Beiträge zur Kenntnis des modernen Volksschulwesens von Frankreich.
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Wirkungen, schliefslich und dies ist finanziell und für das Landan erster Stelle mafsgebend, anstatt der obligaten Ausstellungs-defizite ein bedeutendes, durch schwerwiegende politische Er-rungenschaften einbegleitetes Reinerträgnis. Wir können esnicht verwinden, denn schmerzlich und in seiner Isoliertheit fastbeschämend dünkt uns unsere strenge Auffassung: eine der-artige Weltgelegenheit ist denn doch zu gut, um als reinesmaterielles Unternehmen ausgebeutet zu werden, um die Völkerbei der Nase herumzuführen, ohne der Menschheit die ge-bührende Entschädigung auf dem Gebiete der allgemeinenKünste und Wissenschaften darzubringen.
Diese schiefe Bahn findet ihre Erklärung in den voran-gestellten, schwerwiegenden Worten des grofsen Dichters, dieseinem Volke schon so oft verhängnisvoll wurden und welchein tiefer liegenden nationalen Eigentümlichkeiten wurzeln. Ichbin wahrlich kein Anhänger der »scharfen Tonart«, setze abereinen Ehrgeiz darein, in wissenschaftlichen Fragen jederzeitmeiner persönlichen Überzeugung, und nur dieser ungeschmink-ten Ausdruck zu verleihen. Ich erachte in dieser Beziehungsogar die Rücksichtslosigkeit für gerecht, also erlaubt.
Wohl weifs ich, dafs eine solche voltairianische Freizüngig-keit ein zweischneidiges Schwert ist, aber aufgeklärte Männerhaben bereits vor mir die nationalen Schwächen der »grandenation« gegeifselt. Kein Geringerer als Philarete Chasles, derberühmte Kritiker, schrieb im Jahre 1839 wörtlich: „ L’Irritationdes cerveaux , Vexcitation des cldsirs, l’intensitd des rivalites , l’angoissedes amours-propres, le besoin de paraitre, le besoin de jour , pretentä tous les membres de la socidtd franpaise un exces de vie faclice u .Wer Lust nach neueren Komplimenten verspürt, dem empfehleich Francisque Sarcey’s »Le siege de Paris«, der da behauptet„Ae courage qui est en France le plus rare de tous, c'est le couragecivil. u
Wie es heute bestellt ist, haben wir im Verlaufe dieserArbeit gesehen, in welcher zu meinem grofsen und aufrichtigenBedauern die dunklen Töne sich nicht selten in unmittelbarerNachbarschaft der rosigen Beleuchtung übermäfsig breit machen.