alles ehe fah-ren zulassen / als an dem Leib / oderSeelen schaden zu nehmen/ doch hater ihme fürgenommen Visen Handel indes- Canisir Gebett zu befehlen / deres gern thäte/ und mit grossem Eyffer/und Fleiß solches verrichtete. Am sel,bigen Tag als solches geschehen/ istein Urtheil für den Probsten ergangen/und am nächsten hernach hat sein Ge-gentheil dopplet so vil Gelt / als er ge-richtlich begehrt/ erlegen müssen.
fahren. Dann als derselbig eins-mahls gar frühe heimgehen wolle / undihne der fromme Canisius hoch gebet-ten/ daß er sich noch ein kleine Zeitge-dulten wolte / dann er ihme noch etwaszuschreiben Vorhabens wäre zugeben ;der sonst arbeitsam/ und frome Menschaber wolte nit bleiben. So bald eraber den Fuß auß dem Collegio gese-tzet hätte / ist ihme ein unbekannte Prr-sohn begegnet/ die ihme ein greulicheMaultäschen geben/ und ihne darmitübel zugericht/ welches ohne zweiffel derUrsachen beschehen / daß er lehrnen soll/die Diener GOttes in Ehren zuhalten/und ihrem begehren zu willfahren.
4- Als Canisius auf ein Zeit außdem undern Bäyerland ein Schreibenempfangen / welches ihme ein EdleFrau bey einem eygnk Borten geschickt /und um Hilff wider den bösen Fund/der sie angefochten/ gebetten/ mit ver-melden/ daß sie unverzogentlich selberkommen wolte / wann nur zuhoffen jene /daß sie ihne noch bey Leben finden mög /hat er mit grossen seufftzen gesprochen :Ach was machen die Leuth auß mir /da doch vil gelehrte/ und tauglichereLeuth allda zu finden seynd/ doch hater kein Ruhe gehabt biß er ihr ge-antwortet / etliche geistliche Mittelgeschickt / und fürgefchlagen / undnit underlassen für sie GOTT zukit-ten / daß ihr möcht geholffen werden /wie dann geschehen.
z. Sein Begräbnuß wird heuti-ges Tags / für ein under den fürnehm-sten Platzen der gantzen Stadt gehal-ten / auch von Bürgern / und Fremb-den / mit grosser Andacht besucht / de-nen GOtt der Allmächtig/ zuehren sei-nes Dieners/ vilerley Gutthaten er-weiset. Ein gottseelige Matron somit der fallenden Sucht behafft war /ist zu der Leicht kommen mit diser Hoff-nung/ daß sie durch Berührung deßgebenedeyken Leichnams/ und Fürbittdeß S. Canisii die Gesundheit möchteerlangen. Die hat vor dem Leichnamgebettet/ und nach seiner Begräbnußin der Kirchen die gantze Nacht sich ver-steckt/ und verschließen lassen. Alsobettete sie durch die gantze Nacht/ undist folgents von diser schweren Suchtentlediget worden.
z. Es ist auch als ein Göttliche 6. Herr ChristoffReiffdes Raths/Straff vermerckt worden/ was einem war wegen eines Falls/ so er mit ei-schlechten Gesellen/ dessen sich Canisir nen Pferd gethan/ nunmehr in denNs zu dem Schreiben bedienet/ wider- sechsten Monat schwerlich kranck/ der-
kf. k. klurer, Die H. Schweiy. L l l Ms-