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Die Emancipation der Schüler, eine Forderung der Zeit : ein Wort an Eltern und Lehrer / von Jäger
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24
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gerechter ist, als dieser Schritt gewiß von jedem gutgeartetenJüngling mit ernsten Gefühlen, Vorsätzen und freudigen Hoff-nungen gethan wird, da erfährt er auf einmal zu seiner Ueber-raschung, daß er sich über die Früchte eines neuen Fleißes erstzu rechtfertigen hat, wie einer der Vorstrafen hat, über eineetwaige tugendhafte Handlung. Daß diese Hemmnisse alle schonüberwunden worden sind, ist nicht ganz ohne Beispiel, aber esmußte damit zugleich das Anschließen an eine bestimmte geradeherrschende Richtung verbunden sein. Das Harmlose hört jetztganz auf, denn davon hängt die Zukunft des jungen Mannes abund die Gerechtigkeit hat ein Loch bekommen.

Rechnet man dazu, daß diese Lokation nun vor aller Weltzur Schau getragen wird, daß im Speisesaal jeder seinen Platzdanach einnimmt vor Bedienten und wer immer zum Besuch indas Seminar kommt, so wird man gestehen, daß dies eine Einrich-tung ist, welche einer sonst so liberal und human sich gestaltendenAnstalt unwürdig ist.

Man hat schon gesagt, daß wenn man auch nicht locirte, diejungen Leute selbst unter sich lociren würden. Ich glaube nicht,wenigstens habe ich von den Studirenden anderer Fakultäten nieetwas Derartiges gehört. Erst wenn das Examen sich nähert,heißt es unter Freunden: der könnte erste Klasse machen, oderzweite, oder sagt ein anderer: es wird nicht reichen u. s. w. unddas ist auch ganz recht und würde eine sträfliche Gleichgültigkeitgegen das Resultat der Studienzeit voraussetzen, wenn man indieser Weise nicht urtheilte und schätzte. Aber ein solches Ur-theil, wenn man auch sagt: ich glaube, daß dieser ein besseresExamen macht als jener, ist weit entfernt von einem förmlichenund beständigen Lociren, es ist vollkommen berechtigt, weil es erstaus der Beobachtung der ganzen Laufbahn die nun vorliegt, he^vorgeht und nicht vorgreift.

Diese Aeußerung habe ich nur von solchen schon aussprechenhören, welche selbst auf diesem Wege gehoben worden sind, indei»sie nicht nur von Gottes Gnaden, sondern auch durch den sutkras^universell ihre Stellung einnehmen wollten. Warum will niadnicht auch hierin den Theologen frei wie andere Studenten