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Schulreden nebst einer Abhandlung über Schulfeierlichkeiten als Einleitung / von Carl Friedr. Wilh. Clemen
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gelegt öder angenommen, an Erkenntniß und Einsicht gewon-nen oder verloren hat. Denn auf diese Weise wird das LebenEuch zur Schule, Ihr werdet reicher au Erfahrung und Selbst-erkenntniß, lernt die Fehler meiden, und gewinnt im frohenHinblick auf das Gute, was Ihr schon gewirkt, Muth, Lustund Kraft zu frischer, freudiger, gesegneter Thätigkeit.

Wenn Ihr nun, meine geliebten Schüler und Schülerinnen,das Alles thut und so diese beiden Bedingungen erfüllt, unterwelchen die Schule fortdauernd auf Euer Leben segensreich ein-wirken kann; so thut Ihr zwar Viel für Euern Frieden undEuer zeitliches Wohl. Aber im Glücke würde Euch die De-muth und die Nächstenliebe, und im Unglücke Kraft und Trost,im Leben die Zuversicht und im Sterben die Hoffnung fehlen,wenn Ihr nicht drittens vor Allem den Geist derchristlichen Religion, den Geist der Gottesfurchtund Frömmigkeit, den Geist der Kindlichkeit undLiebe in Euch bewahrtet und immer mehr befestig-tet. Denn erst dadurch erhält unser Leben seine höhere Weihe;erst dadurch wird die Welt zum Tempel Gottes, wird unserHerz fest, und unser Geist zur Kindschaft Gottes erhoben. Undsehet, meine Theuern, auch hierin ist die Schule Euch Borbild,so daß Ihr blos fortzusetzen braucht, was Ihr hier begonnenhabt. Vor und nach dem Unterrichte erheben wir Aug' undHerz zu Gott, danken ihm für seinen Schutz und Segen, flehenzu ihm um seine Gnade. O, weichet nie von dieser frommenSitte! Durch's Gebet weihet jeden Tag, den der Ewige Euchschenkt; mit Gebet schließt Euer Tagewerk; im Gebet begrüßtden stillen Frieden der Nacht! Im kindlichen Ausblick zu Gottwerdet Ihr inne, daß der Herr nahe ist Allen, die ihn suchen.Denn ein Wort zu Gott ist ein Wort von Gott. Im Ge-ll e t verstummt jegliche Begierde. Das Gebet giebt Muth, giebtKraft zu jeglichem Guten, auch zum schweren Werke. Undwo anders als bei Gott finden wir Trost und Kraft und Freu-digkeit in den Tagen der Trauer und der Noth's In derSchule lehrten wir Euch, überall die Spuren der ewigen Weis-heit suchen und finden, und in den Schicksalen der einzelnenMenschen wie ganzer Völker das gerechte Gericht des heiligenGottes erkennen und verehren. Wir wiesen Euch darauf hin, daßdes Herrn Rath zwar wunderbar ist, daß er aber Alles herr-lich hinausführet, daß er auch durch Nacht zum Licht und durch