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Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen; oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einem Zusatz von dem Heiligen Maryrer Fideli, und der Feyrlichen Enthebung des Seeligen Bruder Clausen, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen, und Seeligen / <<seu>> Paradisus Sanctorum Helvetiae florum zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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494 Von den Gottseeligen Fidele /

Christina Mattin von der Blind-heit emcs Augs.

Barbara Schnetzlerin vonzweyjäh-riger Marter bald unerträglicherHaupt-Schmertzen.

Anna Lenglinvon schmertzlicher auchzwey Jahr wahrender Verkrämpssungan beeden Armben.

Agatha Schmidlinvon unnatürlicherAufschwellung deß Angesichts / so ihrden Brauch derAugen völlig benommen.

Margaritha Sonderbergerin voneinem gantz,verzweissienden Schaden.

Jodocus Seemann von dem aller-hefftigsten Wehethum in gantzen Leib.

Johannes Sturm von einer gewis-sen Forcht / welche ihn beständig mitkränckender Angst beunruhigte.

Ursula Nachbäurin ein Mägdleinvon denen häfftigen (Nüchteren.

Anna Lehenherin von einem aben-theurischen Geschwür in der Nasen.

Johannes Roher von einem unheyl-samen Apostem an dem Schenckel/ anwelchem alle Barbierer erlegen.

Dise alle/ wie auchvile andere/de-ren Nahmen Äürtze halber umgehe /haben nach Anruffung der Verdienstendeß seeligen Märtyrers Fidelis die er-wünschte Gesundheit erlanget. Eineran beeden Füssen gantz gelähmet / ste-het/ und richtet sich auf/ gehet ohnge-hinderet davon. Ein anderer mit ei-nem krummen Fuß wird gantz gerad /und aufrecht. Zwey mit umgedrehetenFüssen. Ein anderer mit umgekehrterHand bekommen dise ihre Glider zu ih-rem natürlichen Stand. Ein Gehör-loser erhaltet das Gehör. Zweymit Leib-Schäden wer-den gesund.

Auf die Vorhin des seeligen Märtyrers

werden Todte zum Leben auferweckt.

Lsx. 10.

A^Uch der Todt ist der Tugendzinßbahr / und muß auf veroBefelch jene lebendig zurück ge-ben/denen er sich durch sichbe-maisteret. Die Tugend Macht deß seeli-gen Fidelis erstrecket sich nicht nur indas Reich der Lebendigen / sondernauch in jenes der Todten/ aus welchem«ihrer vil erwecket.

Sebastian Wassers Haußfrau indem Dorfs Mainingen / ohnweit Feld-kirch / kan diser wunderthätigen GnadZeugnuß geben. Dise arbeitete schonvti Täg nach einander mit härtisten Ge-blüts-Schmertzen / und Tods - Ge-fahr ihrer Leibs. Frucht entbunden zuwerden. Setzte-gleichwohl zu demBronnen aller Gnaden / der Selig-sten Jungfrauen Maria ihr eintzige Zu-flucht; russcl dise mit Gelübd/ und eyf-rigsten Gebett um ihren Allermächtigi-sten Beystand an. Die Himmels-K ö-nigin aber wollte vor dißmahl dem seerligen Märtyrer Fidelis die Ehr / undGelegenheit überlassen/ sich vermittelseines vortrefflichen Miraculs auf Er-den berühmt zu machen / und erhörtedas Gebett nicht- Der Mann überden leydrgcn Zustand seines Weibs bißzur Klemmüthi ckeit gcstürtzet / wendetsich zu dem seeligen Märtyrer Fidelt /und in Krasse dessen hoher Verdienstenschreyet er mit 1e bendlgen Glauben hertz-inniglich zu GOtt. Worauf gleich

sein Weib der Geburts-Gefahr/ under samt ihr der Todes Angst entbundenworden. Und sehet die erste Gnaddurch unseren seeligen Märtyrer! diehierüber entstehende Freud wardeabergar bald eingestellet / und in grossenSchröcken verkehret; indeme vie Mut-ter gesehen / daß das jenige so sie zurWelt gebracht / nicht anders / als einftinckender schwartzer / ungestalteterCörper wäre / ohne das wenigste Le-benö-Zeichen. Solches kümmerte diearme Kindel-Betherin über alle Massen/als welche diseö / sonderbahr aber dieaus Abgang deß H. Tauffs in so weitverlohrne Seel mit vilcn bitteren Zähe-ren beweinte. Ihr Mann aber bringetihro Hertz / und Vertrauen bey / denseeligen Fidelem mit neu / und festemGlauben anzurüsten; wer weißt / obwir Visen nicht auch in solchem anderemCreutz hülffreich erfahren werden? Ge-sagt/ gethan: Und mercket nun die an-dere Wunder - GnadSeithenmahlenindem beede ihre vertraulich bittendeHertzen gegen unserem seeligen Märty-rer ausgiesseten / werden sie an demnach allerfleißiger Erfahrnuß todt be-funden/ und geglaubten Leib einiger Le-bens Zeichen gewahr. Und damit daSMiracul recht heraus komme/ hat dasWeyland todte Kind die Augen eröff-net/ und nicht allein lebendig / sondernvollkommen gesund; ja aufeine sonder-bahre Weiß gantz fröhlich / und starck

er-