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Expose über die Organisation des gewerblichen Unterrichtes.
•Würde fiir Reichenberg höchstens 12000, für die utraqiiistische Schule in Prag 114000, für Graz 9000 nncl für Salzburg 7000 Gulden, im Ganzen somit42000 Gulden betragen.
Auf die Schulen zu Prag und Graz sind seit Jahren bedeutende Capitalienaus dem Staatsschätze verwendet worden, und der aus dem Ordinarium, Titel„Speciallehranstalten 44 §■ „Subventionen an leistungsfähige Lehranstalten gewerb-licher Richtung“ bestrittene Aufwand für dieselben, betrug im Jahre 1875 —Zuwendungen von Lehrmitteln ungerechnet — bei der ersteren 8000 Gulden, beider letzteren 7100 Gulden. Da ferner im Jahre 1875 für die Salzburger Schule aufRechnung desselben ordentlichen Credites rund 5600 Gulden verausgabt wurden,so stellt sich heraus, dass von jener Summe von 42000 fl., nur 20700 fl. alsvollständig neues Erforderniss erwachsen würden.
Da nun aber die im nächsten Jahre ohne Schädigung der vitalsten Unterrichts-Interessen unvermeidliche Erhöhung der Beitragsleistungen des Staates die Beträgefür Prag auf etwa 14000 fl., für Graz auf gegen 9000 fl. und für Salzburg aufmindestens 6500 fl., im Ganzen also auf ungefähr 29500 fl. steigern würde, soerscheint das durch die Systemisirung von Staatsgewerbeschulen an den genanntendrei Orten entstehende Erforderniss um wenig höher, als anderenfalls der Betragder auS dem Ordinarium des nächsten Budgets, Titel „Speciallehranstalten,“ §.„Subventionen an leistungsfähige Lehranstalten gewerblicher Richtung,“ zu zahlendenStaatsunterstützungen sein müsste, und nur der mit 12000 fl. zu beziffernde Bedarffür Reichenberg reicht über die Summe hinaus, welche in der einen oderanderen Form vom Staatschatze unter allen Umständen geleistetwerden müsste.
Überhaupt erscheint der Betrag von 42000 fl. als ein sehr geringer imVerhältnisse zur Wichtigkeit der Unterrichtsinteressen, welche durch solche Ausgabegefördert werden sollen. Es handelt sieh hiebei vor Allem darum, das Eintreteneines Stillstandes in den Organisationsarbeiten auf einem der Pflege so dringendbedürftigen Gebiete um jeden Preis zu vermeiden, und diess kann bei umsichtigemGebahren mit der obigen Summe jedenfalls erzielt werden.
Da dem österreichischen Gewerbewesen naturgemäss ohnediess erst nach einigenJahren die, Früchte einer solchen organisatorischen Wirksamkeit der Unterrichts-Verwaltung erwachsen können, würde ein Stillstand dieser Wirksamkeit in derGegenwart und eine Fortdauer des jetzigen unhaltbaren Zustandes die Zeitigungjener ersehnten Früchte abermals und abermals um weitere Jahre hinausschiebenund alle jene Gefahren und Nachtheile steigern, welche an früherer Stelle geschildertworden sind. Denn ein Same, der schon im Fallen keimt und schon im KeimenFrüchte trägt, kann im Gebiete des Schulwesens ohnediess nie ausgesäet werden,und ein Verschieben der Thätigkeit wirkt darum hier auf fernste Jahre hinausverh ängni ssvoll.
Wenn die Unterrichtsverwaltung jedoch in die Lage kommen soll, die Organi-sation und die Vertheilung der Kosten auf die einzelnen Bedürfnisse für die Zukunftin allen Details genau festzustellen, ja wenn nur die Vorarbeit zur Organisationder vier projectirten Lehranstalten in Angriff genommen und desgleichen die