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Die Religion am Ende des achtzehnten Jahrhunderts / von Paulin Erdt
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Heiken entdecket zu haben, als er vielleichtin der That erfunden hatte. Voll des Hebvenmuths griff er die Vorurtheile, undden Stolz der Schul - Philosophie an, und-ehrte das menschliche Geschlecht, daß einvernünftiger und bescheidener Zweifel dereinzige Weg zum Heiligthum der Wahrheitsey, und, daß um ein taugliches und fe-stes Gebäude der Kenntnisse des Menschenaufzuführen » das alte gänzlich zerstöret,und statt desselben ein ganz neues herge-stellet werden müsse.

Er machte den Anfang seiner Zweifelan seinem eignen Daseyn. Ich stelle mir,dachte er in seiner Untersuchung, in denersten ruhigen Stunden, womit er zu Phi-losophien anfieng; ich stelle mir Dinge,welche von mir, und unter sich unterschie-den sind, vor. Es ist also in mir eineKraft, die zu empfinden vermögend ist. Daich aber die Gegenstände, die außer mir,von mir unterscheide, werde ich mir mei,ner selbst; da ich die Gegenstände untereinander unterscheide, derselben bewußt; undda jenes oder dieses geschieht, so denkeich, und bin.

Und was ist dann, was in mir denket;fuhr er fort? ist es Materie, oder etwas,das davon unterschieden ist ? es ist unmög-lich, sagte er schon vor Loke bey sich selbst:

es