Buch 
Kurze Darstellung des staatsrechtlichen Verhältnisses der gefürsteten Abtey St.Gallen in Helvetien zu dem deutschen Reich : mit 10 Beylagen
Entstehung
Seite
15
JPEG-Download
 

Lo) Wir haben uns auch/ und unserem Gottshaus in diesem Landrccht unser Herrlichkeit,Gewaltsame und weltlichkeit -er Grafschaft Toggenburg, der hohen und nidern Gerichten, Zehen,den, Zinsen, Steuern, Diensten, Fallen, Faßnacht-Hüner, Bussen, Frästen, und fonstall andereGerechtigkeiten und Freyheiten, auch den Leuten in der vorgenandten Grafschaft gesessen, ihre Ge-rechtigkeiten und Freyheiten, wie sie dann vormal von der Herrschaft Toggeuburg, und von Raren,mit Briefen und Siegten gefreyet und begäbet sind, vorbehalten.

21) Und also haben wir obgenant Abt Ulrich, und mit uns die vorgenannte Leut, gelobtund geschworen einen gelehrten Eid zu Gott und den Heiligen, für uns und unser ewig Nachkom-men , das alles, so hievor und nach in diesem Brief geschrieben staht, getreulich, wahr, vest, undstäht zu halten, dem nachzugehen und genug zu thun.

22) Wir obgenandt Abt Ulrich, Pfleger und Convent, und die Leut gemeinklich in der vor-genandten Grafschaft Toggenburg gesessen, so von Manns Nahmen vierzchen Jahr alt und älter sind,und alle unser Nachkommen sollen auch fürbaßhin je zu fünf oder zu zehen Jahren ungefährlich,und auch so dick ein neuver Herr Abt oder Pfleger anstaht, Mich Eid und Brief schweren und er-neuweren, und mit unser Eiden bevestncn, wann das von den genanten von Schweiz und Glarns,an uns beyd Theil zu thun erforderet wird, oder so sie das nutz und nothdürftig zu seyn bedunket,ohn Widerred, also daß beyder Theilen Eide mit einander zugangend und geschehen solle.

2Z) Ferners ist beredt, daß die obgenannten von Schweiz und Glarus, und ihr Ewig Nach-kommen, Uns obgenandten Abt Ulrichen und unser ewig Nachkommen, und die obgenandte Leurh inder Grafschaft Toggenburg gesessen und ihr ewig Nachkommen solch Brief und Landrecht mit Ei-den zu erneueren, und zu bevestnen vermahntind, und ein Theil sich darinn sperren, und daSnicht thun wollte, nichts desto minder, so soll der andere Theil Mich Brief und Land-Recht in Mas-sen und obstaht, mit Eiden erneuweren und bevestnen, und den andern ungehorsanimen Theil helfengehorsam machen.

24) Es ist auch fürohin beredt, ob Wir obgenandter Abt Ulrich, der Convent, und unserEwig Nachkommen einest in künftigen Zeiten von unsers ehgenanten Gottshaus wegen selbs Krieghätten oder gewunnen, und also der vorgenandten Leuten in der Grafschaft Toggenburg nothdürftigwurden, und Mich Krieg und Sachen die ehgemeldte von Schweiz und von Glarus nicht antreffennoch berührten, so sollen sie uns beholfen und berathen seyn, und unser Eid in deme und in allen an-dern Sachen vorgehen, doch diesem Land-Recht in allen vor und nachgeschribnen Stucken, Punctenund Artickeln ganz ohne Schaden ohngefährde.

2A) Und insonderheit so ist zu merken, daß in diesem Landrecht dem Heiligen RömischenReich, und sonst jeocrmäniglichen , sie seyen Geist-oder Weltlich, sein Recht und Gerechtigkeitvorbehalten sepn sollen, getreulich und ungefährlich.

26) Und deß zu wahrem Urkunde, so haben Wir obgenannter Abt und Convent, unser ab-teylich und gemeines Convent-Jnsicgel zu Jeugnüß aller vorgeschriebenen Dinge, lassen hängen andiesen Brief; der geben ist am Mitwochen vor St. Jörgen des H. Ritters Tag , im Jahr als manzahlt von Christi Geburt 1469 Jahre,

Num.

Lchenbrief Kayser Friederichs für den Fürst Abbl Gotthardt über die Regalien,Lehen, und Weltlichkeiten des Gottshauses Sl. Gallen vom Jahr 1491.

Wir Friderich von Gottes Gnaden Römischer Kaiser zu allen Zeitten Merer deß Reichs, zuHungern, Daimatien, Croakien rc. Kunig, Herzog zu Oesterreich, ju Steyer, zu Kemndten, und

D -