472 Von dem Gottseeligen Fidele/
das Huatier seines Widersachers zustürmen / und die von der Wuth ihres(^ommeriäanren angesezte Soldatenstunden schon in der Bereithschaßt aufendliche Ordre die Haußthür aufzu-sprengen/ hinein zu tringen/ und alleInnwesende mit Anrichtung eines er-bärmlichen Blut - Bads ihrem Grim-men aufzuopfferen/ bey so gefährlichaussehender Sach wäre das übleste /daß keiner auch von den vornehmenSradtherren so vil Hertz gehabt/ demZorn/ und Vorhabens dises Genera-len in Weeg zu stehen / und solche be-sorgende Nrderlag zu verhinderen; bißdessen der gottseelige Diener GOttesFidelis verständiget worden. Diserhat sich irnverweilet aufgemacht / unterdie Bewaffnete eingetrungen/ und siedurch seine Gegenwart / und Beredsam-keit zum Abstand ihres Blut-durstigenVorhabens bewegt. Daranwendete ersich zu dem Herrn General / weicheremgebohrner Lothringer wäre/redete ihn inFrantzvsischer Sprach mit einer solchenlieblichen Wohlredenheit/ und mit einersolchen ernsthaffts Vorstellung der kräff-tlgste Beweg Ursachen an / daß diser au-genblicklich aus einem ergrimten Löwenzu einem sanfftmüthigen Lämmlein ver-änderet gesehen worden : Seitemahlener alsobald nicht nur das Gewehr ein-gesteckt/ sondern auch seine Unterha-bende beordnet/ im Friden ab-und inihre Quartier zu ziehen/ mit höchsterVerwunderung aller Welt/ welche sam-menrluch darauf gestünde/ daß solchesein Werck der Allmächtigen durch Fi-delem würckenden Hand GOttes seynmüsse. Summa : In allen Gelegen-heiten äusserte sich seine angestammteLiebs < und Dienst - Vegterd / also / daßkein so Mittel loser armer/ kem so ver-lassene Wittib/kein so betrübtes Wayß-lein / kein anderer so Hülffbedürffttger/undertruckrer Mensch gewesen / der th-ue nicht allzeit zu Steur/ oder Ab-hälft aller Bedürfftigkeiten fertig / undbereitwillig angerroffen hätte. Erhate kein Bedencken gemacht / sich ineigner Persohn denen Gerichten/Ma-gistraten/ und anderen hohen Mini-strrs vorzustellen / auch an den Ertz-Herzogcn Leopold selbsten Vittschriff-ten abzugeben / jene Gerechtigkeit zuerzwingen / vor welche einzukommensich andere nicht einmahl unterstandenhätten. Sein Hertz hatte also keineandere Ruhe/ als in der unruhigenBewegung durch allerhand Liebsdienst/welche dann in vilen Begebenheiten denGöttlichen Beystand Handgreifstich ne-ben sich hatten. Einsmahls wardeer berußen einer krancken Frauen bey-zustehen/ an deren Wlderaufkunfft
schon alles so vil als verzwekfflet wäre/so bald er bey ihr eingetroffen / sagt erohne Scheu zu ihro : Wie daß siebald frisch / und gesund aus dem Kran-cken- Beth aufstehen werde. Mannig-lich befrembdete sich/ diser so freyen Aus-sag/mafhm die Herrn Medici der kran-cken mehr nicht / als etliche wenige Le-bens-Täg zugetrauet. Aber der baldigeErfolg hat der Versorg dises gottseeligkVatters die Wahrheit ertheilt. Dannwie er dem Beth beygenahet/ nähmedie K rancke die Strick - Gürtel des Die-ner-GOttes in ihre Hand/ woraufsie gleichsam in einem Augenblick gebüh-ret/ daß sie ihre Kräfften dermaßenerhöhtet/ als wann sie grad von demTod zu Leben neuer Dingen erwecketwäre worden/ und hat es sich mit rh-ro fort / und fort also gebessert / daß siein wenig Tagen frisch / und gesund vondem Krancken - Bett aufgestanden.Auf eine Zeit begegnete ihme auf demWeeg ein Soldat zu Pferdt / dene ervormahls weder gekennet/ noch seinesWissens gesehen. Er stehet still / denSoldaten recht zu betrachten/ den erdann folgendes angeredt- Freund! ihrhabt schon ein geraume Jett ein sehrunanständige Gewohnheit zu schwö-ren / und zu fluchen ; und was nochmehr/ so habt ihr biß anhero noch nieeinigen Fielst angewendet diß abzu-thun. Aber wisset / deß dise die letsteWarnung/ welche euch GOrt durchmeinen Mund zuschicket. Folget ihrdiser / wohl gut / wo nicht / so wirddie bald einbrechende Raach GOrrcsdlsem euerem Leben ein erbärmlichesEnd machen. Er wüste so gar die Ar rhdiser bevorstehenden Raach GOttes /und bedeutete ihm / er würde mit einemDegen tvdrltch durchrennet werden. Di-ser freche Gottslästercr aber lachte sol-cher Verrohung nur / setzte seine Reiß/und böse Gewohnheit fort / bitz überein kurtzcs die Vorsugung ihre Erfül-lung gezeigt. Seitemahlen der Böß,wicht bald hernach mit eimm seinen Ca-meraden in einen hitzigen Wort-undZwey-Kampff zerfallen; da beede vomLeder gezuckt/ und der andere disem ar-men Tropffen einen solchen Stoß ange-bracht/ der ihme den Leib durch / unddurch gebühret / und die unglückseeligeSeel ohne einiges Büß-Zeichen in dieandere Welt geschicket.
Auf gleiche Weiß hat er auch demrebellischen Aufstand der Pündtnerenwider ihren rechtmäßigen Herren; wieauch die bedaurliche hieraus entstehendeNrderlag Visen Vo^cks vvrangesagt :Gleichwvhlen beyfügende/ daß die Oe-sterreichijche Soldaten zwar auf einer
Sei-