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Ein Gang durch Pariser Schulen / von J. Pünjer
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verändert, eine Einrichtung, die ich für praktisch zu halten nicht geneigtbin. Die Wandtafel fiel fast in allen Klassen durch ihre ungewöhnlicheGröße auf. Sie erstreckte sich mehrfach fast über die ganze Schmalseiteder Klasse. Dann war auch das Podium so groß, daß der Lehrer ander ganzen Tafel entlang gehen und ungehindert schreiben konnte.

d. Unterrichtszeit. Zahl der Klassen und Lehrer. Ordinariat.

Der Unterricht beginnt in den Volksschulen in Paris 8^ Uhr unddauert mit Unterbrechung durch eine Pause bis 11^ Uhr. Nach In-ständiger Mittagspause beginnt er wieder um 1 Uhr und dauert bis 4,bezw. 5 Uhr. Der ganze Donnerstag ist frei, dafür sind der Mittwochund der Sonnabend ganze Schultage.

Die Pariser Volksschulen sind gewöhnlich sechsklassig, jedoch nichtselten siebenklassig und in einzelnen Fällen achtklassig. Dieser Unterschiedwird durch folgendes erklärt: die Kinder können (s. S. 6) unter Umständenmit 11 oder doch mit 12 Jahren das osrlilloul ä'ötuäös erhalten unddann die Schule verlassen. Es kann demnach vorkommen, daß in einerSchule für ein siebentes Schuljahr nicht hinreichendes Schülermaterialvorhanden ist. An mehreren Schulen jedoch fand ich Klassen, die vonSchülern des siebenten Schuljahrs gebildet waren. Ob eine Überweisungvon Schülern dieses Alters von anderen Schulen her stattgefunden hatte,weiß ich nicht, halte es aber für möglich. Auch ist darauf hinzuweisen,daß die Kinder keineswegs verpflichtet sind, die Schule zu verlassen, wennsie das eertMeut erworben haben, und daß viele Kinder auch nach Er-werbung dieses Zeugnisses noch die Schule besuchen. Vielfach wird dieVermögenslage der Eltern auf den Zeitpunkt der Schulentlassung derKinder Einfluß haben. Die achtklassige Schule nun erklärt sich durchfolgende Einrichtung. Diejenigen Kinder eines Arrondissements, die nochüber das 13. Jahr hinaus zur Schule gehen wollen, werden zu einer odermehreren Klassen vereinigt, und diese Klassen werden als Ergänzungs-klassen (e1a8868 eompl6M6utuir68) einer, bezw. mehreren Volksschulenzugewiesen. Es braucht kaum besonders hervorgehoben zu werden, daßdiese Klassen mit der eigentlichen Schule nur in einem recht losen Zu-sammenhang stehen. (S. übrigens hierzu Dudlkuu Aönörul etc. S. 21.)