48§ Von dem Gottseeligen Fidele/
feld von augenscheinlicher Feurs - Ge-fahr gählingen errettet worden; wira-ber dessen Erzehlung schon oben einge-führet: Solle gleich das andere nichtMinderer Verwunderung Glaubens-würdige Mrrackel der Anfang seyn/ sosich unreinerCloster-Frau/ SchwesterLäcilia Munsingerin / Cisterzienser Or-dens/ Convenmalin zu Denntken er-geben. Dise hatte einen Zustand anihrer rechten Brust/ welcher ihro in die14. Tag lang unaussetzliche/ und solcheSchmertzen verursachete/ daß sie inwährender diser Zeit Tag/ und Nachtanders nichts vermöchte/ als zu achtzenund zu winßlen. Über daß so gestattetenihr auch dise Schmertzen nicht einmahlsicher zu athmen ohne Verdopplung ver-teidigen : Massen sie auf jedem Athem-Zug an dem schadhafften Orth solcheStich auszustehen hatte/ worvonsie zusterben vermeynte. Die tugendlicheSchamhafftigkeit hat ein geraume Zeitihr nicht zugeben wollen/Visen Zustandjemand zu entdecken. Wie aber dieHeffngkeit der immer zunehmendenSchmertzen ihro eine Ohnmacht überdie andere beygebracht; hat sie ihrschmertzliches Leyden der Vorsteherineröffnet / und sie innstandig um Hülff-Miltel gebetten. Die Abrißm solchewre glüende Kohlen entzündete / undhoch - sckrvartz geschwollene Brust erse-hende / hat aus hcrtzlichem Mittendengufqeschryen: wehe meine liebe
Schwester ! wir scynd nicht mehr mder Zeic/von menschlichenMittlen eineHülff zu hoffen: Ihr müßt nur vonGOtc ein Mwackel begehren, Ichhabe bey mir einen Abschnitt von demHablt deß Gottseeligen MärtyrersFtdelrs / auf dessen Verdienst / undVorbict der gütige GOct beständigneue Wunder würcket: Nehmet hinda dlscs Heiligthum / leget es aufdasschmcrtzhassce Grth/ und erwecket ei-ne unzwerfflende Zuversicht euere Ge-sundheit gantz gewlß zu erlangen.Die Krancke gehorsamt / nihmt daßkleine Flecklein von der Abtißin an /zeichnet die Brust mit dem H. Creutz /und legeres in andächtigem Vertrauenaufden Schaden / den seeligen Märty-rer um seine Hülff anrüstende. Wun-der ! in demselbigen Augenblick empfin-det sie ein völlige Nachlaß der Schmer-tzen. Hierauf hat sie etliche Stundgantz süß eingeschläfferet geruhet. Sobald sie morgen erwacht/ hat sie vor al-lem anderen ihr allbereit Schmertzen-freye Brust aufgebunden / und mit freu-digen Wunder gesehen/ daß samt berGeschulst auch die Entzündung sichwahrhasttig verlohren / und die völligeGestalt der anderen durchaus bekom-
men habe. Sie laufst gleich der Äbtis-sin zu / ihre Freud / und gäntzliche Ge-nesung zu erzehlen. Dise legt ihr aufalsobald mit Bettung eines H. Rosen-krantzes/ und anderer Andachten ihreErkanntlichkeit gegen disem Himmli-schen Gutthäter abzustatten; deme sieauch nachgekommen / solche Vortreffli-che/ durch die Vorbitt veß seeligen Fi-delis von GOtt erhaltene Gnad in ih-rer lebenlänglich danckbahrer Gedächt-nuß herumtragende.
Eine EdclfrauzuFeldkirchEuphro-sina Papußin hat ein Knäblein geboh-ren/ und Paul Franciscus Lausten las-sen. Etliche Tag nach der Geburthhat sie wahrgenommen / daß das einteAug deß Kinds von einem beständigenFluß aller wässerig / mit einem dickenHäutlembedeckt/ aufgeschwollen/undendlich gar aufgebrochen wäre; alsozwar daß der Auaapffel verderbt/ undvon der Feuchtigkeit der fcharpffen Ma-tery verzehret / alle Hoffnung benom-men / daß dises Aug die Krastt zu se-hen mehr habe / oder haben werde :Dises um so weniger als sie sich erin-nerte / dem Vatter / und dem Groß-vatter deß Kinds eben dergleichen Un-glück zugestoßen zu seyn; dessen es dannsorglich ein unglückseeliger Erb seyn wur-de. Gleichwohlen kragte sie daS Kindauf ihren Armben in die Kirchen derP.P. Capuciner/ wo das Haupt deßseeligen Märtyrers Fidelis seine Be-haltnuß hatte; opfferte etliche Wachs-Kertzen zusamt einem seidenen Kelch-Tüchlein/ und verbindet sich gelübdlich/wofern der Allmächtige 2>Ott durch dieVerdienst des seeligen Märtyrers ihremKind das verlohrne Aeuglein wider her-stellen wurde/ alle Jahr den Tag seinerMarter mit einer Beicht / und Com-munion/ und sonsten noch feyrlich zuhalten. Sehet ein Mirackel! sobaldnur das Gelübd ausgesprochen/ hat siedem auf ihrer Schooß ligenden Kindeinen Blick gegeben / und dasselbige mitgantz hellen/glantzenden/ und vollkom-men gesunden Augen / und also gebär-det befunden / samt wolle es ihro mitlächlendem Mund/ und aufsie gerichte-ten Aeuglein das Wunderwcrck mit ei-nem neuen Wunderwerck erzehlen.
Nicht weniger denck - als Wunder-würdig wäre auch die gählinge Gesund-werdung Caspar Stiger von Gisingen:Es wurde diser 5. gantzer Jahr mit der-gleichen Schmertzen in dem Ruck-Ge-rad gefeiterer» welche die Erträglich-^keit allerdings übersteigern; dahero ersich mehrenkheils zu Beth halten / oderaber nur mit Vergrößerung seiner Ley-den-