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Beiträge zur Kenntnis des modernen Volksschulwesens von Frankreich : mit Berücksichtigung der übrigen auf der Pariser Weltausstellung vertretenen Länder / von Franz Kémeny
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Franz Kemeny.

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und Ornamentalzeichnen, Handelsgeographie und National-ökonomie gelehrt; daneben werden Fabrikanlagen besucht. AllenJahrgängen gemeinschaftlich sind die militärischen Übungen unddie Arbeiten in den Werkstätten und Laboratorien (Weber-,Tischler-, Drechsler- und Montierungs-Arbeiten), welche im letztenJahr bereits selbständig ausgeführt werden.

Eine andere Anstalt im gröfseren Stile ist die Ecole Pro-fessionnelle Vaucanson in Grenoble, über welche uns ein ausführ-licher Prospekt vorliegt, dem wir die folgenden Daten entnehmen:Bald nach dem Inslebentreten des Volksschulgesetzes vomJahre 1833 gründete die Stadt Grenoble eine höhere Volksschule,die nach der Revolution von 1848 in eine Anstalt erweitertwurde, welche die Mitte einnehmen sollte zwischen einer höherenVolksschule und einem Lyceum. Der neue Name „ Ecole Pro-fessionnelle u will nicht sagen, dafs die Anstalt ein Handwerk lehre,sondern nur betonen, dafs der Unterricht ein vorwiegend prak-tischer sei, wie er für die meisten Berufsarten notwendig er-scheint. Der Unterricht dauert 4 Jahre und bereitet mit Erfolgzur Reifeprüfung vor ( baccalaureat de Venseignement spicial). Der1. und 2. Jahrgang enthalten je vier Schülerabteilungen, der 3.drei und der 4. nur eine. In den beiden ersten Jahrgängenwerden die Schüler in alle Werkstätten eingeführt, damit ihnenja nichts entgehe, im 3. Jahr verteilen sie sich auf den Wunschihrer Eltern und treffen die Wahl unter den Ateliers für Metall-arbeit, Elektricität, Holzarbeiten, Bildhauerei und Formgiefserei,sowie praktische Chemie. Aufserdem besteht für den 3. und4. Jahrgang eine Abteilung für Landwirtschaft und Gartenwesen.In diesen Berufssphären sind die Zöglinge täglich bis zum Aus-tritte aus der Schule mehrere Stunden hindurch beschäftigt.Die Aufnahme erfolgt auf Grund des Abgangszeugnisses dereinfachen Volksschule (certificat d’itudes primaires) oder einergleichwertigen Aufnahmeprüfung bereits vom 11. Lebensjahran. Externe zahlen kein Schulgeld, für das Internat beträgtdie ganze Pension jährlich 580 Fr., die halbe 320 Fr. Staats-stipendien werden auf Grund einer Konkurrenz verliehen. Ausdem Disziplinarreglement geben wir Nachstehendes: Internehaben monatlich zweimal an Sonntagen Ausgang, jedoch nurwenn sie in jeder Hinsicht entsprechen und von Eltern, Vor-mündern etc. ausgebeten werden; Besuche in der Anstalt könnentäglich stattfinden. »Jeder Schüler besitzt ein Büchlein, daszur Korrespondenz zwischen Eltern und Direktor dient und worindie erhaltenen Noten mit den Anmerkungen des Direktors ein-getragen werden. Die Eltern werden gebeten, dasselbe sehrregelmäfsig zu unterzeichnen.« Eine strenge, aber väterlicheDisziplin sichert die Arbeit und die Fortschritte der Schüler.Strafen sind: a. eingetragene schlechte Noten, b. Einsperren,