Cavucmer/ und Märtyrer. 49c
Erschrnen. Die Elteren hierüber gantzerstaunet/gaben aufalles gantz genaueAchtung : Und weil sie halt befunden /daß ihr K ind einmahl gantz änderst aus-sehe / als kurtz zuvor / haben sie ihrelaute Stimmen in den Himmel erhebt/ihrem Himmlischen Wohlthäter für vi-fes grosse/ und augenscheinliches Wun-derwerk unsterblichen Danck abzustat-ten: Auch dem Kind nn H. Tauft denNahmen Fidelis gegeben / damit es alsein lebendiger / allzeitig-und erkanntli-cher Zeug einer so seltzamen Wunder-that seyn solle.
Eine disem gantz gleiche Wunder-Gnad hat der Grund-Gütige GOTTdem Kind Johann Millers von. Mats-fels angedeyen lassen ; dessen Eheweibnach ausgestandenem häffrigen Ge-burts- Wehe eines todten Kinds un-giückseelige Mutter worden. Die He-bamme / welche von dem aller erkalte-ten Leib/ und anderen Todten Zeichenüberzeuget wäre nicht das wenigste Le-be in dem Kind zu vermuthen / ermähnetdie Eiteren / ihr letsteö Vertrauen zudem wunderthätigen Märtyrer Fidelezu nehmen/aufdessen hochgültige Vor-hut sie gleich anderen vüen Wundererfahren sollten. Solchem Zuspruchzu Gefolge hallen sie bey der GöttlichenMajestät inständigst an / in Ansehungder grossen Verdienst deß Dieners Chri-sti Fidelis / die todte Leibs Feucht gnä-digst zu beseelen. In wUhrcnven visemSeufftzen hat das Ä rnd zu athmen / sichzu bewegen / und hernach etliche starckeKinds-Schray zu thun angefangen.Die Eiteren das durch Vorlmr deßsee-ligen Fidelis von Todten zum Leben er-weckte Kind ersehende / dancklen GOtt/und ihrem gutthätigen Vorsprecher ;llessen auch das Kind Fidelis lausten /um ihme disem Nahmen eme unaus-löschliche danckbahre Gedächtnuß sol-chen vortrefflichen MiraculS einzubin-den.
Der Ruffeben erzeblten Wunder-wercks hat Rosinam Licheregin nachge-zogen / und ihro nicht weniger Zuver-sicht / als Wünsch beygebracht > emgleiches/ oder wohl noch grösseres Mir* racul von Gorr zu begehren / za zu er-warrhen. Dlse ward ebenmäßig nachrmpfindlichisten Schmcrtzen eines allerEmpfindlichkeit beraubt > und todtenKnäbleins entbürdrt;und dahero ver-ursachet den doppelten Verlurst deß Le-bens/ und der Seel? ihrer eigenöGcburtbitterlich zu beweinen. Wie aber ebendieselbe Hebamm das vorige von GOttauf Auflehnung der vorbtttlichen Ver-diensten unseres seeligen Märtyrers mit
dem Kind Johann Millers verhengteWunderwerck erzehlet;zumahlen die be-trübte aufgemunterer, ihr Vertrauengleichfalß dahin zu richten / hat sie di-scm erwünschten Rath beyzupflichtenmit hertzlichster Anmuthung der mütter-lichen Liebe ihre Augen/ und Stimm inden Himmel erhebt/den hochvermögen-den Beystand deß seeligen Fidelis gleich-sam zu erzwingen / mit dem Verspre-chen : Im Fall seine Hülff zur Begei-sterung ihrer todten Leibs- Frucht vor-träglrch seyn wurde / es im Heil. TaustFidelis nennen zu lassen. Nach solchemkurtz aber gut / weil gantz entzündetenGebett hat sich in dem vollkommenenLeben deß Kinds auch das erwarteteMiraculgeäusseret/vor welches die El-teren / und alle hierzu gegenwärtigeGOtt/ und dem seeligen Fideli mögli-chistes Lob / Ehr / und Danck in hohenHimmel - hinauf geschryen ; nach-gehends das Kind auf so wunderlich er-haltenes Leben deß Leibs auch zu jenemder Seelen durch den H. Tauff beför-deret / ihme den Nahmen Fidelis zu ge-ben gebetten / und ihme in disem ein ver-bündliches Gesatz solcher hohen Gnaderkannriichist / und unaussetzlich zuge-dencken / eingestricket.
Es haben die Heylthumer deß seeli-gen Märtyrers an einer Persohnnahmhaftre Wunder-Würckungen ge-than.
Anna Schatzmännin von Ranckweilstritte nicht weniger mit d<m allergesähr-Uchisten Geburrs ^ Schmertzen ; undwäre sie voller Angst von deren Heffrig-keit aufgerieben zu werden; nach erlichtägiger solcher Todts - Angst hat dasKind ein Aermblcin allein aus der Mut-ter Leib hcrfür gestreckcr/ dise Marterdeß armen Weibs daurte noch gantzer12. Stund darauf. Es haben Doctor/und Hebamm nicht allein daran gezweist-let / daß nicht das Kind schon werdetodt seyn: Dises abßt noch besser zu er-^-kundigen / haben sie brennende Fackletz .an das Zlermblein gehalten/ aber nichtsdaß mindiste Leben vermerckrt. Dahe-ro schon beschlossen / und alles fertigwäre / mit eisenen Instrumenten dieMutter der ersteckten Leibs Frucht loßzu machen. Ehe der Vollziehung sol-cher operation hat ein beywesendesWeib/ Agatha der so gewaltthätig? Ge-bährerm etliche Heylthümer von demseeligen Märtyrer Fldeli auferleget/mitermähnen/ sie solle mir einer recht ver-träulichen Andacht/ und Glauben des-sen Hilft- und Gnaden reiche Verspre-chung anrüsten. Und nehmet wahr !wie die gewünschte Wunder-Hülss der
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