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Ein Gang durch Pariser Schulen / von J. Pünjer
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Wenn die Familie die Studienkosten bestreiten kann, genügt es, wennein Platz für die Aufnahme des Knaben frei wird. Wenn die Familienicht bezahlen kann, kann der Knabe sich für einen Freiplatz melden undzwar für einen Freiplatz als Externer, als Ganz- oder als Halbpensionär.Die Verleihung der Freiplätze an Externe geschieht auf gründ der Resultateeiner Konkurrenzprüfung, die jedes Jahr im Anfang Juni stattfindet.Wie groß der Andrang zu der Schule I. B. Say ist, geht aus folgenderAngabe hervor: In diesem Jahre haben sich zur Aufnahme als externeFreischüler für diese Schule 507 Knaben gemeldet. Von diesen sind aufgründ jener Prüfung 332 als zur Aufnahme fähig befunden, aber nur164 Kandidaten, natürlich diejenigen, deren Leistungen am besten genügthaben, sind aufgenommen. Die Verleihung der Freiplätze für Ganz-und Halbpensionäre geschieht ebenfalls auf gründ einer Konkurrenzprüfung,die im Juni stattfindet. Die Freistellen (ganze oder halbe für Pensionäreoder Externe) werden gewährt von der Stadt Paris, von dem Departe-ment der Seine, durch eine Privatstiftung und endlich durch die Gemeindender Banlieue. So hat die Stadt Paris gestiftet: 30 Freiplätze für Voll-pensionäre (L 1000 Fr.), das Departement 24 Freiplätze für Halb-pensionäre (L 500 Fr.). Über die Zahl der von der Privatstiftung undvon den Gemeinden der Banlieue gestifteten Freiplätze habe ich keinegenauen Angaben, jedoch geht schon aus der Angabe für die Zahl derdiesjährigen Neuaufgenommenen hinzu, daß ihre Zahl beträchtlich ist.Bemerken kann ich noch, daß auch eine Viertelfreistelle verliehen werdenkann, und daß der Inhaber durch Fleiß und gutes Betragen sich mitder Zeit eine halbe und eine ganze Freistelle erwerben kann.

Für einen zahlenden Schüler kostet die volle Pension 1000 Fr., diehalbe Pension (Unterricht, Mittagessen, Vesper) 500 Fr., der Unterrichtallein 200 Fr.

Es braucht nicht erst hervorgehoben zu werden, daß für eine sogroße Zahl von Schülern, von denen 200 in der Anstalt wohnen und400 dort essen, die ferner nicht allein in Wissenschaften unterrichtet werden,sondern auch turnen und Handfertigkeit treiben sollen, weitläufige Baulich-keiten nötig sind. In der That ist ein mehrmaliger Besuch der Schule not-wendig, um in den zahlreichen Klassenzimmern, Korridoren, Höfen u. dergl.

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