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Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen; oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einem Zusatz von dem Heiligen Maryrer Fideli, und der Feyrlichen Enthebung des Seeligen Bruder Clausen, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen, und Seeligen / <<seu>> Paradisus Sanctorum Helvetiae florum zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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Capuckner/ und Märtyrer. 415

ansehnlich-und zugleich fröhliche Pro-reßion ihren Anfang nehmete/ die al-so eingetheilt wäre: Voran gienge ei-ner mit dem Lrentz/ und 2. mit weif-ten Fahnen : Darauffolgte ein Rayenwohl-gezierdter Knäbletn/ allerhandBlumen - Croyen in der rechten Hand/inderlincken aber/ Palm-Zweig vor-zeigende/ welche dann einen Chor derEnglen vorstellten / nächst disen ka-men die Musicanten ; die EhrwürdigePriesterschafft/ und Thum Herren/welche die Litaney von der Allcrseelig-ften Jungfrauen singeten/ hierauf derHochwürdigiste Bischof von seink Hof-Geistlichen / welche gleichfalls Cronen/und Palmen-Zweig in den Händentrugen/ umgeben: hernach dievondenvornehmeren Officiren wexelweiß ge-tragene Baar/ und gleich darauf derH?rr General Graf Ludwig von Sultzander Gcfolg seiner Haupt - Leuten /und andern Catholischen Herren Pünd-neren die Proceßion aber wurde ge-schlossen von dem Überrest der Solda-ten in ihrer Ordnung mit fliegendenFahnen / und klingenden Spihl; wel-ches bey männiglich ein hertzliche Freuderweckte. Bey disem andächtig - undprächtigen Einzug / und Eintritt sol-chen Ehrwürdigen Gasts hat es dasAnsehen gehabt / als ob die lebloseStein/ und Mauren sechsten einigeFrolockung hierüber verspühren laßlen.Dre Calvinisten laufften Schaaren-Weiß aus ihren Häuseren/ denen derAnblick eines so anmüthigen Schau-spihls die hertzliche Zäher aus den Au-gen getriben- Auch hat man gese-hen/ daß deren einige im Vorbeygehensich vor dem Heil. Leib darnider ge-morsten/ die Händ zusammen geschla-gen/ an das Hertz geklopfft/ gleichsamden Himmel um Verzeyhung/ undBarmhertzigkeit / über die an dem H.Mann verübte mörderische Unthat an-zuflehnen. Der Eingang in die Lhum-Kirchen geschahe unter völligem Glo-

cken - Orgel-und zusammen gestimmterMusic - Thon : Alsdann wurde derSarck auf ein noch ansehnlicheres / umund um mit Sig - Zeichen der Glorygeziertes/ und mit vilen Facklen be-leuchtetes Gerüst gefüget. Hieraufhat der Hochwürdige Herr )o 5 exliusIVIori, damahliger Thum- Herr / desHochwürdigisten Bischoßs/oanms kul- , m der Bischöfflichen Würde Nach-folger/ dicCantzel bestiegen/ und hatin einer ausbündig - zierlicher Predigdie Tugenden / den »»ermüdeten Ey-fer für die Catholische Kirchen/ den inseinen Mißionen geschafften Frucht/ denreichlich in dem Himmel eingeerndrenSeelen-Schnitt/ und endlich den zuBeschützung der Evangelischen Wahr-heit Glorwürdig ausgestandenen Tod/auch die hieraus verdiente/ und un-fehlbahr genießende Himmlische Glorydises seellgen Diener GOttes mit trlf-siger Wohlredenheit hervorgestrichen.Nach geendter diser hat der Hochwür-digiste Bischofs den »xmnum: l'e OL-um lauäamus angestimmet / dene diePriesterschafft / und Musica lrscher Chorfortgesetzet / letstlichen ist der Heil.Leichnam in selbiger Kirchen in ein neu-es hierzu gewidmetes erhobenes Grabbeygesetzt : Die Sarcken aber unterfolgender Überschrift: Corpus Kearik'iäelis Lapucirü, ^larr^rro süeökr in8evis. Der Leichnam des fertigenzu Scvis gemavrepkcn Lidclrs La-pucincrs. Versiglet worden. Hie-hergehört noch/ daß/ nachdemeAnno1697. das Grab/ und Sarck eröffnet/der Ehrwürdige Leib wider erkennt /und an ein anders Orth übertragenworden; man die Seichen samt demÜberrest des Hertzens noch gantz un-verwesen/ und mit frischem greifflichenFleisch umgeben gesunden habe / ohn-angesehen er schon in die 70. Jahrenmit ungelöschtem Kalch überschüt-tet/ in der Erden gelegen.

Wunder/ welche der seelige Märtyrer ge-

würcket/ und in denen aus Apostolischem Gewalt gehaltenenProceßcn eingegeben worden.

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Ann schon Zungen / und Fede-ren aufhören sollten / die herr-liche Thaten / und Tugenden/und Heiligkeit grosser Freun-den GOttes mit Lobsprüchen zu erhe-ben ; wurde doch der Himmel nicht er-mangle« eine gewisse Stimm-Arth je-ner Stillschweiger zu ersetzen. Und di-. ' ft Stimm ist nichts anders / als die al-le menschliche Kläfften / und Bcgreis-fung übersteigende/ aus Verdienst /k. r. lllurer, Vie H. Schweig.

und Vorbitt der Heiligen von der All-macht GOttes berührende Wunder-Thaten : In deren schuldiger Erzehlungsollen den ersten Rang haben jene vonjhro Päbstlichen Heiligkeit approbiert-und in Apostolischen Decret kund-ge-machte Wunderwerck unseres seeligenMärtyrers Fidelis. Weil auch underdisen jenes allerforderist angerühmetwird; wo aus Anrufung deß seeligenDiener GOttes das Schloß zu Wayen-Ppp 2 feld