Die Darstellung körperlicher Gebilde aus Karton.
Ehe wir diesen Arbeitszweig in eine systematische Stufen-folge gebracht und ehe wir in der praktischen Darstellung,eine gewisse Sicherheit erlangt hatten, versuchten wir denThon zu Erkenntnißformen anzuwenden, dann Gyps inPlatten gegossen, angefeuchtet und durch Messer, Hobeleisenund Raspeln in Lebens-, Schönheits- und ErkcnntnißformewHinzuschaffen, daneben wurde die Erbsenarbeit mit Virtuo-sität getrieben. Das Bestreben aber, die geometrischen Körper !mit größerer, ihren: Wesen mehr entsprechender Genauigkeitin's Dasein zu rufen und die zu hoffende größere Aus-beute au erziehlichen Gesichtspunkten waren Ursache, daßjene Arbeiten eine nach der anderen in Wegfall kamen, trotz-dem die praktischen Leistungen ganz befriedigend ausfielen.Die Geometrie mit der Scheere bietet für die Erkenntnißder Raumgrößen eine umfassende Anschauung, nimmt das ^schon vorhandene mathematische Wissen in Anspruch, bereichert !es mit neuen Thatsachen und stellt au den Reinlichkeits- !und Ordnungssinn Anforderungen, denen zu genügen jedesKind nach und nach das Bedürfniß fühlt.
Auch hier wird wieder von: Würfel ausgegangen. Dieerste Aufgabe besteht darin, in Gedanken die Haut des ^Würfels so abzuziehen und vor sich auszubreiten, daß mansie wieder wie einen Uebcrzug um den mathematischen, also-stofflosen Würfel herumlegen kann. Dem Gedanken folgtdie That auf dem Fuße. Ist dieses Netz mit Hülfe vonLineal, Winkel und Maßstab unter der Annahme, daß der-Würfel eine von: Lehrer bestimmte Kantenlänge habe, richtigauf Karton gezeichnet, dann wird es ausgeschnitten undzusammengeklebt. Bon dem Körper wird Grundriß undAnsicht gezeichnet und, wie bei den Holzklötzchen, Kanten-länge, Oberfläche und körperlicher Inhalt berechnet. DiesesVerfahren wiederholt sich bei jedem Körper, es ist zwarhöchst einfach, verlangt aber zuweilen schwierige Konstruk-tionen, die von den Schülern selbst gefunden werden sollen.Die Verschiedenheit der Auffassung, des Urtheils und derErfindungsgabe, vor Allem der Willensstärke und Hand-fertigkeit bedingen äußerst verschiedene Resultate. Der Eine: