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Schulreden nebst einer Abhandlung über Schulfeierlichkeiten als Einleitung / von Carl Friedr. Wilh. Clemen
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und über die Well, und Kraft gewinnt für die Kämpfe desLebens und Muth in den Stürmen des Schicksals. Du sollstumschließen die Hoffnung dieser Stadt; dir weiht die Jugenddie glücklichsten Jabre ihres Lebens. Und wenn wir Alle, diewir hier versammelt sind zur ernsten Feier, schon längst dasLoos aller Sterblichen erfüllt haben, schon längst da ruhen,wohin keine Klage dringt, wo kein Schmerz und keine Freudedas Herz bewegt: da wird zu dir noch wandeln die fröhlicheJugend; da wird noch in dir das kindliche Herz seinen himm-lischen Vater finden und erkennen lernen; da werden noch En-kel und der Enkel Enkel segnen die edlen Gründer dieses Hau-ses, so wie wir dem Theuern danken, der den ersten Grund zudiesem Hause legte und fern von der Stadt, die ihn liebte undverehrte, mitten im Wirken für des Vaterlandes Wohl hin-schied zu einem höhern Leben.

Um so lebendiger aber, verehrte Versammlung, ist unsereFreude, um so inniger unser Dank, je wichtiger und höher dieBestimmung ist, für welche dieses Haus erbauet ward. Denndie Bürgerschule hat ihre Zöglinge für die mannichfachen bür-gerlichen Verhältnisse und Berufszwcige zu befähigen, und ih-nen eine allgemein-menschliche Bildung zu geben, welche zwarnicht in hohem Wissen und tiefer Weisheit besteht, wohl aberin der gleichmäßigen Entwickelung und Ausbildung aller gei-stigen Kräfte und Vermögen, und in der Deckung, Belebungund Kräftigung des sittlich-religiösen Gefühls, das zur Gott-seligkeit sich verklären soll. In der allseitigen geistigen Bil-dung des Volkes aber, welche die Volksschule und besondersdie Bürgerschule erzielt, ruht großen Theils das Glück des Ein-zelnen und der Familie, das Heil der Kirche und des Staates.Denn sie eröffnet die Quellen des Wohlstandes, sie macht flei-ßige Hände, sie hebt den Kunstsinn, läßt blühen die Gewerbe,belebt den Verkehr und erhöht den Segen des Landbaues. Daslehrt schon ein Blick in jene südlichen und westlichen Länder unseresErdtheils. Die Natur hat sie gesegnet, reichlich gesegnet vorvielen anderen; und doch waltet in ihnen Armuth und Noth,und das Elend schleicht über ihre üppigen Gefilde, indessen inandern Ländern, wo die Natur nur kärglich giebt, Wohlstand

Bürgermeister Wilh. Schwabe der ältere war kurz vorher als Mit-glied der Ständesersammlung in Cafsel gestorben.