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Helvetia Sancta, H. Schweitzer-Land : das ist ein Heiliger lustiger Blumen-Garten, und Paradeiss der Heiligen; oder Beschreibung aller Heiligen, so von Anfang der Christenheit in Heiligkeit des Lebens, und mancherley Wunderwercken, nicht allein in Schweitzerland, sondern auch an angräntzenden Orthen geleuchtet samt einem Zusatz von dem Heiligen Maryrer Fideli, und der Feyrlichen Enthebung des Seeligen Bruder Clausen, wie auch mit einem ausführlichen Register aller Heiligen, und Seeligen / <<seu>> Paradisus Sanctorum Helvetiae florum zusammen gezogen, und beschriben durch weyland den ehrwürdigen, und wohlgelehrten Herren, P.F. Henricum Murer, der Carthauss Ittingen Profess, und Procurator, etc.
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Cavucmer/ und Märtyrer. 49c

Erschrnen. Die Elteren hierüber gantzerstaunet/gaben aufalles gantz genaueAchtung : Und weil sie halt befunden /daß ihr K ind einmahl gantz änderst aus-sehe / als kurtz zuvor / haben sie ihrelaute Stimmen in den Himmel erhebt/ihrem Himmlischen Wohlthäter für vi-fes grosse/ und augenscheinliches Wun-derwerk unsterblichen Danck abzustat-ten: Auch dem Kind nn H. Tauft denNahmen Fidelis gegeben / damit es alsein lebendiger / allzeitig-und erkanntli-cher Zeug einer so seltzamen Wunder-that seyn solle.

Eine disem gantz gleiche Wunder-Gnad hat der Grund-Gütige GOTTdem Kind Johann Millers von. Mats-fels angedeyen lassen ; dessen Eheweibnach ausgestandenem häffrigen Ge-burts- Wehe eines todten Kinds un-giückseelige Mutter worden. Die He-bamme / welche von dem aller erkalte-ten Leib/ und anderen Todten Zeichenüberzeuget wäre nicht das wenigste Le-be in dem Kind zu vermuthen / ermähnetdie Eiteren / ihr letsteö Vertrauen zudem wunderthätigen Märtyrer Fidelezu nehmen/aufdessen hochgültige Vor-hut sie gleich anderen vüen Wundererfahren sollten. Solchem Zuspruchzu Gefolge hallen sie bey der GöttlichenMajestät inständigst an / in Ansehungder grossen Verdienst deß Dieners Chri-sti Fidelis / die todte Leibs Feucht gnä-digst zu beseelen. In wUhrcnven visemSeufftzen hat das Ä rnd zu athmen / sichzu bewegen / und hernach etliche starckeKinds-Schray zu thun angefangen.Die Eiteren das durch Vorlmr deßsee-ligen Fidelis von Todten zum Leben er-weckte Kind ersehende / dancklen GOtt/und ihrem gutthätigen Vorsprecher ;llessen auch das Kind Fidelis lausten /um ihme disem Nahmen eme unaus-löschliche danckbahre Gedächtnuß sol-chen vortrefflichen MiraculS einzubin-den.

Der Ruffeben erzeblten Wunder-wercks hat Rosinam Licheregin nachge-zogen / und ihro nicht weniger Zuver-sicht / als Wünsch beygebracht > emgleiches/ oder wohl noch grösseres Mir* racul von Gorr zu begehren / za zu er-warrhen. Dlse ward ebenmäßig nachrmpfindlichisten Schmcrtzen eines allerEmpfindlichkeit beraubt > und todtenKnäbleins entbürdrt;und dahero ver-ursachet den doppelten Verlurst deß Le-bens/ und der Seel? ihrer eigenöGcburtbitterlich zu beweinen. Wie aber ebendieselbe Hebamm das vorige von GOttauf Auflehnung der vorbtttlichen Ver-diensten unseres seeligen Märtyrers mit

dem Kind Johann Millers verhengteWunderwerck erzehlet;zumahlen die be-trübte aufgemunterer, ihr Vertrauengleichfalß dahin zu richten / hat sie di-scm erwünschten Rath beyzupflichtenmit hertzlichster Anmuthung der mütter-lichen Liebe ihre Augen/ und Stimm inden Himmel erhebt/den hochvermögen-den Beystand deß seeligen Fidelis gleich-sam zu erzwingen / mit dem Verspre-chen : Im Fall seine Hülff zur Begei-sterung ihrer todten Leibs- Frucht vor-träglrch seyn wurde / es im Heil. TaustFidelis nennen zu lassen. Nach solchemkurtz aber gut / weil gantz entzündetenGebett hat sich in dem vollkommenenLeben deß Kinds auch das erwarteteMiraculgeäusseret/vor welches die El-teren / und alle hierzu gegenwärtigeGOtt/ und dem seeligen Fideli mögli-chistes Lob / Ehr / und Danck in hohenHimmel - hinauf geschryen ; nach-gehends das Kind auf so wunderlich er-haltenes Leben deß Leibs auch zu jenemder Seelen durch den H. Tauff beför-deret / ihme den Nahmen Fidelis zu ge-ben gebetten / und ihme in disem ein ver-bündliches Gesatz solcher hohen Gnaderkannriichist / und unaussetzlich zuge-dencken / eingestricket.

Es haben die Heylthumer deß seeli-gen Märtyrers an einer Persohnnahmhaftre Wunder-Würckungen ge-than.

Anna Schatzmännin von Ranckweilstritte nicht weniger mit d<m allergesähr-Uchisten Geburrs ^ Schmertzen ; undwäre sie voller Angst von deren Heffrig-keit aufgerieben zu werden; nach erlichtägiger solcher Todts - Angst hat dasKind ein Aermblcin allein aus der Mut-ter Leib hcrfür gestreckcr/ dise Marterdeß armen Weibs daurte noch gantzer12. Stund darauf. Es haben Doctor/und Hebamm nicht allein daran gezweist-let / daß nicht das Kind schon werdetodt seyn: Dises abßt noch besser zu er-^-kundigen / haben sie brennende Fackletz .an das Zlermblein gehalten/ aber nichtsdaß mindiste Leben vermerckrt. Dahe-ro schon beschlossen / und alles fertigwäre / mit eisenen Instrumenten dieMutter der ersteckten Leibs Frucht loßzu machen. Ehe der Vollziehung sol-cher operation hat ein beywesendesWeib/ Agatha der so gewaltthätig? Ge-bährerm etliche Heylthümer von demseeligen Märtyrer Fldeli auferleget/mitermähnen/ sie solle mir einer recht ver-träulichen Andacht/ und Glauben des-sen Hilft- und Gnaden reiche Verspre-chung anrüsten. Und nehmet wahr !wie die gewünschte Wunder-Hülss der

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