4/8 Von dem Gottseeligen Fidele/
Besteiffung der Evangelischen Wahr-heit/ und Vertilgung der Irtthümerenwäre der Haupt, Zweck sothaner Ar-ticlen; welche nicht nur genau überlegt /sondern auch für nothwendig erkennetwordi/so wol von dem Ertz-HergogLeo-pold / als Blschoffen von Chur / unddem Apostolischen Nuntio in Krafftverbündlicher Kundmachung dem Volckvorgetragen zu werden; weil selbige soeingerichtet waren/ daß keiner deren denMarckstein Christlicher Bescheiden,undVorsichtigkeit überschreikete. Nach ei-ner mit Ludwig Baldrion / Guberna-toren in Pündten gepstogenen Überle-gung erhebt er sich in dessen Gesellschafft/in das Haupt - Orth deß Partentzer-Thals / Grüsch mit Nahmen ; alldaberuffen sie den Kern der Gemeinde zu-sammen/ und machen ihnen kund dievorgeschribene Articul; wobey aber sichder snvseelige Diener Christi mit eineröffentlichen Protestation zu vernehmengegeben / daß alles dises nicht angese-hen/ jemand den mindesten Gewatt an-zuthun/ noch zu Abschwörung deß Irr-glaubens/ zur Antrettung deß Catho-lischen Glaubens / zu Anhörung der H.Meß / und Ablegung Sacramenkali-scher Beicht zu zwingen / welcher nichtaus eigenen! Willens-Trib sich selbst da-hin bequemen wölle; jedoch Hoffete erauch / es wurde der wohlmeynende Be,selch sich in den Christen, Lehren/ undPredigen / weiche nicht billichen verhin-deret / einzufinden nicht entgegen seyn:Unter Visen Bedingnussen ist Krafft all-seitigen Beyfalls der Vc» rag beschlos-sen / und durch ein so anzüglge holdste,lige Handlungs-Arrh P. Fldelis in alleandere Mißions - Oerther eingeführtworden. Die in denen Prädicanren hie-rüber entstandene Eysersucht / welchedrstr neuen Dingen auf die Vollziehungihres oben abgefaßten Schlusses zu be-schleunigen/ die schon angelegte Rebel-lions, Gluth in die Flammen / das Volckin die Waffen/ und alles in Unordnungzu bringen; sonderbahr aber das Latho-Usche aufnehmen in jenen Orthen v woder Vertrag eingegangen worden /gleichsam in der Wiegen zu erstecken.Zu viser Ausführung hat sein bestes bey-getragen Michael Gojone / Prädicantzu Fans / ein Mann von äusserster Verrmessenheit: Disef dann hat von öffent-licher Cantzel / mit aufgeregten Finge-ren geschworen - Er hätte mit seinenleiblichen Augen ein wunderbahrlicheSLamm in die Kuchen eingehen gesehen /welches rhme em versicherte Vorsagungdeß unausbleiblichen/ Gig,bringendenBeystands GOttes wäre? Dahero soll-ten sie nur behertzt die Waffen ergrerftsen / und an einem gelegneren Aus-
schlag der Sachen nicht einmahl Miss-ten : angesehen gleichwie Davld/ nach-dem er den Riftn Goliath unter seineFüß/ und umgebracht / mit distm ein-tzigen Streich die Israeliter von ferne-ren Philistäischen Bekränckung beftey-et ; also wann einmahl der Capucinervermittels deines hertzhafften Streichsabgethan / wurde ein allgemeiner Sigwider die Catholische so gewiß/ alsun-schwähr seyn. Dergleichen Gefahr-volle Verständnussen wurden schon inallen Mißions - Oertheren gepflogen /wordurch dann die auf zimmlich gutenFridenr und Glaubens - Weegen geru-hende Sach ein gantz widriges Aussehenbekommen. Um / und um wäre ein Ge-mürmel / als ob das in Waffen stehendeVolck nur nach der leisten Ordre war-te / wider die Feind loßzubrechen. Wieein gewisser gut-Catholischer hiervonLufft bekommen / beynebens gesehen /daßder Liebe Drener Christi seine Apo-stolische Bearbeitungen unermüdet/ undohne eintzige Forcht immer fortsttzete /ohnerachtet ihme gantz klar vorgienge /daß an dem nächsten besten Orth / wo eeseinen Feinden unter die Augen/ auchin ihre Händ gerathen wurde / redetejhn^olgendens an : Vatter! was wöl-ket ihr thun / wann euch die TalvmL-sten überfallen wurden / euch umzu-bringen? Nichts anders / antworte-te er ihme/ als was die H. H. Blut-Zeugen um der Liebe IEstr/und derGldrp deß H Evangelif willen gethanhaben / wolte ich thun: Ich wolltehalt den Todt umarmben / wie selbegethan/ und solchen einer sonderbah-ren Gnad deß Himmels zuschreiben.Mit so angestammter Hertzhaffrrgkeit /laufft er von etnemOrth zum anderen miteyfrigem Predigen/ mit embsiger Hal-tung Christlicher Lehr / mit erfrischendenZusprächen an seine Cacholische zu star-ker .Gevult / ihnen sagende: Er vor sei-ne Persohn wäre schon entschlossen/ alsein wahrer Soldat Christi mit demSchwerd deß H.Evangelij in der FaustGlorwürdig zu sterben / und biß dahinunter neuen Gefahren neue Palm-Zwergaufzusuchen.
Der Himmel ist zwar stäts mit Cro-nen-Flechten beschäfftiget; aber gewohnt -'Mi-dise nicht denen guten Anfängen/ son- AnF/dern Cron, würdigen Endigungen auf- ft>nccc-zusetzen. Es wäre der Diener Christi M'Agantz begierig / dem grossen Werck die /nehmliche Hand / und leiste Vollzie-hung anzuwenden/ und den GöttlichenWillen zu vollbringen; welcher von ih-me noch erwartete / daß er den so vilen /heißen / zu Beschützung des H. Evange- .lij vergossenen Schweiß mit fernen Biut