-89
des Menschen wieder in ihre alten Rechteeinzusetzen, die Macht der Klerisey zu unter,drücken, Misbräuche zu vertilgen, Schöp-fer einer neuen Denkungöart ihres Zeital-ters zu werden, sich alle Mühe gaben!
Luther maßte sich an, die Schranken,die ihm die Kirche, zu der er sich bekenne-te, anwies, zu überspringen; die Gelüb,de, welche er in dem Orden der Eremitendes heiligen Augustins seinem Gott gemachthatte, eigenmächtig aufzulösen, um dieje-nigen zu bekämpfen, welche Jesus Chri-stus in einer ununterbrochenen Reihe überseine Kirche zu wachen bestellet hatte. Ermachte sich nicht nur an die Ablässe, ge-gen welche er schon 1517 fünf und neun-zig Sätze, als Lehrer zu Wittenberg zuvertheidigen sich anboth; sondern stürmteauch auf andere Punkte, die hernach dertridentinische K'irchenrath verdammte, mitgroßer Heftigkeit los.
„ Luther, sagt selbst Herr Stark in sei-nen freymüthigen Betrachtungen über dasChristenthum an der z^z. Seite: Lutherselbst scheint zwar zuweilen von einem ganzaußerordentlichen Ruf zu reden. AberNiemand hat ihm dieß zugestanden, undwo er selbst so schreibt, ist es wohl mehrder Hitze des Streites zu zuschreiben» alsdaß er diesen Gedanken von sich gehabt ha-