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Schulreden nebst einer Abhandlung über Schulfeierlichkeiten als Einleitung / von Carl Friedr. Wilh. Clemen
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21
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halber oder falscher Bildung hervorgegangen Welt- und Le-bensansicht, nach welcher sie nur in dem Sinnlichen das Glücksuchen und darum bei jeder Widerwärtigkeit verzagen und sichunglücklich fühlen, nur nach äußerm Genusse sich sehnen unddarum die höheren Freuden des häuslichen Glückes nicht ken-nen, nur auf sich selbst vertrauen und darum mit Angst undSorge sich quälen, wenn, wie in unseren Tagen, drohende Un-gewitter am Horizonte des Lebens sich aufthürmen, nur aufIrdisches ihre Hoffnung setzen und darum umsonst zu lebenglauben und verzweifeln, wenn dieses hinfortgerissen wird vonden Stürmen der Zeit und verschlungen von den Wogen desSchicksals. Das ist der Mangel der wahren Ansicht von demLeben und der menschlichen Bestimmung, der Mangel an dergleichmäßigen Bildung des Geistes und Herzens, der Man-gel an der Seelengüte und sittlichen Kraft, die nur aufwahre allseitige Bildung sich gründet.

Schon aus diesen kurzen Andeutungen geht also, hochgeehrteVersammlung, deutlich hervor, daß von der Bildung allesGlück und alles Heil bedingt ist, und daß deshalb die Anstal-ten, durch welche diese Bildung gefördert wird und aus wel-chen sie hervorgehen soll, für Alle von der höchsten Bedeutungsind. Darum dankt aber auch der Menschenfreund für Jedes,was die Schulen zu verbessern, zu vervollkommnen und ihremhohen Ziele näher zu führen vermag. Darum fühlen auch wiruns um so freudiger und dankbarer bewegt, je größer das Be-dürfniß war, das durch dieses Haus befriedigt ist, und jesegensreicher dasselbe für unsere Schule, und durch sie für dieJugend, und durch diese für die Stadt und Kirche, ja! fürden Staat werden kann. Darum danken wir dir vor Al-len und preisen deine Huld, ewiger Vater! denn von dirkommt alles Gute, du bist der Geber aller guten Gaben. —Mit Dank empfangen wir dieses Haus von Ihnen, verehrteGlieder des städtischen Magistrats, die Sie dasselbe gründen undseinen Bau fördern halfen. Mit Dank erkennen wir den Fleißund die mühevolle Sorge, die der kunstreiche Leiter diesesBaues, den wir mit Freuden zu den Unsrigcn zählen, darausverwandte. Ich danke Ihnen Allen, die Sie diesen Bau för-derten, im Namen der Ältern, welche dieser Anstalt die Freudeihres Herzens, die Hoffnung ihres Alters, das Theuerste ihresLebens anvertrauen, im Namen dieser Kinder, die sich freuen,