VI.
Die Ausstellung der Stadt Paris.
Einen überaus wohlthuenden Eindruck erhält man in den.zwei eigens hiefür bestimmten Pavillons, deren reicher durcheine systematische Anlage anschaulicher Inhalt dem ernstenStudium ein dankbares und anregendes Feld bietet. Nach derAufregung und Zerstreutheit anderweitiger Ausstellungsbesucheverweilt man mit Vorliebe in diesen grofsen Hallen, derenMaterial wir nur andeuten können. Vor allem seien die „hoolesmunicipales de la ville de Paris“ genannt, höhere Bürgerschulenfür Knaben, welche eine ganz eigentümliche, aus stetigen Reform-bestrebungen hervorgegangene, an unsere Mittelschulen streifendeOrganisation besitzen und aus patriotischen Rücksichten ganzrichtig den Namen je einer berühmten vaterländischen Per-sönlichkeit führen*). So in Paris: die Ec. Arago, Diderot,Turgot, Colbert, Lavoisier, j. B. Say, das College Chaptal.Ursprünglich, gleich den zahlreichen Gewerbeschulen (s. diese)aus höheren Volksschulen hervorgegangen, sind sie durch steteErweiterung und Berücksichtigung der Anforderungen der Zeitder eigentlichen Mittelschule (enseignement special) sehr nahegekommen, wovon man einen ungefähren Begriff erhält, wennman erfährt, dafs z. B. in der licole Say aufser den ordent-lichen Klassenlehrern: 5 Lehrstühle für Mathematik, 4 fürPhysik und Mechanik, je 2 für Deutsch und Englisch, u. s. f.systemisiert sind.
Aufser den Präparaten und Apparaten eigener Erzeugungder J&cole municipale de physique et de chimie industrielles undder im linken Pavillon untergebrachten Reconstruction de la
*) „Indem die staatliche Unterrichtsverwaltung ihre Erziehungs-anstalten unter den Schutz derjenigen stellt, welche „dem VaterlandeEhre gemacht haben, gehorcht sie einer ihrer edelsten Überlieferungen,“sagt der Ministerialbericht v. 30. Mai 1888.