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Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen; oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einem Zusatz von dem Heiligen Maryrer Fideli, und der Feyrlichen Enthebung des Seeligen Bruder Clausen, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen, und Seeligen / <<seu>> Paradisus Sanctorum Helvetiae florum zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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4/8 Von dem Gottseeligen Fidele/

Besteiffung der Evangelischen Wahr-heit/ und Vertilgung der Irtthümerenwäre der Haupt, Zweck sothaner Ar-ticlen; welche nicht nur genau überlegt /sondern auch für nothwendig erkennetwordi/so wol von dem Ertz-HergogLeo-pold / als Blschoffen von Chur / unddem Apostolischen Nuntio in Krafftverbündlicher Kundmachung dem Volckvorgetragen zu werden; weil selbige soeingerichtet waren/ daß keiner deren denMarckstein Christlicher Bescheiden,undVorsichtigkeit überschreikete. Nach ei-ner mit Ludwig Baldrion / Guberna-toren in Pündten gepstogenen Überle-gung erhebt er sich in dessen Gesellschafft/in das Haupt - Orth deß Partentzer-Thals / Grüsch mit Nahmen ; alldaberuffen sie den Kern der Gemeinde zu-sammen/ und machen ihnen kund dievorgeschribene Articul; wobey aber sichder snvseelige Diener Christi mit eineröffentlichen Protestation zu vernehmengegeben / daß alles dises nicht angese-hen/ jemand den mindesten Gewatt an-zuthun/ noch zu Abschwörung deß Irr-glaubens/ zur Antrettung deß Catho-lischen Glaubens / zu Anhörung der H.Meß / und Ablegung Sacramenkali-scher Beicht zu zwingen / welcher nichtaus eigenen! Willens-Trib sich selbst da-hin bequemen wölle; jedoch Hoffete erauch / es wurde der wohlmeynende Be,selch sich in den Christen, Lehren/ undPredigen / weiche nicht billichen verhin-deret / einzufinden nicht entgegen seyn:Unter Visen Bedingnussen ist Krafft all-seitigen Beyfalls der Vc» rag beschlos-sen / und durch ein so anzüglge holdste,lige Handlungs-Arrh P. Fldelis in alleandere Mißions - Oerther eingeführtworden. Die in denen Prädicanren hie-rüber entstandene Eysersucht / welchedrstr neuen Dingen auf die Vollziehungihres oben abgefaßten Schlusses zu be-schleunigen/ die schon angelegte Rebel-lions, Gluth in die Flammen / das Volckin die Waffen/ und alles in Unordnungzu bringen; sonderbahr aber das Latho-Usche aufnehmen in jenen Orthen v woder Vertrag eingegangen worden /gleichsam in der Wiegen zu erstecken.Zu viser Ausführung hat sein bestes bey-getragen Michael Gojone / Prädicantzu Fans / ein Mann von äusserster Verrmessenheit: Disef dann hat von öffent-licher Cantzel / mit aufgeregten Finge-ren geschworen - Er hätte mit seinenleiblichen Augen ein wunderbahrlicheSLamm in die Kuchen eingehen gesehen /welches rhme em versicherte Vorsagungdeß unausbleiblichen/ Gig,bringendenBeystands GOttes wäre? Dahero soll-ten sie nur behertzt die Waffen ergrerftsen / und an einem gelegneren Aus-

schlag der Sachen nicht einmahl Miss-ten : angesehen gleichwie Davld/ nach-dem er den Riftn Goliath unter seineFüß/ und umgebracht / mit distm ein-tzigen Streich die Israeliter von ferne-ren Philistäischen Bekränckung beftey-et ; also wann einmahl der Capucinervermittels deines hertzhafften Streichsabgethan / wurde ein allgemeiner Sigwider die Catholische so gewiß/ alsun-schwähr seyn. Dergleichen Gefahr-volle Verständnussen wurden schon inallen Mißions - Oertheren gepflogen /wordurch dann die auf zimmlich gutenFridenr und Glaubens - Weegen geru-hende Sach ein gantz widriges Aussehenbekommen. Um / und um wäre ein Ge-mürmel / als ob das in Waffen stehendeVolck nur nach der leisten Ordre war-te / wider die Feind loßzubrechen. Wieein gewisser gut-Catholischer hiervonLufft bekommen / beynebens gesehen /daßder Liebe Drener Christi seine Apo-stolische Bearbeitungen unermüdet/ undohne eintzige Forcht immer fortsttzete /ohnerachtet ihme gantz klar vorgienge /daß an dem nächsten besten Orth / wo eeseinen Feinden unter die Augen/ auchin ihre Händ gerathen wurde / redetejhn^olgendens an : Vatter! was wöl-ket ihr thun / wann euch die TalvmL-sten überfallen wurden / euch umzu-bringen? Nichts anders / antworte-te er ihme/ als was die H. H. Blut-Zeugen um der Liebe IEstr/und derGldrp deß H Evangelif willen gethanhaben / wolte ich thun: Ich wolltehalt den Todt umarmben / wie selbegethan/ und solchen einer sonderbah-ren Gnad deß Himmels zuschreiben.Mit so angestammter Hertzhaffrrgkeit /laufft er von etnemOrth zum anderen miteyfrigem Predigen/ mit embsiger Hal-tung Christlicher Lehr / mit erfrischendenZusprächen an seine Cacholische zu star-ker .Gevult / ihnen sagende: Er vor sei-ne Persohn wäre schon entschlossen/ alsein wahrer Soldat Christi mit demSchwerd deß H.Evangelij in der FaustGlorwürdig zu sterben / und biß dahinunter neuen Gefahren neue Palm-Zwergaufzusuchen.

Der Himmel ist zwar stäts mit Cro-nen-Flechten beschäfftiget; aber gewohnt -'Mi-dise nicht denen guten Anfängen/ son- AnF/dern Cron, würdigen Endigungen auf- ft>nccc-zusetzen. Es wäre der Diener Christi M'Agantz begierig / dem grossen Werck die /nehmliche Hand / und leiste Vollzie-hung anzuwenden/ und den GöttlichenWillen zu vollbringen; welcher von ih-me noch erwartete / daß er den so vilen /heißen / zu Beschützung des H. Evange- .lij vergossenen Schweiß mit fernen Biut