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Auszug aus einem Exposé über die Organisation des gewerblichen Unterrichts in Österreich
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Expose über die Organisation des gewerblichen Unterrichtes.

4. Bauknnde. Wöchentlich 15 Stunden.Innerer Ausbau, Eisenconstructionen. Anlage

landwirtschaftlicher u. bürgerlicher Bauten.

5. Formenlehre. Wöchentlich 6 Stunden.Elemente derselben und Zeichnen von Fa^aden

für Wohngebäude.

6. Freihandzeichnen nach der Plastik. Wö-chentlich 8 Stunden.

Fortsetzung des Unterrichtes im II. Semester-curse. Als Vorlage werden auch einfachereBlattornamente verwendet. Als Darstellungs-mittel zur Abtönung der Schatten undzum Ausziehen der Contouren wird auchder Pinsel angewendet.

bung. Festigkeitslehre. Bei diesem Unter-richte wird die Construction der im Hand-werke häutigst vorkommenden Werkzeugeund Maschinen erklärt.

4. Freihandzeichnen und Modelliren, in

Verbindung mit dem Unterrichte in derFormenlehre. Wöchentl. 30 Stunden.

Die Schüler werden bei diesem Unterrichtein mindestens drei Gruppen getheilt:

a) Holzarbeiter, Möbeltischler, Drechsler, Ver-golder etc.

b) Schlosser, Schmiede, Giesser, Ciseleure,Graveure, Bronce-, Silber- und Gold-arbeiter, Gürtler etc.

c) Tapezierer, Decorateure, Zimmermaler, An-streicher, Lackierer, Schriftenmaler, Buch-binder etc.

Der Unterricht im Zeichnen nach Lehr-gang und Unterrichtsstoff wie in Abthei-lung A, nur dass bei Auswahl der Vor-lagen die Geschäftszweige der einzelnenSchüler berücksichtigt werden. In Gruppe cwird einfaches Coloriren geübt.

Der Unterricht in der Formenlehre um-fasst folgende Momente:

a) das Verhältniss der Kunstform zur Grund-form ;

b) die Arten der Kunstform, Structursym-bole und Tendenzsymbole;

c) die Abhängigkeit der Gestaltung gewerb-licher Gegenstände von den Eigenschaftenund der Bearbeitungsweise des Stoffes,(kurzgefasste Belehrungen aus der Mate-rialienkunde), sowie von den Eigcnthiimlich-keiten des schaffenden Volkes;

d) die Stylisirung der Pflanzenformen imAllgemeinen;

e) die Hauptmerkmale des Pflanzenornamentsder verschiedenen Baustyle;

f) einige Structursymbole, als Bänder, freieu. unfreie Beendungsformen, Capitäle u. s. w.;

g) Demonstration einiger mustergiltig'er, kunst-gewerblicher Gegenstände.

IV. Semestercurs.

1. Mechanik. Wöchentlich 4 Stunden.Wichtigstes aus der Statik und Festigkeits-lehre in Anwendung auf Bauconstructionen.

2. Entwurfzeichnen. Wöchentl. 25 Stunden.Entwerfen von ländlichen und bürgerlichen

Bauten nach gegebenen einfachen Pro-grammen. 0

1. Deutsch und gewerbliche Buchhal-tung. Wöchentlich 4 Stunden.

Fortsetzung der Stylübungen an gewerblichenThematen. Theorie der gewerblichen Buch-haltung im Anschlüsse an den Unterrichtim IH. Semestercurse, enthaltend:a) Erklärungen in schematischer Darstellungder Neben- oder Hilfsbücher als Waren-