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Segne, Herr! — wir flehn zu dir —
Segne diese Feierstunde!
Dankerfüllt lvbsingen wirDeinem gnadenreichen Bunde.
Gnädig hast du uns regiert,
Uns zu die sein Ziel geführt.
Die jetzt scheidend vor uns stehnKröntest du mit reichem Segen;
O erhöre unser Flehn:
Leite sie auf allen Wegen!
Herr, mein Gott, verlaß sie nicht!
Sey ihr Hort, ihr Trost und Licht! Amen.
Es ist mir nicht möglich, meine Lieben, diese Stunde ohneinnige Bewegung und selbst Wehmuth zu feiern; und doch istes eigentlich eine Dank- und Freudcnfeicr, der diese Stundegilt, für die Lehrer wie für die abgehenden Confirmanden ge-wissermaßen ein Erntefest im Leben unserer Schule. Der Au-genblick des Scheidens aus der Schule fordert Euch, Geliebte,die Ihr hier zum letzten Male um Eure Lehrer versammeltseyd, — dieser Augenblick fordert Euch ja dringend genugauf, noch einmal zurückzusehen auf die Kindheit und ersteJugend, die Ihr großen Theils in der Schule und fürihre Zwecke verlebtet; und wie das Auge des Wanderers,der aus der Höhe der Gegend angelangt ist, unwillkürlichdie Fluren überblickt, durch die er gewandelt: so tritt ge-gewiß auch jetzt, wo Ihr an der Grenze des ernsteren Lebensangekommen seyd, das heitere Frühlingslcben Eurer Kindheitin bunten Farben lebendig vor Eure Seele. Und o wie vieleFreuden und wie mannichfaltige Segnungen von Oben, vondem Gott der Gnade und der Liebe, tauchen da in Eurer Er-innerung auf! Und wenn Ihr Euch jetzt sagen könnt: wir ha-ben die Zeit der Kindheit gut angewandt, jede Gelegenheit,Gutes zu lernen und zu üben, mit Freude und Eifer ergriffen,den Bemühungen der Lehrer, unser Gedächtniß mit nützlichenKenntnissen zu bereichern, unsern Verstand zu schärfen, unsernGeist zu bilden und unser Herz zu veredlen, uns dankbar hin-gegeben, und tragen nun unter Gottes Beistand einen reichenSchatz mit uns aus der Schule nach Hause in die Schule desLebens; — sollte das nicht eineFreudenfeier seyn? nicht eine Feier