494 Von den Gottseeligen Fidele /
Christina Mattin von der Blind-heit emcs Augs.
Barbara Schnetzlerin vonzweyjäh-riger Marter bald unerträglicherHaupt-Schmertzen.
Anna Lenglinvon schmertzlicher auchzwey Jahr wahrender Verkrämpssungan beeden Armben.
Agatha Schmidlinvon unnatürlicherAufschwellung deß Angesichts / so ihrden Brauch derAugen völlig benommen.
Margaritha Sonderbergerin voneinem gantz,verzweissienden Schaden.
Jodocus Seemann von dem aller-hefftigsten Wehethum in gantzen Leib.
Johannes Sturm von einer gewis-sen Forcht / welche ihn beständig mitkränckender Angst beunruhigte.
Ursula Nachbäurin ein Mägdleinvon denen häfftigen (Nüchteren.
Anna Lehenherin von einem aben-theurischen Geschwür in der Nasen.
Johannes Roher von einem unheyl-samen Apostem an dem Schenckel/ anwelchem alle Barbierer erlegen.
Dise alle/ wie auchvile andere/de-ren Nahmen Äürtze halber umgehe /haben nach Anruffung der Verdienstendeß seeligen Märtyrers Fidelis die er-wünschte Gesundheit erlanget. Eineran beeden Füssen gantz gelähmet / ste-het/ und richtet sich auf/ gehet ohnge-hinderet davon. Ein anderer mit ei-nem krummen Fuß wird gantz gerad /und aufrecht. Zwey mit umgedrehetenFüssen. Ein anderer mit umgekehrterHand bekommen dise ihre Glider zu ih-rem natürlichen Stand. Ein Gehör-loser erhaltet das Gehör. Zweymit Leib-Schäden wer-den gesund.
Auf die Vorhin des seeligen Märtyrers
werden Todte zum Leben auferweckt.
Lsx. 10.
A^Uch der Todt ist der Tugendzinßbahr / und muß auf veroBefelch jene lebendig zurück ge-ben/denen er sich durch sichbe-maisteret. Die Tugend Macht deß seeli-gen Fidelis erstrecket sich nicht nur indas Reich der Lebendigen / sondernauch in jenes der Todten/ aus welchem«ihrer vil erwecket.
Sebastian Wassers Haußfrau indem Dorfs Mainingen / ohnweit Feld-kirch / kan diser wunderthätigen GnadZeugnuß geben. Dise arbeitete schonvti Täg nach einander mit härtisten Ge-blüts-Schmertzen / und Tods - Ge-fahr ihrer Leibs. Frucht entbunden zuwerden. Setzte-gleichwohl zu demBronnen aller Gnaden / der Selig-sten Jungfrauen Maria ihr eintzige Zu-flucht; russcl dise mit Gelübd/ und eyf-rigsten Gebett um ihren Allermächtigi-sten Beystand an. Die Himmels-K ö-nigin aber wollte vor dißmahl dem seerligen Märtyrer Fidelis die Ehr / undGelegenheit überlassen/ sich vermittelseines vortrefflichen Miraculs auf Er-den berühmt zu machen / und erhörtedas Gebett nicht- Der Mann überden leydrgcn Zustand seines Weibs bißzur Klemmüthi ckeit gcstürtzet / wendetsich zu dem seeligen Märtyrer Fidelt /und in Krasse dessen hoher Verdienstenschreyet er mit 1e bendlgen Glauben hertz-inniglich zu GOtt. Worauf gleich
sein Weib der Geburts-Gefahr/ under samt ihr der Todes Angst entbundenworden. Und sehet die erste Gnaddurch unseren seeligen Märtyrer! diehierüber entstehende Freud wardeabergar bald eingestellet / und in grossenSchröcken verkehret; indeme vie Mut-ter gesehen / daß das jenige so sie zurWelt gebracht / nicht anders / als einftinckender schwartzer / ungestalteterCörper wäre / ohne das wenigste Le-benö-Zeichen. Solches kümmerte diearme Kindel-Betherin über alle Massen/als welche diseö / sonderbahr aber dieaus Abgang deß H. Tauffs in so weitverlohrne Seel mit vilcn bitteren Zähe-ren beweinte. Ihr Mann aber bringetihro Hertz / und Vertrauen bey / denseeligen Fidelem mit neu / und festemGlauben anzurüsten; wer weißt / obwir Visen nicht auch in solchem anderemCreutz hülffreich erfahren werden? Ge-sagt/ gethan: Und mercket nun die an-dere Wunder - GnadSeithenmahlenindem beede ihre vertraulich bittendeHertzen gegen unserem seeligen Märty-rer ausgiesseten / werden sie an demnach allerfleißiger Erfahrnuß todt be-funden/ und geglaubten Leib einiger Le-bens Zeichen gewahr. Und damit daSMiracul recht heraus komme/ hat dasWeyland todte Kind die Augen eröff-net/ und nicht allein lebendig / sondernvollkommen gesund; ja aufeine sonder-bahre Weiß gantz fröhlich / und starck
er-