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ler der heutigen Tage; und -man strecketdie Hände nach Schriften aus, die nachnichts, als nach Freydenkerey» und Un-abhängigkeit schmecken, oder weiche nurzum Zwecke haben» die Ehrerbietung, undden Gehorsam» den man der Religwn schul-dig ist, aus den Herzen zu entfernen.
Was sind aber dergleichen Schriftstel-ler , als Menschen, bey Venen man wederSitten, noch Redlichkeit antritt ; denendie Leidenschaften die einzige Richtschnur,die ungerechten Neigungen das Gesetz, dieBegierden ihr Herr, die Furcht der Ob-rigkeit allein der Zaum, sie selbst ihr Gottsind. Nach ihrer Meynung ist zwischen denschrecklichsten Lastern, und den reinsten Tu-genden kein Unterschied, da sie glauben,es werde eine ewige Zernichtunq gar baldden Frommen, und den Ruchlosen in einer-ley Umstände versetzen» und sie in dem Gra-be auf immer und ewig vermischen.
Ist nicht der Unglaube die Quelle derVerzweiflung? Wird man etwas detrüv-teres sich denken, und ohne Entsetzung an-sehen können, ohne Gott, ohne Gottes-dienst, ohne Grundsätze» und Hoffnungzu leben ; zu behaupten, daß die größtenSchandthaten, und die schönsten Tugendennur Namen, und Worte seyn, welche nichtsWirkliches anzeigen; alle Menschen » alsS 2 nich-